Maiserntetour per Trecker und Kremser durch 16 Privatgärten

Rekordbrüche und Schmuggelversuche

+
Von Garten zu Garten tourten die Mitglieder des „1. Maisanbauclubs im Autobahndreieck“, um den Mais der Ein-Quadratmeter-Felder zu ernten, zu vermessen und zu beurteilen.

Brettorf - Von Anja Nosthoff. „Bei mir wächst alles, nur der Mais nicht“, zog Jens von Seggern am Sonnabend während der traditionellen Tour des „1. Maisanbauclubs im Autobahndreieck“(MAC i. A.) eine etwas trübsinnige Bilanz. Als siebte Station von 16 Clubmitgliedern landete er nach dem Wiegen der besten fünf Kolben erst einmal auf dem letzten Platz. Etwas besser schnitt er beim Vermessen der längsten einzelnen Pflanze auf seinem Ein-Quadratmeter-Feld mitten im Gemüsebeet ab.

Demonstrativ pflückte er eine Weintraube von der Rebe an seiner Schuppenwand und ließ sie sich schmecken, während sich seine „MACiA“-Kollegen daranmachten, den Quadratmeter Mais noch einmal im Ganzen auf die Waage zu verfrachten. Die Chance, Kilo-König zu werden, blieb von Seggern immerhin noch. Sein Versuch, eine Riesen-Gurke aus dem Gemüsebeet zwischen die Maispflanzen zu schmuggeln, um noch etwas Gewichtszulage zu erzielen, schlug allerdings fehl. Dafür zollte man ihm für sein gut gewachsenes Gemüse aber durchaus Respekt. Beeindruckt zeigte sich unter anderem Thomas Köhler, der eine überdimensionale Möhre aus der Erde zog.

Das alles half von Seggern jedoch wenig: In den Kategorien „Wer hat den Dicksten?“ und „Wer hat den Längsten“ wird er dieses Jahr auf den „Experten-Ranglisten“ der Gesamtauswertungen seit 2009 wohl keine Plätze gut machen – vielmehr droht ihm möglicherweise ein Abstieg aus dem bisherigen oberen Mittelfeld.

Gründungs- und „Vorstands“-Mitglied Birger Strudthoff dagegen rechnete sich schon gute Chancen aus, auf der „ewigen Bestenliste“ zu landen, nachdem die Männermannschaft bei ihm im Garten einen neuen Rekord festgestellt hatte: Mit 46,95 Kilogramm Gesamtgewicht hatte er den bisherigen Rekordhalter Thomas Köhler um 20 Gramm übertrumpft.

Hingucker für Rasen und Terrasse

„Die Idee, einen Maisanbauclub zu gründen, kam uns im Jahr 2009 – natürlich auf einer Party“, erklärte Strudthoff grinsend. Der verrückte Gedanke zog rasend schnell seine Kreise. Bald schon zählte der Club 16 Mitglieder, die nun jedes Jahr zur Ernte per Kremser von Garten zu Garten touren. „Fast alle von uns haben beruflich irgendwas mit Landwirtschaft zu tun“, berichtete Strudthoff. Bedingung sei jedoch, dass der Quadratmeter Mais, der in die Wertung kommt, irgendwo im eigenen Garten angebaut wird – und nicht etwa auf einem abgetrennten Stück Feld.

Da gab es im Laufe der Jahre schon einige verrückte Anbauversuche – etwa auf einem Hochbeet, als Hingucker mitten auf dem Rasen, über einer Fernwärmeleitung, die das Wachstum begünstigen sollte, oder sogar als Schattenspender direkt an der Terrasse. „Jeder hat sein Geheimrezept für den Anbau – wir sind nämlich alle ganz heiß darauf zu gewinnen“, verriet Strudthoff. Das Düngen mit Brennesselljauche sei nur ein Bestandteil der komplizierten Pflegemethoden.

Bei der Ernte waren in diesem Jahr allerdings nicht alle Clubmitglieder dabei – wohl oder übel mussten sich einige blind auf die Kompetenz ihrer Clubkollegen verlassen. „Den Erntetermin machen wir immer schon Anfang des Jahres fest, damit jeder die gleichen Chancen hat. Außerdem versuchen wir, ihn vor oder hinter die Häckselzeit zu legen“, so Strudthoff. Diese Rechnung sei in diesem Jahr nicht ganz aufgegangen. Viele der Clubmitglieder mussten am Sonnabend doch bereits mit dem Häcksler aufs Feld. Im Anschluss mischten sie sich dann aber direkt unter die „Gartenbauern“. Natürlich gab es nach der „Ernte“ und der anschließenden Auswertung einen zünftigen Abschluss am Abend.

Mehr zum Thema:

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Riesenjubel in Grün-Weiß

Riesenjubel in Grün-Weiß

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Meistgelesene Artikel

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Investor bietet 70 Parkplätze an

Investor bietet 70 Parkplätze an

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Kommentare