Reiten wie ein Cowboy

Andreas Brolich aus Grad gibt Unterricht im Western- und Bosalreiten

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Andreas Brolich reitet mit dem Bosal.

Grad - Von Lara Terrasi. Wenn er auf seinem Pferd sitzt, dann ganz lässig mit Westernsattel und Cowboyhut sowie -stiefeln: wie es sich für einen echten Cowboy gehört. Andreas Brolich aus Grad praktiziert das Western- und Bosalreiten. Um genau zu sein: Seine Reitweise ist die altkalifornische.

Das ist die Arbeitsreitweise der kalifornischen Vaqueros (Rinderhirten auf Pferden), die während ihrer Arbeit einen zuverlässigen Partner, also das Pferd, brauchen. Das Tier trägt dabei die Last des Reiters auf den Hinterbeinen. „Das ist beim Reiten viel gesünder für das Pferd“, erklärt Brolich. „Ich möchte es gesund halten und bis ins hohe Alter reiten. Letztendlich geht es um das Tier.“

Der 49-Jährige hat im Alter von zwölf Jahren mit dem Reiten angefangen. Doch schon mit drei Jahren verkleidete er sich als Cowboy, nahm ein Seil seines Vaters und benutzte es als Lasso. Von 1987 bis 1990 absolvierte Brolich seine klassische, reiterliche Ausbildung zum Pferdewirt mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung absolviert. Danach hatte er das „Glück“, den Reitlehrer Kurt Schulze kennenzulernen. Seit 1991 arbeitet Brolich hauptberuflich als Reitlehrer und -trainer. 1992 hat er sich selbstständig gemacht und gibt seitdem Reitstunden.

Das Bosal ist ein gebissloses Zaumzeug, das dem Pferd um die Nase gelegt wird. Aber es verspürt trotzdem keinen Druck. Auf diese Weise werden die Zähne des Pferdes geschont. Der Gebrauch eines Bosals ist laut des 49-jährigen Reitlehrers die sanfteste Methode, Pferde zu schulen.

Classic meets Western: Regine Wagner und ihr Mann Andreas Brolich.

Die Verbindung von Bosal und Mecate (Zügel) wird als Hackamore bezeichnet. Mit dem Bosal gibt der Reiter dem Pferd einen Impuls, wodurch es bestimmte, verfestigte Bewegungs- und Verhaltensmutter überwinden kann. „Das Pferd versteht, was ich von ihm möchte“, sagt er. „Wir fangen irgendwann an, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln“, fügt er hinzu.

„Der Westernsattel hat eine größere Auflagefläche. Das Gewicht des Reiters wird somit auf die Seiten verteilt“, erklärt Brolich den Unterschied zu einem normalen Reitsattel. Das Westernreiten ginge grundsätzlich mit jedem Pferd. Brolich ist jedoch der Meinung, dass es Rassen gibt, die besser dafür geeignet sind.

Seine Frau Regine Wagner übt das klassische Reiten mit einer Kandare aus. „Aber es ist trotz allem dieselbe Art zu reiten. Die Optik unterscheidet sich einfach nur. Sie ist nicht so das Cowgirl“, sagt Brolich. Seine Frau und er haben zwei Pferde. Ihr gehört der Schimmel, ihm der Braune. „Sie sind Lusitanos. Das ist eine portugiesische Rasse. Mein Pferd heißt Honrosa, das meiner Frau Xogum“, informiert er.

Meistens kommen die Schüler mit den Pferden zu ihm, aber er gibt auch außer Haus Unterricht. „In Zukunft möchte ich nur noch hier arbeiten. Meine Schüler müssen dann aber nicht zwingend mit dem Bosal reiten“, erklärt Brolich. „Mitte Juni möchte ich gerne einen Lassowerfen-Kurs anbieten. Ich habe einen Kollegen, der das kann und dafür herkommen würde.“ Kinder und Erwachsene sollten dazu am 15. und 16. Juni bei Andreas Brolich auf der Grad 6 vorbeischauen. „Erst mal üben wir aber ohne Pferd. Sonst ist das zu schwierig und auch zu gefährlich“, sagt er und lacht dabei.

Ein weiterer Wunsch für seine Zukunft: „Ich hätte gerne zwei Schulpferde, die ich vorher selbst ausbilden möchte.“ Diese würde er dann aber mit dem Bosal ausstatten. In der Region sei er der einzige Ausbilder, der das Bosalreiten anbietet. Derzeit unterrichtet Brolich eine Gruppe in der Nähe von Nienburg, in Lüneburg und in Delmenhorst.

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