Historische Ausflugstipps führen ins Dötlinger Paradies

Reise zum „Dorf am Ende der Welt“

Ein Blick ins Paradies soll in den 1930er-Jahren von dem Hügel, auf dem die Dorfkirche steht, möglich gewesen sein, heißt es in einem alten Reiseführer. Repro: faß
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Ein Blick ins Paradies soll in den 1930er-Jahren von dem Hügel, auf dem die Dorfkirche steht, möglich gewesen sein, heißt es in einem alten Reiseführer. Repro: faß

Dötlingen – Dötlingen, beschrieben in einem fast 100 Jahre alten Reiseführer: Heimatforscher Dirk Faß hat darin gelesen und Beschreibungen einer Zeit gefunden, in der man von Dötlingen und Ostrittrum aus noch die Türme von Wildeshausen, Visbek und Oldenburg sehen konnte. Für unsere Zeitung hat er über seine Entdeckung geschrieben.

Als der Tourismus in unserer ländlichen Region noch in den Kinderschuhen steckte, dienten kleine Heftchen und Bücher als Reiseführer, die ausgiebig Orte, Land und Leute nebst ein paar Abbildungen beschreiben. Mitte der 1930er-Jahre heißt es in der Reihe ,Lührs gelbe Reise- und Städteführer‘, Band 15: Oldenburg und das Oldenburger Land, über Dötlingen: „Das alte Dorf Dötlingen ist wegen seiner anmutigen Lage in einer hinter Höhen, Wäldern und Feldern versteckt liegenden Mulde, die Perle unter den Oldenburger Dörfern am Huntelauf. Das Dorf am Ende der Welt, wie es in früheren Zeiten wohl scherzhafterweise genannt wurde, ist durch die modernen Verkehrsmittel aus seiner abseitigen Lage erlöst worden.

„Schlicht und naturschön“

Kunstmaler, wie Müller vom Siel, Fischbeck, tom Diek, Kaufhold und andere, die Motive für ihr Kunstschaffen in Fülle fanden, und Wandervögel aus Oldenburg und Bremen, die auf ihren Wanderfahrten das Dorf kennen und schätzen lernten, lenkten die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf dieses schlichte, naturschöne Bauerndorf.

Seitdem wächst von Jahr zu Jahr die Zahl der Ausflügler und besonders die Sommerfrischler aus nah und fern, die in der Dötlinger Schweiz Erholung suchen. Das hohe Hunteufer gestattet dem Wanderer überall wundervolle Fernblicke auf die bewaldeten Bodenwellen bis nach Ahlhorn, auf versteckt unter hohen Eichen liegende Dörfer und Bauernhöfe und auf die alte Wittekindsstadt.

Auf der Kuppe des Gierenbergs entfaltet sich ein Landschaftsbild, so mannigfaltig an Formen, wie man es schöner im Flachland selten sieht. Von dem Hügel, auf dem die alte Dorfkirche steht, schaut man ins Paradies, so nannte man in alten Zeiten den Edelhof der Herren von Dötlingen. Ein Stück vom Paradies ist der Pastorengarten, der schon von alten Reiseschriftstellern als eine Sehenswürdigkeit lobend erwähnt wurde.

Die Gegend um Dötlingen war schon in der Steinzeit bewohnt. Das Großsteingrab in der Glaner Heide, Glaner Braut genannt, das Steingrab im Dorf Dötlingen, in Egypten am Dötlinger Holz, auf der Gerichtsstätte in Aschenbeck und in Badbergen zeugen davon. Reich an Hügelgräbern waren früher die geräumigen Heiden um Dötlingen und den anderen alten Dörfern der Gemeinde, leider sind sie fast restlos durch die fortschreitende Kultivierung der Heide vernichtet worden.

Wer sich dafür interessiert, suche von Brettorf oder Immer aus das große Gräberfeld bei Feldhake auf, das früher an Umfang und in der Zahl der Hügel dem bekannten Pestruper Gräberfeld wenig nachstand. Weil es ohne gesetzlichen Schutz blieb, ist es arg verwüstet worden. Lohnende Wanderungen können vom Dorf Dötlingen unternommen werden, so zum Beispiel nach den Ostrittrumer Bergen. An sichtigen Tagen schweift der Blick des Wanderers von dieser reizend gelegenen Höhe bis zu den Türmen von Wildeshausen, Visbek und Oldenburg.“  fa/kab

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