Rat diskutiert Konzept für Neerstedt-West

Schematischer Entwurf des geplanten Wohngebiets westlich der Ortschaft Neerstedt.
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Grün soll es in Neerstedts Westen auch trotz der geplanten neuen Wohnbebauung bleiben. Am südlichen Ende ist das Gebiet von der Straße Geveshauser Höhe begrenzt.

Die geplante Weiterentwicklung Neerstedts durch ein neues Baugebiet im Westen und das dafür entwickelte städtebauliche Konzept hat am Donnerstagabend den Gemeinderat beschäftigt. Dabei ging es um Änderungswünsche und Folgekosten.

Neerstedt – Nach den Diskussionen in den Fraktionen zeigten sich mehrere Dötlinger Gemeinderatsmitglieder während der Sitzung am Donnerstagabend etwas kritisch gegenüber den Plänen für das neue Baugebiet Neerstedt-West. Das Städtebauliche Entwicklungskonzept war dem Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss vom Planungsbüro „Diekmann Mosebach & Partner“ aus Rastede vorgestellt worden und hatte in der Runde viel Anklang gefunden.

„Das Konzept sagt uns nicht ganz so zu“, eröffnete nun allerdings Helge Vosteen (FDP) die Diskussion im Rat. Es sei zu wenig abgestimmt und solle nach Möglichkeit weiter entwickelt werden. Aus diesem Grund beantragten die Liberalen, eine Abstimmung über das Konzept zu verschieben und es stattdessen lediglich zur Kenntnis zu nehmen und zurück in den Arbeitskreis Wohnen zu geben. Dieser könne sich dann weiter damit beschäftigen und möglicherweise auch über einen Ideenwettbewerb zusätzliche Anregungen einholen.

Noch einmal zurück in den Arbeitskreis

In Bezug auf den B-Plan Nr. 85 „Geveshauser Höhe“, der den ersten Bauabschnitt des insgesamt 19,5 Hektar großen Geländes darstellt, habe die FDP jedoch keine Kritik, ergänzte Claus Plate (FDP). Auch wenn dieses beschlossen werde, sei eine Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts möglich.

Mit der Idee, den auf dem Tisch liegenden Vorschlag noch einmal zurück in den Arbeitskreis Wohnen zu geben, wurde auch Ditte Höfel (CDU) warm. Ihre Fraktion sei unglücklich mit der geplanten Straßenführung, erläuterte sie. Dennoch seien die Christdemokraten dafür, dem Plan für den ersten Bauabschnitt zuzustimmen.

Grüne sehen Probleme mit der Zufahrt

Die ist auch Teil der Kritik von Bündnis 90/Die Grünen. Dirk Orth brachte das Thema Infrastruktur zur Sprache. Die Zufahrt zu dem Gebiet über die Straße Geveshauser Höhe sei problematisch. In unmittelbarer Nähe der Einmündung zur Hauptstraße lägen sowohl eine Bushaltestelle als auch die Straße, die zur Grundschule und dem Haus der Generationen führe. Zudem gebe es regelmäßigen Besucherverkehr beim Wohn- und Ferienhaus, das dort auch Parkplätze habe. „Das muss man jetzt schon mitdenken“, forderte Orth.

Neben diesen Anmerkungen sind für die Grünen auch die Folgekosten eines neuen Baugebiets ein wichtiger Punkt. Diese seien der Gemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Füße gefallen, etwa wenn der Bau einer neuen Kita nötig geworden sei, monierte der Ratsherr. Das sei auch mit Blick auf die Haushaltssicherung zu bedenken. „Wir bringen hier im beschaulichen Neerstedt eine beachtliche Siedlung auf den Weg“, das müsse gut überlegt werden. Deshalb könne sich die Fraktion vorstellen, das Konzept – wie von der FDP beantragt – zur Kenntnis zu nehmen, den B-Plan „Geveshauser Höhe“ jedoch zurückzustellen.

Es gibt bereits Bauinteressenten

Einzig die SPD zeigte sich dem Entwurf weiterhin ohne Bedenken positiv gegenüber. Es sei „sehr schlüssig“, unter anderem wegen der vorgesehenen Grünflächen, äußerte Rudi Zingler (SPD). „Ich denke, wir sollten das heute auf den Weg bringen.“

Dafür plädierte auch Bürgermeister Ralf Spille. Es gebe bereits Interessenten für Baugrundstücke und Wohnungen, berichtete er. „Der Druck ist definitiv da.“ Zudem sei das vorgelegte Konzept sicher weiterentwickelbar. Mit Blick auf die Anmerkungen zu nicht berücksichtigten Folgekosten richtete Spille sich an Orth: „Ich glaube nicht, dass wir blauäugig vorgegangen sind bei der Ausweisung von Baugebieten.“ Die Zufahrtsstraßen seien stets berücksichtigt worden, und Kitas würden erfahrungsgemäß erst einige Jahre nach Baubeginn ein Thema. Es sei wichtig, den Menschen – und vor allem auch den jungen Familien – Perspektiven in der Gemeinde offenzuhalten.

Einstimmig für den Vorschlag der FDP

Schlussendlich sprach sich der Gemeinderat einstimmig für den Antrag der FDP aus, das Entwicklungskonzept zur Kenntnis zu nehmen und zur weiteren Bearbeitung in den Arbeitskreis Wohnen zu geben. Bauamtsleiter Uwe Kläner regte an, das Planungsbüro in die Runde einzuladen und mit dessen Vertretern die Kritikpunkte zu besprechen.

Zum B-Plan „Geveshauser Höhe“ beantragten die Grünen eine Rückstellung, die jedoch mit 15 zu zwei Stimmen abgelehnt wurde. Die Ratsmitglieder schickten das Vorhaben anschließend mit 15 Ja- und zwei Nein-Stimmen in die erste öffentliche Auslegung.

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