Überraschungseffekt

„quintessence“ punktet in Dötlingen mit A-cappella-Gesang

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Das Publikum feierte Ralph Baumann, Jutta Birkigt, Johanna Engel, Lutz Kaminski und Daniel Berg (v.l.).

Dötlingen - Von Anja Rottmann. Ihr neues Programm „3D“ hat die Oldenburger A-cappella-Gruppe „quintessence“ am Sonnabend in der St.-Firminus-Kirche vorgestellt. Bariton Daniel Berg besitzt quasi um die Ecke ein Wochenendhaus; daher bot sich nach drei Jahren ein Wiedersehen und -hören in Dötlingen förmlich an.

Die Gruppe mit ihren fünf Stimmen hat einen individuellen Stil entwickelt; sie überzeugt sowohl im Zusammenklang als auch solistisch mit gesanglicher Brillanz. Unterschiedliche Musik-Genres wie Jazz, Klassik und Pop – ohne Verstärker und fast ohne Begleitung – gingen direkt in die Herzen der Zuhörer. Rhythmusinstrumente aus Holz kamen nur an einigen Stellen zur Untermalung zum Einsatz.

Der Funke springt sofort über

Gleich zu Beginn sprang der redensartliche Funke auf das Publikum über. Dem Duett „Cheek to Cheek“, schon von vielen berühmten Paarungen wie Fred Astaire und Ginger Rogers gesungen, hauchte „quintessence“ eine individuelle Note ein. Nicht nur gesanglich begeisterten die Musiker. Mit Gestik, Mimik und einer Prise Humor unterstrichen sie eindrucksvoll die Darbietungen. Johanna Engel (Sopran), Jutta Birkigt (Alt), Lutz Kaminski (Tenor), Ralph Baumann (Bass) sowie Daniel Berg (Bariton) lieferten den Beweis dafür, dass allein mit der Stimme vieles möglich ist. 

Als einer der Höhepunkte entpuppte sich der Manhattan-Transfer-Klassiker „Chanson d'amour“. Das bayrische Stück „Koa Hiatamadl“ begeisterte allein schon durch die Choreographie. Während des rund zweistündigen Konzerts sang „quintessence“ auch einen Schlager: Bei „Ja, für eine Fahrt ans Mittelmeer“ hielten sich die Künstler die Nasen zu und imitierten so einen näselnden Klang. Die Gruppe gibt pro Jahr zwölf bis 15 Konzerte, wobei zehn davon öffentlich sind. „Eine gute Akustik ist hier, in der Dötlinger Kirche, gegeben. Der unmittelbare Kontakt zum Publikum ist uns sehr wichtig. Dadurch bekommen wir sehr viel zurück“, meinte Daniel Berg. 

Unabhängigkeit von Technik ein Vorteil bei Ortswahl

Von Vorteil sei, „dass wir von der Technik unabhängig sind“, ergänzte Kaminski. Die Gruppe probt einmal wöchentlich; sie ist in der aktuellen Konstellation bereits seit sechs Jahren unterwegs und feiert 2019 ihr 20-jähriges Bestehen. Besonders liegt den Künstlern daran, dass alle fünf die Stücke mögen. „Die Auswahl ist enorm wichtig. Es bringt nichts, abgegriffene Versionen zu nehmen. Der Überraschungseffekt ist immer noch der beste Effekt“, urteilte Berg.

Die Kunst bestehe darin, den Stücken einen anderen Charakter zu geben und dabei das musikalisch Besondere hervorzuheben. Ungefähr die Hälfte der dargebotenen Songs hat Berg arrangiert.

Warum das Programm „3D“ heiße? „Viele Stücke sind in D-Dur geschrieben, und es ist unser drittes Programm“, erklärte Berg die Namensgebung schmunzelnd.

Brandender Applaus der Zuhörer deutete auf einen rundum gelungenen Konzertabend hin.

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