Ausschuss schickt B-Plan „Campingplatz Aschenbeck I“ in die nächste Verfahrensrunde

Politik will Lösung für illegale Bauten

Etwas abseits vom eigentlichen Campingplatz befindet sich die etwa 5 400 Quadratmeter große Fläche (Pfeil), die nun überplant werden soll. screenshot: googlemaps

Neerstedt - VON TANJA SCHNEIDER. Die widerrechtlich entstandenen Bauten auf dem Campingplatz Aschenbeck haben die Dötlinger Politik lange beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat ein Bauleitplanverfahren zum Abschluss gebracht, das für den Großteil der Gebäude eine nachträgliche Legalisierung ermöglicht. Voraussetzung ist, dass die Eigentümer einen Bauantrag beim Landkreis Oldenburg stellen. Abgehakt ist das Thema damit aber nicht. Denn noch während des Planverfahrens war plötzlich ein weiteres, etwas abseits gelegenes Areal des Campingplatzes „aufgetaucht“, auf der die Pächter der Parzellen ebenfalls munter und ohne Genehmigung gebaut haben.

Laut Flächennutzungsplan befindet sich auf den rund 5 400 Quadratmetern eine landwirtschaftliche Fläche. In Wirklichkeit stehen dort gut ein Dutzend feste Bauten, teilweise direkt am Gewässer mit Steganlage. Um diese vor einem möglichen Abriss zu bewahren, folgt nun eine weitere Bauleitplanung. Die Kosten trägt abermals der Eigentümer des Campingplatzes. Die Entwürfe für die Änderung des F-Planes sowie die Aufstellung des Bebauungsplanes „Campingplatz Aschenbeck I“ präsentierte Hannes Korte vom Büro Diekmann und Mosebach nun dem Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss.

Die Mehrheit der Mitglieder sprach von einer akzeptablen Lösung und empfahl den nächsten Verfahrensschritt, sprich die öffentliche Auslegung und Trägerbeteiligung. Gegenstimmen gab es von Ralf Metzing (SPD) und Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen). Sie kritisierten das Vorgehen. „Wenn wir jetzt Ja sagen, hat das Signalwirkung“, so Roggenthien. „Auch andere Einwohner haben attraktive Grundstücke, auf denen das Bauen derzeit nicht erlaubt ist.“ Diese könnten auf falsche Gedanken kommen. Gernot Kuhlmann (CDU) entgegnete, dass die Gebäude schon vor Jahrzehnten entstanden und geduldet worden seien. „Man hätte den Betreiber also viel eher darauf hinweisen müssen, dass sie illegal sind.“ Metzing konterte, „dass die Stellplätze wissentlich eingerichtet und verpachtet wurden“. Außerdem habe die Chance bestanden, das Areal schon zum Start des ersten Planverfahrens für das eigentliche Campingplatzgelände mit aufzuzeigen.

Auch wenn die Mehrheit der Dötlinger Politik beschließt, das Areal als Sonderfläche „Campingplatz- und Wochenendhausgebiet“ umzuwandeln und überbaubare Bereiche, die den jetzigen Parzellen entsprechen, auszuweisen, heißt das noch lange nicht, dass die Pläne auch genehmigt werden. Bauamtsleiter Uwe Kläner machte deutlich, dass die Kreisverwaltung das Vorhaben „sehr, sehr kritisch sieht“. Es sei kein Selbstläufer. Und selbst wenn der Landkreis zustimmt - „ein gültiger Bebauungsplan bedeutet nicht, dass dann auch die Gebäude legal sind“, ergänzte Planer Korte. Dies sei erst bei einem genehmigten Bauantrag der Fall. „Als Pächter einer solchen Parzelle würde ich tunlichst darauf achten, einen Antrag zu stellen“, betonte Kläner. „Der Landkreis wird sich den Bereich ganz genau anschauen.“

Laut den Entwürfen soll die maximale Parzellengröße - wie schon beim eigentlichen Campingplatz - bei 200 Quadratmetern liegen. Da von 100-Quadratmeter-Parzellen maximal 60 Prozent bebaut werden dürfen, beträgt die maximale überbaubare Fläche pro Pächter 120 Quadratmeter. Massive Gebäude sind nicht gestattet. Die Zuwegung in das Gebiet muss über eine Breite von fünf Metern verfügen, damit Rettungswagen durchkommen.

Die Erarbeitung eines Umweltberichtes samt Eingriffsbilanzierung steht noch aus. Dieser Auftrag soll aus Kostengründen erst erteilt werden, wenn die Politik dem Vorhaben zugestimmt hat. Der Gemeinderat tagt am Donnerstag, 14. März.

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