Pharo stellt „unglaubliche“ Möglichkeiten der Hypnose unter Beweis

Ob nun die Kilos purzeln?

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„Plöpp, plöpp, plöpp“ bekam ein hypnotisierter Kandidat auf Pharos Befehl nur noch heraus, als er seiner Freundin von der Bühne aus eine Liebeserklärung machen wollte.

Neerstedt - Von Anja Nosthoff. Wenn Theaterbesucher plötzlich ihre Namen vergessen, auf dem Bühnenboden „festkleben“ oder ihre bessere Hälfte nicht wiedererkennen – dann ist Pharo zu Gast. Gleich zweimal gab sich mit Martin Bolze einer der bekanntesten Hypnotiseure Deutschlands am Sonnabend auf der Neerstedter Bühne die Ehre. Neben witziger Unterhaltung widmete er sich den Themen Raucherentwöhnung und Abnehmen durch Hypnose.

Der Stimme des aus der TV-Sendung „Supertalent“ bekanntem Bolze wollten sich viele Fans hingeben – am Nachmittag diejenigen, die dem blauen Dunst abschwören wollten, im Abendpublikum fanden sich dann so einige Abnehmwillige. In der ersten Hälfte der Shows gab Pharo jedoch erst einmal einen unterhaltsamen Einblick, was sich mit Hypnose so alles anstellen lässt. Dabei legte er sein Augenmerk darauf, seine Freiwilligen merkwürdige Dinge tun und möglichst Unglaubliches wahr werden zu lassen. Denn wer lässt sich schon einreden, dass er durch Kopfhautmassage à la Do-it-yourself seinen Haarwuchs effektiv anregen kann? Pharo schaffte es, einen Kandidaten genau davon felsenfest zu überzeugen. Das Publikum staunte.

Zudem versetzte er zehn „Opfer“ in einen tiefenentspannten Schlaf und suggerierte ihnen mittels seiner Stimme spezielle Verhaltensweisen. Nach und nach weckte er die Hypnotisierten, um dem Publikum vorzuführen, wie diese die „Befehle“ umsetzen. So versuchte eine junge Frau, ihren Fuß zu heben, konnte ihn jedoch keinen Zentimeter bewegen. Einer anderen Kandidatin strich Pharo die Zahl drei aus dem Gedächtnis, sodass sie auf einfache Rechenaufgaben keine Antworten fand, schwierigere aber ohne Probleme lösen konnte. Eine Zahnarzthelferin war plötzlich davon überzeugt, eine Bäckerlehre zu absolvieren. Ein weiterer Kandidat wollte seiner Freundin eine Liebeserklärung machen, bekam jedoch nur noch „Plöpp, plöpp, plöpp“ heraus.

Während Pharo seine Arbeit erledigte, gab er den Zuschauern durchaus auch einige Hintergrundinfos an die Hand. Er machte darauf aufmerksam, dass die verschiedenen Charaktere die Hypnose unterschiedlich stark zulassen und die Befehle teilweise nicht ganz oder nicht so stark umsetzen. Zudem zeigte sich, dass die Wortwahl wichtig ist, um die Hypnotisierten zu erreichen – so bestand für einen Kandidaten ein himmelweiter Unterschied zwischen „Frau“ und „Freundin“. Nachdem dieser auf Pharos Befehl zu seiner Auserwählten zunächst nur „Plöpp, plöpp, plöpp“ sagen konnte, machte er ihr im Anschluss auf eine andere Art eine Liebeserklärung: Als Pharo die blonde Freundin für kurze Zeit aus dem Gedächtnis des Kandidaten verbannen und ihn seine Vorliebe für Schwarzhaarige entdecken lassen wollte, ließ sich der Hypnotisierte, den Pharo ansonsten als „perfektes Medium“ bezeichnete, nicht darauf ein. Es nützte nichts, dass Pharo befahl: „Wenn ich dich mit meinem Atem wecke, hast du sie vergessen und du glaubst, dass du solo bist.“ Als der Meister sein Medium anpustete und fragte, mit wem er heute hier sei, zeigte der Hypnotisierte wie aus der Pistole geschossen auf seine Auserwählte. „Das könnte bedeuten, dass wirklich was dahinter steckt“, analysierte Pharo seinen Misserfolg und den Sieg des Verliebten schmunzelnd.

Dem war der Stolz über seinen Triumph vom Gesicht abzulesen. Lachend beobachte er dann eine schlafende Kandidatin, die fleißig unentwegt ihre Haare streichelte. „Das schaffst du mit mir nicht“, erklärte er Pharo bestimmt – und saß natürlich kurz darauf neben ihr und vollführte begeistert die gleichen Streichelbewegungen auf seinem eigenen Kopf.

Ob die Freiwilligen, die mit dem Rauchen aufhören wollten, langfristig tatsächlich auf Zigaretten verzichten, oder bei denjenigen, die von einer Traumfigur träumen, wirklich die Pfunde purzeln, muss sich noch zeigen. Am Sonnabend verließ zumindest noch keiner mit weniger Kilos auf den Rippen den Theatersaal.

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