Anwohner übernehmen Regie für Straßenausbau in Dötlingen

Pflastern schweißt Nachbarschaft zusammen

Maren Henze und Frank-Ronald Rath mit dem ausgewählten Pflaster. - Foto: Petzold
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Maren Henze und Frank-Ronald Rath mit dem ausgewählten Pflaster.

Dötlingen - Ein Projekt, das die Nachbarschaft zusammenschweißt und gleichzeitig Kosten spart, geht in in Dötlingen in die heiße Phase. Es zeigt die Vorteile bürgerlichen Engagements.

Die Straßen Mühlenweg, Am Fuhrenkamp und Badbergsweg sind Schotterpisten mit einer Gesamtlänge von 1 300 Metern. Etliche davon sind mit Schlaglöchern übersät, ist es trocken, staubt es. Bislang hat die Gemeinde Dötlingen die Wege einmal im Jahr mit recyceltem Bauschutt saniert. Doch das soll sich bald ändern. Schon in wenigen Tagen beginnt eine Baufirma damit, die Straßen zu pflastern. Die EWE verlegt bereits Gasleitungen und Leerrohre für einen etwaigen Internetausbau.

Der Weg dahin war ungewöhnlich. Schon vor Rund 15 Jahren hatte die Gemeinde geplant, die Straßen zu sanieren. Doch damals waren die Anwohner dagegen. Sie hätten 90 Prozent der Gesamtkosten tragen müssen. Ihr individueller Anteil hätte sich nach der Grundstücksgröße gerichtet.

Vor zwei Jahren kam die Idee wieder auf. Mittlerweile waren alle Grundstücke erschlossen, die Nachbarschaft war gewachsen. Zwei Anwohner von jeder Straße fügten sich zu eine Planungsgruppe zusammen. „Es trafen sich zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute“, berichtet Frank-Ronald Rath, einer der Initiatoren. „Wir wollten, dass der Staub aufhört.“ Die Gruppe plante das Vorhaben so, dass die Kosten für jeden Anlieger nicht mehr als 3000 Euro betragen. Fast 150.000 Euro sind eingeplant, die Materialkosten übernimmt die Gemeinde. Rath glaubt, dass nicht alles benötigt wird. Um sich zu beteiligen, hätten manche Familien sogar auf Urlaub oder ein zweites Auto verzichtet, berichtet Mit-Planerin Maren Henze.

Fast alle 48 Grundstückseigner beteiligt

So waren fast alle der 48 Grundstückseigner dabei. Die Planungsgruppe war von Tür zu Tür gegangen, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Das sei zeitaufwendig gewesen, habe sich aber gelohnt. „Wir hatten guten Zuspruch, das Projekt hat die Nachbarschaft zusammengeschweißt“, meint Rath. „Man unterstützt sich jetzt mehr.“ Der Kontakt sei enger geworden, die Bekanntschaften intensiver. In Raths Auffahrt wurden Pflastermuster ausgelegt, damit die Anlieger darüber abstimmen können. Ähnlich läuft es auch bei der Beleuchtung. Die Gruppe trifft eine Vorauswahl, die Anwohner entscheiden.

Um die Kosten niedrig zu halten, wurde für die Planung Know-How aus dem ganzen Quartier eingesetzt. „Hätte die Gemeinde das gemacht, wäre es drei- bis viermal so teuer geworden“, glaubt Rath. Dennoch sei die Abstimmung mit der Kommune eng gewesen. Sie übernimmt auch die Gewährleistung für die Straßen.

Rath und Henze sind sehr zufrieden: Der Staub sei bald weg, und außerdem steige der Grundstückswert. 

pp

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