„Pfeffermühle“ bringt Licht ins geheimdienstliche Dunkel

Leipziger Kabarett kommt mit „Agenda 007“ ins Neerstedter Theater

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Franziska Schneider sowie Michael Rousavy, Matthias Avemarg, Marcus Ludwig und David Hobeck (v.l.) von der „Leipziger Pfeffermühle“ präsentieren Politsatire in der Gemeinde Dötlingen. 

Neerstedt - Im Theater „Neerstedter Bühne“ wartet Anfang Februar ausnahmsweise mal ein plattdeutschfreies Wochenende auf die Besucher: Neben einem Konzert mit Martin von Maydell am 4. Februar steht Politsatire mit der „Leipziger Pfeffermühle“ auf dem Programm. Erstmals konnte der Theaterverein das renommierte Kabarett für ein Gastspiel in der Gemeinde Dötlingen gewinnen. Ab 20 Uhr zeigen die Sachsen am Sonnabend, 3. Februar, die „Agenda 007“.

Franziska Schneider, Matthias Avemarg und Michael Rousavy verdeutlichen an dem Abend, dass „der feuchte Traum der Stasi gesamtdeutsche Wirklichkeit ist“. Schließlich gebe es kein öffentliches WC ohne Kamera und keinen privaten PC ohne Staatstrojaner. „Das Handy hört mit, das Auto sendet die Position, und der Fernseher schaut uns ins Schlafzimmer“, heißt es in der Ankündigung für das Stück, das im vergangenen April Premiere feierte und aktuelle Themen wie die Integration von Flüchtlingen und den Wutbürger aufgreift. 

Mit spitzer Zunge macht die „Agenda 007“ auch auf Verfehlungen im Privatleben aufmerksam. Schließlich liest manch einer heimlich die E-Mails des Partners, ortet die Handys der Kinder und checkt per WhatsApp, ob diese unter der Bettdecke noch online sind. Die Darsteller bringen mit „beißendem Spott, ansteckender Musikalität und einer Prise Investigativität endlich Licht ins geheimdienstliche Dunkel“, verspricht die „Leipziger Pfeffermühle“ und garantiert „einen nachhaltigen Lachmuskelkater bei gleichzeitigem Erkenntnisgewinn“.

„Scharfer Pfeffer in das politische Zeitgeschehen“

Die 1981 in Thüringen geborene Schneider wollte schon immer auf die Bühne und landete 2001 an der Dresdner Hochschule für Musik. Nach Zwischenstationen beim Dresdner Kammerchor und den Landesbühnen Sachsen kam sie 2008 zur „Leipziger Pfeffermühle“. Seit Herbst 2006 ist Schneider Diplomsängerin. 2007 schaffte sie es beim Bundeswettbewerb Gesang (Chanson) ins Finale.

Der zehn Jahre ältere Avemarg ist seit seiner Schauspielausbildung in Berlin auf den deutschen Bühnen unterwegs. Seit 1994 war er im „zodiac theater“ in Berlin, im Mecklenburgischen Landestheater Parchim sowie auf den Landesbühnen Sachsen und Hannover zu sehen, ehe es ihn in die „Mühle“ zog.

Dort streut seit April 2017 auch Rousavy „scharfen Pfeffer in das politische Zeitgeschehen“. Der 1966 in Potsdam geborene Schauspieler stand bereits auf zahlreichen Theater-, aber auch Opernbühnen. Er überzeugte mit Soloprogrammen im Neuen Schauspiel Leipzig und hatte kleinere Auftritte in Film und Fernsehen sowie Sprechrollen in Hörspielen.

Kartenreservierungen noch möglich

Bei dem Gastspiel in Neerstedt wird das Trio von den Musikern Marcus Ludwig und David Hobeck unterstützt. Die Texte stammen von Stefan Klucke, Thilo Seibel, Erik Lehmann und Heinz Klever, die mit der „Agenda 007“ wieder an scharfzüngige Programme anknüpfen. Die „Leipziger Pfeffermühle“ gehört zu den ältesten Kabaretts der deutschen Kleinkunstszene. „Bis zum unrühmlichen Ende der DDR befand sich das Ensemble auf einer ständigen Gratwanderung zwischen eigenem Anspruch und demütigender Zensur“, beschreiben die Verantwortlichen die damalige Situation. 

Die Satire habe sich hinter doppelbödigen Pointen oder zwischen den Zeilen verstecken müssen. Seit dem Mauerfall ist dies passé. Deftiger Witz, bissige Pointen und rührende Gesangnummern sind an der Tagesordnung. Neben eigenen Stücken gibt es Gastspiele bekannter Gruppen und Solisten aus ganz Deutschland.

Wer mit der Spitzeltruppe die „Agenda 007“ erleben will, kann noch Karten zum Preis von 20 Euro im Theater reservieren – unter der Telefonnummer 04432/1604, per E-Mail an info@neerstedter-buehne.de oder online. - ts

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