Pastorin stellt Pläne zur Umgestaltung der Fläche im Herzen Dötlingens vor

Auf dem alten Friedhof soll bald Leben herrschen

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Pastorin Susanne Schymanitz (Zweite v.l.) erläuterte Gernot Kuhlmann (l.), Willi Niehoff, Beate Wilke und Anke Spille (v.r) von der CDU-Fraktion die Pläne für die Umgestaltung des alten Friedhofes in Dötlingen.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Sie ist etwas verwunschen mit Ecken, Winkeln, altem Bewuchs und ein paar Grabsteinen. Ab und an hoppelt ein Hase vorüber, ein Einwohner führt seinen Hund Gassi. Ansonsten verirrt sich kaum jemand auf die Fläche des alten Friedhofes – und das, obwohl sie sich mitten im Herzen Dötlingens befindet. Um einfach nur brach zu liegen, ist das Areal zu schade, findet die evangelische Kirchengemeinde, die nun ein Konzept für die Umgestaltung entwickelt hat. Rund 50000 Euro würde die Realisierung der Pläne kosten.

„Alleine können wir das Vorhaben natürlich nicht stemmen“, sagt Pastorin Susanne Schymanitz. Die Kirchengemeinde hofft deshalb nicht nur auf Spenden, sondern auch auf einen Zuschuss der Gemeinde Dötlingen. Ein Antrag ist bereits gestellt. Gestern informierte sich die CDU-Fraktion, was im Detail auf dem alten Friedhof geplant ist. Zur anschaulichen Erläuterung hatte Schymanitz eine Skizze dabei, die der Dötlinger Gartenplaner Dirk Orth entworfen hat. „Seine Idee ist es, den Weg des Lebens darzustellen“, so die Pastorin. Im Gemeindekirchenrat, der sich schon lange mit der Umgestaltung befasst, sei dieser Vorschlag auf breite Zustimmung gestoßen.

Laut den Plänen sollen sich zwei geklinkerte Wege durch den Park schlängeln und in der Mitte kreuzen – der eine von der Bushaltestelle aus bis zum Butzenberg, der andere vom Kunsthaus aus, wo ein neuer barrierefreier Zugang und ein Parkplatz entstehen sollen, quer über die Fläche. Hinzu kommen Zwischenwege und unbefestigte Pfade. An die beiden Hauptwege sollen „Meilensteine“ kommen, sprich Tafeln, auf denen nicht nur über den alten Friedhof informiert wird, sondern auch über unterschiedliche Stationen des Lebens. „Von der Taufe über die Konfirmation und Eheschließung bis hin zum Tod“, sagte Schymanitz. „Zudem sollen Bäume gesetzt werden, die den Jahreszyklus widerspiegeln.“

Bereits im Frühjahr 2014 stand eine große Durchforstungs-Aktion an, eine zweite soll wahrscheinlich im Herbst folgen. Dennoch wird der bestehende Bestand weitestgehend erhalten bleiben. Ebenso wie die knapp zehn Gräber, die auf dem Areal noch zu finden sind. „Zwei große Grabstellen werden derzeit noch gepflegt, bei anderen sind nur die Steine erhalten“, berichtete die Pastoren.

Der Friedhof ist längst entwidmet. Der neue wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eingerichtet, danach gab es auf dem alten Areal nur noch Bestattungen in den Familiengräbern. Immer mal wieder keimten Umgestaltungs-Ideen auf, die jetzige soll endlich realisiert werden. „Die Fläche ist einfach zu schön und zu zentral, um sie nur als Abkürzung oder Hundeklo zu nutzen“, so Schymanitz. „Wir wollen sie mit Leben füllen. Kinder sollen hier spielen, Familien picknicken können.“ Auch Veranstaltungen wie Gottesdienste im Freien oder Konzerte seien denkbar. „Natürlich dem Ort angemessen.“

Im Zuge der Wegearbeiten ist zudem die Verlegung von Leitungen vorgesehen. „Damit später eine Beleuchtung möglich ist“, erläuterte Schymanitz. Ferner sollen Ruhezonen mit Bänken entstehen. Ein zweiter barrierefreier Zugang soll über den Butzenberg eingerichtet werden. Am Dorfring zwischen Kunsthaus und Bushaltestelle sollen Sichtachsen für eine optische Öffnung des Areals sorgen und Einwohner sowie Besucher neugierig machen. „Bislang sieht man im Vorbeifahren oder -gehen nur eine geschlossene Pflanzenwand“, meinte Schymanitz laut der eine Realisierung für 2016 angedacht ist – finanzielle Mittel vorausgesetzt.

Die CDU-Mitglieder standen dem Vorhaben gestern jedenfalls positiv gegenüber. „Eine brache Fläche mitten im Ort, so schön sie auch gepflegt sein mag, sollte man aufwerten“, sagte der Fraktionsvorsitzende Willi Niehoff. Die Kosten bezeichnete er als „im Rahmen“. „Wenn die Haushaltslage es zulässt, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich jemand querstellt.“

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