Die Parteien in der Gemeinde Dötlingen stecken schon mitten in den Vorbereitungen für die Kommunalwahl

Kandidatensuche läuft auf Hochtouren

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Hoffen bei der Kommunalwahl am 11. September auf viele Stimmen für ihre Partei: die Fraktionsvorsitzenden Willi Niehoff (CDU), Rudi Zingler (SPD), Gabriele Roggenthien (Grüne) und Claus Plate (FDP).

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Die Einwohner der Gemeinde Dötlingen wählen am 11. September einen neuen Rat, der ihre Interessen vertreten soll. Das ist zwar noch rund acht Monate hin. Bei den derzeit vier Parteien im Gremium laufen die Vorbereitungen aber bereits auf Hochtouren. Im Fokus steht neben der Erarbeitung des Wahlprogramms vor allem die Kandidatensuche.

„Wir sind mitten im Geschäft“, bestätigt der CDU-Fraktionsvorsitzende Willi Niehoff auf Nachfrage. Die Christdemokraten sind momentan mit sieben Mitgliedern im Rat vertreten. Wer von diesen auch für die kommende Periode zur Verfügung steht, habe die Partei schon ausgelotet. „Zudem haben wir bereits neue potenzielle Kandidaten angesprochen. Feste Zusagen gibt es noch nicht, aber Interesse“, so Niehoff.

Intensiv werde zudem am neuen Wahlprogramm gearbeitet, das auf dem alten basiert. „Schließlich hat sich an unserer Gesamtausrichtung nichts geändert“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Punkte wie die Bürgerbeteiligung, die Schaffung von Gewerbeflächen sowie eine generationsgerechte Finanzpolitik gehörten nach wie vor zu den Schwerpunkten. Allerdings müsse das Programm aktualisiert und um Themen, die bei der Kommunalwahl 2011 noch gar nicht zur Debatte standen, ergänzt werden. „Ein Beispiel ist die Flüchtlingspolitik“, erläutert Niehoff. Eine vier- bis fünfköpfige Kommission werde sich dieser Aufgabe annehmen und das neue Programm dann Fraktion und Vorstand präsentieren. „Anschließend muss die Mitgliederversammlung entscheiden, ob nachjustiert werden muss“, so Niehoff.

Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall beim Internetauftritt der Partei. „Mit dem sind wir nicht zufrieden“, gesteht der Vorsitzende. Zudem gebe es Überlegungen auf neue Kommunikationspfade wie Facebook zuzugreifen, um auch junge Menschen zu erreichen.

Auch bei den Online-Auftritten der anderen Parteien gibt es – diplomatisch ausgedrückt – noch Luft nach oben. „Derzeit katastrophal“, gibt die Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Gabriele Roggenthien, zu. Dies ist aber nicht das einzige Problem der Partei, die 2011 nach langer Pause wieder Kandidaten zur Wahl gestellt hatte und sich direkt drei Plätze im Gemeinderat sichern konnte. An diesen Erfolg anzuknüpfen, sei eine Herausforderung. „Aber ich bin zuversichtlich, dass es gelingen kann, wenn wir entsprechende Kandidaten haben“, sagt Roggenthien. Daran hapert es momentan aber noch. „Engagierte oder auch junge Menschen zu finden, die zudem noch die Zeit haben, diese Aufgabe zu übernehmen, ist nicht einfach“, informiert die Vossbergerin, die selbst noch nicht weiß, ob sie erneut antreten wird. Wie sie weiter berichtet, wird zudem Sarah Orth nicht wieder kandidieren. „Wir müssen also aktiv suchen, vielleicht zu Veranstaltungen einladen“, so die Grüne.

Schwerpunkte für die neue Ratsperiode festzulegen, falle da schon leichter. „Nach wie vor sind uns unter anderem die Bürgernähe sowie der Natur- und Landschaftsschutz wichtig“, meint Roggenthien. Ihr persönlich liege ebenso viel an dem Vorantreiben des sozialen Wohnungsbaus. „Auch in Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsssituation“, sagt sie.

Dieses Thema gehört auch zu den Schwerpunkten der SPD. „Ebenso wie beispielsweise die Ausweisung neuer Baugebiete in der Gemeinde und eines Gewerbegebietes“, teilt der Fraktionsvorsitzende Rudi Zingler mit. Bislang haben die Sozialdemokraten, die mit fünf Mitgliedern im Rat vertreten sind, das neue Programm nur grob aufgestellt. „Die Feinabstimmung fehlt noch“, sagt Zingler.

Gut laufe die Kandidatensuche. Das Gros der Fraktion wolle weitermachen. Zu den „alten Hasen“ würden sich zudem neue Gesichter gesellen. „Wir sind fündig geworden. Allerdings fehlen uns noch weibliche Bewerber“, meint der Dötlinger, der sich ebenfalls wieder zur Wahl stellen möchte.

Im Wahlkampf möchte die SPD auf den persönlichen Kontakt setzen. „Wir planen Hausbesuche, um mit den Einwohnern ins Gespräch zu kommen. Wir wollen uns den Fragen der Bürger stellen und sie motivieren, am 11. September ihre Stimme abzugeben“, informiert Zingler. 2011 hatte es eine Wahlbeteiligung von 57,06 Prozent gegeben. Die SPD kam auf 29,3 Prozent, die CDU auf 39,11 Prozent, die Grünen auf 15,28 Prozent und die FDP auf 16,29 Prozent. Zugunsten der Grünen, die erstmals wieder dabei waren, hatten alle anderen Parteien Federn lassen müssen. Die Liberalen waren damals mit minus 8,5 Prozent der große Verlierer. Nun möchte die FDP an bessere Zeiten anknüpfen, wie der Fraktionsvorsitzende Claus Plate mitteilt. Nach derzeitigem Stand wollen alle drei Ratsmitglieder weitermachen. Gleichzeitig läuft natürlich die Suche nach weiteren Kandidaten. „Momentan aber eher schleppend. Interessierte können sich gerne melden“, so Plate.

Wie die Liberalen genau den Wahlkampf gestalten möchte – darüber machen sich die Verantwortlichen derzeit ebenso Gedanken wie über ihr Programm. Wie bei den anderen Parteien auch dienen die vor der Kommunalwahl 2011 formulierten Ziele als Grundlage. „Nach wie vor wollen wir uns für die Entwicklung des ländlichen Raumes stark machen“, sagt Plate. Die Sicherung der Schulstandorte gehöre genauso dazu wie die Ausweisung von Gewerbeflächen, um Unternehmen und damit Arbeitsplätze in die Gemeinde zu holen sowie zu halten. Hinzu kommen neue Themen. „Wir müssen uns zum Beispiel überlegen, wie wir weiter mit der Flüchtlingssituation umgehen“, erklärt Plate.

Auf alle Parteien in der Gemeinde kommt noch viel Arbeit zu. Sie werden in den kommenden Wochen an den Details für ihre Programme feilen, sich um weitere Kandidaten bemühen und schließlich auf Stimmenfang gehen.

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