Schleppgespann, Mikadofliegen und Co.

Wenn die Modellflieger „Fahrstunden“ geben

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Die Modellflieger Dötlingen freuen sich auf ihren Tag der offenen Tür.

Neerstedt - Von Lea Oetjen. Jubelnde Fans, laute Motoren und spektakuläre Manöver: Szenen, die sonst eher aus der Formel 1 bekannt sein dürften, spielen sich vom 23. bis 24. Juni beim Tag der offenen Tür des Modellflugclubs Dötlingen auf dem Flugplatz Birkenbusch in Neerstedt ab – zumindest wenn es nach den Veranstaltern geht.

„Um das Wochenende unvergesslich zu machen, haben wir uns einige tolle Highlights überlegt“, erklärte Vorsitzender Thomas Plate. Neben dem Camping auf dem Flugplatz, das inzwischen zur Tradition beim Tag der offenen Tür geworden ist, steht unter anderem auch der Start eines Segel-Schleppgespanns auf dem Programm.

Die Generalprobe am Montag ist geglückt. Hergen Brinkmann, Pilot des Schleppmodells, zeigte sich durchaus zufrieden. Er fliegt eine „Wilga PZL 35“, die 25 Kilogramm auf die Waage bringt und die er ausschließlich mit einem großen Anhänger transportieren kann. „Eigentlich komme ich aus Goldenstedt. Im Moment ist da allerdings bis zum 15. Juli Flugverbot“, bedauerte er. Der Eintritt in den Modellflugclub Dötlingen stehe aber fest auf seiner Liste.

Brinkmanns „Wilga“ brachte das Hochleistungs-Segelflugzeug von Hannes Paus, eine Schleicher ASW 27, gekonnt in einen Aufwind, sodass Paus ohne Motorhilfe weiter steigen konnte. Der 18-jährige Ganderkeseer fliegt bereits seit mehr als zwölf Jahren. Auf das Hobby aufmerksam geworden ist er durch seinen Vater, der ebenfalls im Modellflugclub Dötlingen aktiv ist. „Es macht total Spaß. Das Vereinsgefühl und auch das Miteinander ist klasse“, erzählte Paus. Es sei allerdings schade, dass so wenig junge Leute Interesse am Modellfliegen haben. „Jeder ist bei uns willkommen“, wirbt er.

Diese Meinung teilen auch Jugendwart Hajo Wahlen, Pressewart Jens Gutsche und Kassenwart Norbert Schmidt. Um den Nachwuchs noch gezielter anzusprechen, hat sich der Club für den Tag der offenen Tür eine Art „Fahrstunde“ fürs Modellfliegen einfallen lassen. „Wir bieten das Schüler-Lehrer-Prinzip an. Da können Interessierte erste Flugerfahrungen sammeln, während ein Routinier im Notfall mit einer eigenen Fernsteuerung eingreifen kann – wie in der Fahrstunde“, erklärte Wahlen. Außerdem wird eine Flugsimulation angeboten – im Prinzip dasselbe wie beim Schüler-Lehrer-Prinzip nur auf einer Leinwand. „Dann ist der Absturz auch nicht so teuer“, sagten Wahlen und Schmidt scherzhaft.

30 Piloten mit mehr als 50 Maschinen

Speedmodelle werden am 23. und 24. Juni jedoch nicht nur auf der Leinwand in die Luft steigen. „Die 300 Kilometer pro Stunde schnellen Maschinen sind Teil unseres Programms“, erklärte Gutsche. Auch Groß- und Elektromodelle sollen die Zuschauer vor Ort begeistern. Laut dem Pressewart werden rund 30 Piloten mit mehr als 50 verschiedenen Maschinen auf dem Flugplatz Birkenbusch zu Gast sein. „Vermutlich aber kaum Interessierte aus Brettorf und Neerstedt. Sie kennen uns meist gar nicht. Sie hören uns immer nur“, wusste Gutsche.

Neben allem, was das Herz von Modellflug-Freunden begehrt, gibt es zum Klönen auch Kaffee und Kuchen. Zudem soll am Samstagabend mit allen Gästen gegrillt werden. „Auch wenn ich es nicht gut heißen kann, ist dafür auch nur ein kleiner Aufpreis nötig“, meinte Kassenwart Schmidt im Hinblick auf die Vereinsfinanzen.

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