Unternehmen feiert 25-jähriges Bestehen / Margrit Haselei gründet Stiftung

Norle stellt Weichen für die Zukunft

Freuen sich auf das 25-jährige Bestehen der Norle: Gründerin und Geschäftsführerin Margrit Haselei (l.) sowie Marita Tzschoppe, Assistenz der Geschäftsführung und Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit.
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Freuen sich auf das 25-jährige Bestehen der Norle: Gründerin und Geschäftsführerin Margrit Haselei (l.) sowie Marita Tzschoppe, Assistenz der Geschäftsführung und Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit.

Dötlingen – Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes Leben und eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, war, ist und bleibt Margrit Haselei eine Herzensangelegenheit. Im Oktober 1995 gründete sie deshalb die gemeinnützige Norle GmbH und startete mit einer Pflegefachkraft sowie einem Zivildienstleistenden einen Familienentlastenden Dienst (FeD) in Neerstedt. Das Unternehmen, das seit 2006 aus einer pädagogischen sowie einer pflegerischen Gesellschaft besteht, wuchs schnell. Inzwischen betreuen gut 200 Mitarbeiter etwa 600 Personen in den Landkreisen Oldenburg, Ammerland, Cloppenburg, Vechta, Diepholz und Wesermarsch sowie in den Städten Delmenhorst und Oldenburg – immer nach dem Motto: individuelle Hilfen für individuelle Menschen.

Im Oktober übernimmt ein Führungs-Trio

Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen des Unternehmens, das am 2. Oktober im Dötlinger Lopshof in kleiner Runde gefeiert wird, kündigt Haselei Veränderungen an. Anlässlich ihres 60. Geburtstages sei die heute 63-Jährige ins Grübeln geraten, ob sie tatsächlich – wie ursprünglich gedacht – bis zum Alter von 70 weiterarbeiten möchte. Zudem machte sie sich Gedanken, was nach ihrem Tod mit der Norle, deren Name übrigens für normales Leben steht, passieren soll. „Ich habe schließlich keine Kinder“, sagt sie. Antworten hat sie längst gefunden – und auch Lösungen.

Zum 1. Oktober wird Haselei die Geschäftsführung an ein Trio aus eigenem Hause übergeben. Bianca Grafe, die seit knapp 24 Jahren dabei ist und viele der Wohnformen mit aufgebaut hat, übernimmt die pädagogische Norle. Die bisherige Pflegedienstleiterin Melanie Uhl wird Geschäftsführerin der Norle FeD, also der pflegerischen Gesellschaft, und Bianca Mutke, seit rund 17 Jahren im Unternehmen tätig, ist künftig gesellschaftsübergreifend für den kaufmännischen Bereich zuständig. „Wir sind in den Jahren sehr gewachsen, da ist es nur sinnvoll, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen“, meint Haselei, die das Trio rund zwei Jahre lang auf die neuen Aufgaben vorbereitet hat und ihre Nachfolgerinnen am 2. Oktober offiziell vorstellen möchte.

Präsentieren will Haselei an diesem Tag auch die neue Norle-Stiftung. Sie ist das Ergebnis ihrer Überlegungen, was nach ihrem Tod mit der Norle geschieht. Die Stiftung soll laut Satzung eine Fortsetzung der inhaltlichen Arbeit sowie den Erhalt der Arbeitsplätze der Gesellschaften gewährleisten. Ziel ist darüber hinaus die Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Beeinträchtigungen jeden Alters. „Dabei sind insbesondere die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen im Bereich Wohnen, Pflege, Arbeit und Freizeit zu berücksichtigen“, heißt es in der Satzung.

Haselei übernimmt den Vorsitz der Stiftung und wird dieser neben einer privaten Immobilie auch ihre Gesellschaftsanteile an den beiden Firmen übertragen. Im Falle der pädagogischen Norle sind es 100 Prozent, vom FeD fließen 49 Prozent an die neue Stiftung. 51 Prozent der pflegerischen Norle hält der Lopshof-Verein. „Zustiftungen sind übrigens möglich“, betont die 63-Jährige.

Haselei möchte der Norle auch weiterhin beratend zur Verfügung stehen. Zudem bleibt sie geschäftsführende Gesellschafterin des Dorfparks Falkenburg, in dem im Jahr 2015 Wohngemeinschaften entstanden sind. Geschäftsstelle der Norle ist seit 2007 der Dötlinger Lopshof, wo der Familienentlastende Dienst ansässig ist und wo von 2007 bis 2015 auch ein Café mit beeinträchtigten Mitarbeitern durch den Lopshof-Verein, gegründet von Norle-Angestellten, betrieben wurde. Dessen Schließung aus wirtschaftlichen Gründen zählt Haselei zu den Rückschlägen in der Geschichte des Unternehmens.

Was die Zukunft der Norle angeht, ist die 63-Jährige optimistisch. Schließlich hätten die Gesellschaften auch die Coronazeit bislang gut überstanden. „Der Schutzschirm hat uns aufgefangen, wir brauchten auch keine Kurzarbeit zu beantragen“, ist sie froh. Marita Tzschoppe, Assistentin der Geschäftsführung und Vorsitzende des Lopshof-Vereins, lobt in diesem Zusammenhang auch die Kriseninterventionsgruppe, die vorbildlich agiere. Ohnehin seien die Arbeit und das Betriebsklima bei der Norle super. „Es ist ein gutes Miteinander in allen Bereichen“, so Tzschoppe. Für Haselei ist dies mit ein Grund für den Erfolg des Unternehmens. „Wir sind gemeinsam gewachsen“, sagt sie. Die Mitarbeiter seien stets angehalten, Ideen einzubringen und hätten dies auch getan. Auf diesem Weg sei unter anderem eine Demenz-WG entstanden.

Um sich bei allen zu bedanken, war für den 2. Oktober ursprünglich eine große Feier geplant. „Die fällt wegen der Corona-Pandemie leider flach“, bedauert Haselei. Stattdessen gibt es nun einen Festakt mit geladenen Gästen, darunter Mitarbeitern der ersten Stunde – „und ein paar Überraschungen“, kündigt Tzschoppe an. Die große Mitarbeiter-Party werde im kommenden Jahr nachgeholt.

Von Tanja Schneider

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