Die NORLE hat sich der Inklusion verschrieben und feiert nun 20. Geburtstag

Für ein Leben mitten in der Gesellschaft

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Vom Künstler August Kaufhold erbaut, inspirierte der Lopshof, Firmensitz der NORLE, auch Ingrid Gogolin zu einem Aquarell.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. 1995, als das Thema „Inklusion“ noch nicht in aller Munde war, hatte Margrit Haselei bereits eine Vision: Sie wollte Menschen mit Beeinträchtigungen ein Leben mitten in der Gesellschaft ermöglichen und gründete deshalb die gemeinnützige NORLE („NORmales LEben“) mit einem Familien entlastenden Dienst (FeD) in der „Alten Molkerei“ in Neerstedt. Daraus hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein umfangreiches Hilfesystem zum selbst bestimmten Arbeiten, zur Freizeitgestaltung und zum Wohnen entwickelt – und das in fünf Landkreisen sowie den Städten Oldenburg und Delmenhorst.

Unter dem Motto „Mitfeiern, mitmachen, mitfreuen“ möchte das Unternehmen, das sich inzwischen in die NORLE gGmbH mit pädagogischen Schwerpunkten sowie die NORLE FeD gGmbH mit pflegerischem Fokus sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen gliedert, seinen runden Geburtstag begehen. Geplant sind über das Jahr verteilt mehrere Vorträge und Aktionen – allein sieben im Dötlinger Lopshof, der seit 2007 Firmensitz ist.

Das 1912 vom Maler August Kaufhold gebaute und nach einem Brand 1925 wieder errichtete Gebäude hat der Lopshof-Verein für integrative Lebensart vor ziemlich genau zehn Jahren erworben. Nach umfangreichen Umbauten und Renovierungsarbeiten eröffneten dort 2007 nicht nur das Café und Restaurant, in dem Menschen mit Behinderungen arbeiten. Auch der FeD der NORLE, die den Lopshof betreibt, sowie eine Wohngemeinschaft zogen in die Räume. Haselei kam damit ihrem Traum von einer Gesellschaft, in der Inklusion gelebt wird und Beeinträchtigungen keine Rolle spielen, einen großen Schritt näher. Durch Angebote des Lopshof-Vereins wie das Feierabendcafé, Veranstaltungen wie den Kindertag oder Konzerte und die Gestaltung eines Sinnes- und Erlebnisgartens hat sich das Gelände am Heideweg mittlerweile zu einem Ort der Begegnung entwickelt, an dem Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam arbeiten und ihre Freizeit verbringen.

Neben dem Lopshof sind in den zwei Jahrzehnten auch Wohn-, Pflege- und Freizeitangebote in Großenkneten, Delmenhorst, Vechta, Friedrichsfehn, Wildeshausen und an weiteren Standorten hinzugekommen. Die NORLE zählt mittlerweile 180 Mitarbeiter, die rund 600 Menschen betreuen. Dabei hatte Haselei 1995 in Neerstedt mit nur einer Pflegefachkraft und einem Zivildienstleistenden begonnen.

Die Geschichte der NORLE soll während des Festjahr-Programmes aber nicht im Mittelpunkt stehen. Vielmehr bietet das Unternehmen informative Einblicke und Unterhaltung. Nach der Kohlparty für alle Mitarbeiter der NORLE am Sonnabend startet am Mittwoch, 28. Januar, der Veranstaltungs-Reigen für alle Interessierten. Ab 19.30 Uhr informieren Pflegedienstleiterin Andrea Verstappen und ihre Stellvertreterin Melanie Wanscheid im Lopshof über Aktuelles zum Pflegestärkungsgesetz. Dieses soll durch Leistungsverbesserungen die Pflege zu Hause stärken. Anmeldungen für den Vortrag sind unter Telefon 04433/968200 möglich.

Ebenfalls im Dötlinger Lopshof gibt es am 14. März (19 Uhr) einen Erfahrungsbericht von Ellen Ostermann, die durch ihr Engagement für ihr Kind und ihr Eintreten gegen die gesellschaftliche Tabuisierung von Behinderten auf eine ganz persönliche Lebensspur geführt wurde. Zudem sind für den 28. Juni eine Ausstellung mit Werken von Kunden und Mitarbeitern sowie für den 8. August ein Konzert geplant. Ein Vortrag zum Thema „Sexualität und Behinderung“ mit der Eröffnung einer Partnerbörse ist für Oktober vorgesehen, und im November steht der Vortrag „Die gesetzliche Erbfolge behinderter Menschen oder die missglückten Testamente“ an, ehe der Weihnachtsmarkt im Dezember das Programm auf dem Lopshof abrundet.

Ferner möchte die NORLE im Februar beim Faschingsumzug in Ganderkesee und im Oktober am Oldenburger Kramermarkts-Umzug teilnehmen. Im Begegnungsraum in Wildeshausen gibt es am 18. April eine Erste-Hilfe-Unterweisung, in Delmenhorst am 9. Mai den Vortrag „Das persönliche Budget“, im Wohnheim in Großenkneten am 5. Juli einen bunten Nachmittag und in Vechta am 19. September einen Vortrag zur Eingliederungshilfe.

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