2 512 Zentimeter über dem Meeresspiegel

Die nördlichste Berghütte Deutschlands steht in Ostrittrum

Die Poggenpohlhütte in Ostrittrum.
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Knappe 25 Meter über den Meeresspiegel steht die Poggenpohlhütte in Ostrittrum.

Schneebedeckte Gipfel und raue Berglandschaften: Jenseits der 2 500 Höhenmeter haben sie schon so manchen Bergsteiger so sehr ausgelaugt, dass ihn nur der Gedanke an die so sehnlichst erhoffte Berghütte weitergehen ließ. Hier im Norden, weit weg von den alpinen Gefahren und gut versteckt zwischen den Kiefernwäldern der Wildeshauser Geest, findet sich aber auch eine solche.

Ostrittrum – In Ostrittrum steht die Poggenpohlhütte, die nördlichste Berghütte Deutschlands – auf einer Höhe von stolzen 2 512 Zentimetern über dem Meeresspiegel.

„Bergsteiger besuchen daher eher selten die Hütte“, scherzt der Vorsitzende des Deutschen-Alpenvereins (DAV) Sektion Oldenburg, Werner Kaltenborn. Vielmehr seien es Familien mit Kindern, die in der Selbstversorgerhütte nächtigen. Dazu stehen ihnen acht Schlafplätze, eine voll funktionsfähige Küche samt Mikrowelle und ein Badezimmer zur Verfügung. An so mancher Holzwand sind sogar Eisäxte zu finden. Spätestens beim Blick aus dem Fenster wird dem Besucher aber wieder klar, dass er sich in Niedersachsen befindet. Wie kommt es also, dass im flachen Ostrittrum eine Berghütte steht?

Viel Holz und lichtdurchflutet: Die Hütte wurde zwischen 2016 und 2018 neu erbaut.

„Die Oldenburger Sektion wurde 1912 gegründet. Andere gab es da schon jahrelang. Und damals was das so, dass jede Sektion Hütten hatte“, beginnt der Vorsitzende zu erklären. Viele Sektionen hätten angestrebt, Hütten zu errichten. Die nördlichsten waren zu dem Zeitpunkt in Nordrhein-Westfahlen im Mittelgebirge zu finden. „Aber es müssen ja nicht immer Berge sein.“ Deshalb entschied sich der DAV-Oldenburg das Grundstück, auf dem 1961 die Poggenpohlhütte errichtet wurde, sowie 15 000 Quadratmeter des angrenzenden Waldes zu kaufen. Das Grundstück in der Wildeshauser-Geest ist ideal gelegen, das habe man sich damals schon gedacht. Das ursprüngliche Gebäude ist 2016 abgerissen und anschließend ein neues errichtet worden. Mit zwölf ausgewiesenen Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel Hühnengräber, sei die Umgebung nun auch ideal für Ausflüge.

„Im Laufe der Zeit wurde dieses Gebäude auch zur nördlichsten Mittelgebirgshütte anerkannt, obwohl Ostrittrum ja bekanntermaßen sehr weit davon entfernt liegt“, so Kaltenborn. Das liege an einem spezifischen Kategorisierungsverfahren des DAV. Je nach dessen Einordnung gelten deshalb eigene Hüttenordnungen sowie Übernachtungsgebühren. Diese denke sich die Sektion also nicht aus: „Es ist vorgegeben, wie viel eine Übernachtung kostet. Für Mitglieder des Vereins müssen die Kosten beispielsweise mindestens zehn Euro günstiger sein.“

Allein auf weiter Flur: Nördlich der Poggenpohlhütte gibt es keine Schutzunterkünfte DAV.

Wie bei andern DAV-Behausungen auch, kümmern sich Hüttenwirte um den Zustand innerhalb der vier Wände. Seit 2020 sind Ines und Frank Görisch aus Dötlingen dafür verantwortlich. Sie sind unter anderem für die Einweisung, die Buchungen und den Check-out zuständig. Und das auch zu Pandemiezeiten, denn: „Solange kein Beherbergungsverbot gilt, kann die Hütte auch in Zeiten von Corona besucht werden“, erklärt Kaltenborn. Im vergangenen Jahr habe es zwar weniger Besucher durch die Lockdowns gegeben, in diesem Jahr habe sich die Beherberungssituation jedoch gebessert. „Wir hatten zwar schon erfolgreichere Jahre, aber wir können alles in allem wirklich zufrieden sein.“

Die Saison für einen Hüttenbesuch sei normalerweise jährlich von März bis Oktober. Im Rest des Jahres seien seit Kurzem nun auch Übernachtungen per Absprache möglich. „Ursprünglich konnte niemand in der Hütte im Winter übernachten“, erzählt Kaltenborn weiter. „Dazu war sie zu schlecht isoliert. Die Wände waren mit Papier gefüllt. Seit 2019 haben wir aber einen Holzofen.“ Dennoch habe der DAV besonders darauf geachtet, dass keine Besucher zwischen dem Jahreswechsel gastiert. „Während Corona wollen wir dort keine Silvesterparty. Das wäre unverantwortlich.“

Informationen

Weitere Informationen zu der Unterkunft, zu den Preisen und zu den Kontaktdaten der Hüttenwirte sind im Internet unter www.alpenverein-oldenburg.de zu finden.

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