Noch ein bisschen Chopin gefällig?

Pianist Vadim Chaimovich punktet mit enormer Musikalität und Charme

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Gerti Essing bedankte sich bei dem Pianisten mit einer Rose sowie einer Flasche mit hochprozentigem Inhalt.

Dötlingen - Von Holger Rinne. Eine Weltpremiere haben die Besucher des Klavierkonzertes im Dötlinger Heuerhaus am Freitagabend erlebt: Der litauische Pianist Vadim Chaimovich präsentierte sein neues Programm „Von der Klassik zur Romantik“.

Nach der Begrüßung durch Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung eröffnete Chaimovich den Konzertabend mit Joseph Haydns „Variationen in f-moll“. In dem schwermütigen Werk des Meisters der Wiener Klassik bewies der Pianist seine ungewöhnliche Ausdrucksstärke. Das Publikum verzauberte er damit auf Anhieb.

Es folgte „Aus Holbergs Zeit – Suite im alten Stil“ von Edvard Grieg, eine Hommage des Komponisten an Norwegens Nationaldichter Ludvig Holberg. Mit technischer Brillanz begeisterte Chaimovich die Zuhörer, um dann im „Allegro con brio“, dem letzten Satz der Suite, geradezu wie ein Vulkan zu explodieren. Nach einem nicht enden wollenden Applaus entließen ihn die Zuhörer in die Pause.

Der begabte Musiker kam 1978 in Vilnius zur Welt. Seine Karriere ist durchaus nicht untypisch für einen Pianisten. Mit fünf Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht; mit sieben trat er mit einem Kammerorchester in der damaligen Sowjetunion auf. Im Alter von 13 Jahren gewann er in Tschechien seinen ersten Musikpreis. Weitere Auszeichnungen auf internationaler Ebene folgten. Der Künstler zählt heute zu den Stammgästen in großen europäischen Konzertsälen.

Zurück zum Gastspiel in Dötlingen: Nach der Pause glänzte Chaimovich im Heuerhaus mit technischer Perfektion und Sensibilität in mehreren Nocturnes sowie den Valses in f-moll und e-moll von Frederic Chopin. Die zweite Konzerthälfte endete ebenso fulminant wie die erste. Sergei Rachmaninows „Moments musicaux in Des-Dur und in C-Dur“ verlangten dem Pianisten zum Konzertfinale sein ganzes musikalisches Können ab.

Das Publikum forderte lautstark eine Zugabe ein. Auf die Frage Chaimovichs, ob's „noch ein bisschen Chopin“ sein dürfe, folgte das wohl bekannteste Nocturne des polnisch-französischen Komponisten in es-moll, übrigens eines der am häufigsten angeklickten klassischen Werke auf YouTube – interpretiert von Vadim Chaimovich.

Das Publikum erlebte einen herausragenden Klavierabend unter erschwerten Bedingungen. Gerti Essing bedankte sich zum Abschluss beim Star des Abends mit einer Rose „Dötlinger Liebe“ und einer Flasche Hochprozentigem; gleichzeitig entschuldigte sie sich, dass die Dötlingen Stiftung dem Pianisten nur ein Wandklavier und keinen Konzertflügel zur Verfügung stellen konnte. Chaimovich kommentierte das bescheiden lächelnd mit einem Euphemismus: „Es war eine Herausforderung.“

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