NLWKN hat keine Bedenken/Belastung beim Rathaus höher als bei der Schule

Funkturm: „Grenzwerte erheblich unterschritten“

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Der Funkmast an der Schule in Neerstedt.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Vom Neerstedter Mobilfunkmast geht keine gesundheitsgefährdende Strahlung aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Niedersächsische Landesbehörde für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die im Auftrag der Gemeinde Dötlingen Anfang September Messungen vorgenommen und daraufhin ein Gutachten erstellt hatte. Das Ergebnis präsentierte gestern Abend Dr. Hauke Brüggemeyer, Leiter des Aufgabenbereiches Strahlenschutz bei der NLWKN, dem Umwelt- und Energieausschuss.

Laut Brüggemeyer liegen die registrierten Daten erheblich unter den Grenzwerten. Zudem sind – anders als von vielen erwartet – die Belastungen im direkten Umfeld niedriger als beispielsweise beim Rathaus, das zu den acht Messpunkten zählte. Dort wurde mit 2,7 Volt pro Meter der höchste Immissionswert ermittelt. Dies bedeutet eine Grenzwertausschöpfung von 6,1 Prozent. Gemessen hat die NLWKN auch vor und in der Schule, beim Bauhof, bei der Feuerwehr, beim Sportplatz sowie an zwei Stationen in der Siedlung. Die Grenzwertausschöpfung liegt zwischen 0,5 und 4,9 Prozent. „Da die Strahlung wie bei einem Autoscheinwerfer vom Mast abgeht, ist der Abstand zu ihm kein Maßstab für die Stärke der Belastung“, erläuterte Brüggemeyer.

Im Zuge der vergangenen Diskussionen um den Turm war häufig kritisiert worden, dass die Grenzwerte ohnehin so hoch seien, dass sie nie überschritten werden. Brüggemeyer räumte ein, dass sie zwar auf wissenschaftlichen Grundlagen basierten, letztendlich aber immer eine politische Entscheidung seien. Innerhalb der EU sei der Grenzwert für den Mobilfunk einheitlich. Allerdings habe die Schweiz zusätzlich einen Vorsorgewert von fünf Volt pro Meter festgelegt und auch dieser wird laut den Messergebnissen in Neerstedt unterschritten. Brüggemeyer betonte zudem, dass vom Mobiltelefon selbst eine wesentlich höhere Belastung ausgehe als vom Funkmast. In zwei Zentimetern Abstand betrage sie rund 100 Volt pro Meter. Und das Handy werde meist direkt ans Ohr gehalten.

Brüggemeyer erläuterte während der Sitzung nicht nur die unterschiedlichen Frequenzen und wie so eine Basisstation überhaupt funktioniert. Er ging zudem auf Studien zu biologischen Auswirkungen und ganz konkret auf mögliche Häufungen von Krebserkrankungen im Umfeld von Funkmasten ein. „Bis dato ist kein Zusammenhang festgestellt worden“, betonte er. Dabei hätten gerade die skandinavischen Länder dies untersucht. „In Dänemark beispielsweise gibt es eine sehr gute Datenerfassung zu Krebserkrankungen und dem Mobilfunkverhalten der Bürger.“

Laut dem Experten liegt in Dötlingen eine typische Strahlenexposition vor. Die Daten glichen denen in anderen Kommunen. Eine Verlegung des Funkturmes in den Außenbereich hielt er nicht für notwendig. „Stattdessen könnte eine Anpassung der Sendeleistung sinnvoll sein“, meinte er. Ein eventueller Optimierungsbedarf müsse aber mit den Netzbetreibern besprochen werden.

So manchen Neerstedter schienen die Ausführungen durchaus zu beruhigen. Die Ausschussmitglieder verständigten sich darauf, das Gutachten in den Fraktionen sowie mit den Vertretern der Bürgerinitiative zu erörtern.

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