Multimoni und Jens Heller stellen ab Sonntag in der Galerie Dötlingen aus / Keine Vernissage

Niedliche Wesen treffen auf königliche Falken

„Akkumulation II“ – unter diesem Titel präsentiert Heike Wendeln, Galeristin im Heuerhaus, unter anderem Werke der Künstlerin Multimoni. Fotos: Schneider

Dötlingen – Es ist die Vorliebe für die Darstellung von Tier und Natur, die die beiden Künstler Multimoni und Jens Heller eint. Bei der Umsetzung gehen sie allerdings unterschiedliche Wege. Welche? Das erfahren die Besucher der Ausstellung „Akkumulation II“, die ab Sonntag, 17. Mai, in der Dötlinger Galerie im Heuerhaus zu sehen ist. Aufgrund der Corona-Pandemie wird es keine Vernissage geben. Auf das persönliche Gespräch mit den Künstlern müssen Interessierte verzichten. „Ansonsten ist zu den gewohnten Zeiten geöffnet“, teilt Galeristin Heike Wendeln mit. Sie bittet die Besucher darum, Abstand zu halten und einen Mundschutz zu tragen.

Unter dem Titel „Akkumulation I“ hatte Monika Duhme, die seit 1997 den Künstlername Multimoni nutzt, schon vor etwa zwei Jahren ihre prägnanten Tierbilder in Dötlingen gezeigt. „Nun treten ihre niedlichen Wesen in einen Dialog mit den Arbeiten des Berliners Jens Heller“, informiert Wendeln. „Beide Künstler sind gebürtige Oldenburger, kennen sich seit der Schulzeit und sind mittlerweile gut befreundet. Sie stellen aber zum ersten Mal gemeinsam in der ehemaligen Heimat aus.“

Der 1966 geborene Heller arbeitet zwar klassisch und realistisch. Seine Motivwahl ist allerdings modern und abstrakt. Die Frage nach dem Sinn erschließt sich oft nicht sofort. Heller fordert den Betrachter zum Nachdenken auf. „Ich nutze Gegenstände, um zu zeigen, dass wir in einer abstrakten Welt leben, in der es nur Verweise gibt, also Diskurse, aber wirklicher Realismus ist das nicht mehr“, beschreibt er selbst seine Ölgemälde. Dadurch seien die Werke offen, der Betrachter könne selbst anknüpfen. „Symbole verwende ich nicht im traditionellen Kontext. Es geht mir darum, zu beweisen: Malerei ist ein zeitgenössisches Medium“, erklärt der Berliner.

Er hat sich in den vergangenen Jahren auf verschiedene thematische Schwerpunkte spezialisiert. Dazu gehören aus dem Bereich der Tiere Bienen und Falken. Letztere verwundern nicht. Denn Heller hat von 2015 bis 2017 im Königreich Katar gelebt und gearbeitet. Dort zeugen die Tiere von Reichtum und Erfolg. Dies spiegelt sich in seinen Bildern wider. In Katar ist eine ganze Falken-Serie entstanden, die nun an den Galerie-Wänden hängt.

Während die Arbeiten von Heller manchmal etwas düster anmuten, haben die Werke von Mulimoni mitunter einen possierlichen Touch. Unter dem Titel „Swirl“ wirbeln die Protagonisten beispielsweise ineinander verschränkt durch das Universum. Auch die „Kanarien“ fliegen wie kleine Planeten vor einem strahlend blauen Himmel und „schauen uns mit ihren übergroßen Augen an“, berichtet Wendeln. Ob das niedlich oder bedrohlich ist, solle der Betrachter selbst entscheiden.

Wie Heller lebt Multimoni in Berlin, seit 2019 zudem auf Teneriffa. „Beide Künstler kreieren eine Mystik, stellen eine Kraft dar. Sie geben den Wesen Stärke, die man ihnen nicht immer zugestehen möchte“, führt Wendeln in die Ausstellung ein. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei es sicher spannend zu sehen, ob und wie sich das Verhältnis zum Tier verändern wird. „Zunächst ganz praktisch, denn die Epidemien der vergangenen Jahre, ob Schweinegrippe, Ebola, Sars oder Mers, waren sogenannte Zoonosen, was bedeutet, dass die Infektionskrankheit von Tieren auf Menschen übergesprungen ist“, so die Galeristin. „Biologen weisen schon seit Langem darauf hin, dass es das gegenseitige Eindringen in den Lebensraum des anderen ist, das der Übertragung von Viren Vorschub leistet.“ Die von Veganern und Klimaschützern angeregte Debatte um Fleischverzehr könne in diesem Sinne erweitert werden, um sich von der Massentierhaltung zu verabschieden und die industrielle Ausbeutung von Tieren für Pelze, Leder oder in Laboren zu regulieren.  ts

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Akkumulation II“ ist bis zum 19. Juli zu sehen. Geöffnet ist die Galerie mittwochs und freitags von 15.30 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 13 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Hompeage unter www.galerie-im-heuerhaus.de.

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