Nach 20 Jahren einen Traum erfüllt

Nicole Kandulski eröffnet Hundeschule in Neerstedt – Ab Freitag bietet sie Trainings an

Ein Herz und eine Seele: Hundetrainerin Nicole Kandulski und „Hope“.
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Ein Herz und eine Seele: Hundetrainerin Nicole Kandulski und „Hope“.

Neerstedt – Früher Fachkrankenschwester in einer Psychiatrie, jetzt Hundetrainerin. Die 34-jährige Nicole Kandulski hat ihren alten Job an den Nagel gehängt und sich ihren Traum erfüllt. Sie hat sich in Neerstedt mit ihrer Hundeschule „Next Level Hundetraining“ selbstständig gemacht. Bis vor ein paar Tagen lebte sie mit ihrem Freund noch in Baden-Württemberg. Vor sechs Jahren zog sie aus Bremen dorthin.

Wieso sie wieder in den Norden zurückgekommen ist? Seit ihrer Jugend habe sie in der Hansestadt gelebt. „Bremen ist meine Heimat“, sagt Kandulski. „Meine Familie lebt dort. Ich bin jeden Urlaub oder wenn ich mal freihatte in den Norden gefahren. Und ich dachte mir: Das Leben ist zu kurz, um zwei Tage lang nur auf der Autobahn zu verbringen. Ich wollte nicht mehr 700 Kilometer von meiner Familie entfernt leben. Ich habe eine enge Bindung zu ihr und Heimweh gehabt.“ Sie fügt hinzu: „Der Humor ist auch netter hier, einfach derber. Das habe ich schon auch vermisst.“ Dann lacht sie.

Familie und den Humor vermisst

Da sie in Baden-Württemberg sehr ländlich wohnte, habe es sie in die Gemeinde Dötlingen gezogen. „Das brauchte ich wieder. Das Land ist ruhiger, schöner und gesünder. Und es sollte in der Nähe von Bremen sein“, erzählt die Hundetrainerin. Neben ihrem Freund hatte sie Kater „Lennie“ und die zwei Jahre alte Border Collie Hündin „Hope“ mit im Gepäck.

Im Juni habe sie angefangen, neben ihrer Tätigkeit als Krankenschwester als Hundetrainerin zu arbeiten. „Ich habe im Schichtdienst gearbeitet und sobald ich Zeit hatte, habe ich trainiert“, berichtet sie. Den Traum hatte sie aber schon viel länger: „Vor 20 Jahren war ich mal dabei, wie die Hundeschule eines Freundes eröffnet wurde. Ich habe beim Aufbau mitgeholfen und auch Mantrailings (Personensuchen) mitgemacht. Das fand ich total großartig. Da habe ich gedacht: Das musst du auf jeden Fall mal machen.“ Von da an habe es ihr im Kopf herumgeschwirrt. „Krankenschwester ist ein toller Beruf, gar keine Frage, aber ich wollte immer etwas anderes machen.“

34-Jährige macht Ausbildung zur Verhaltensberaterin

Ab Freitag bietet sie die ersten Hundetrainings für Kunden aus dem Raum Wildeshausen, Oldenburg und Delmenhorst an. Ihre Ausbildung zur Hundetrainerin hatte sie im Dezember 2019 im Ausbildungsinstitut Ziemer und Falke begonnen, dessen Hauptsitz in Großenkneten ist, das aber mehrere Standorte hat. Zudem arbeitet Kandulski als Dozentin für Hundetrainer in Großenkneten und Hamburg. Im Januar begann sie zudem eine Ausbildung zur Verhaltensberaterin.

In ihrer Hundeschule bietet sie unter anderem Leinenführigkeit und Jagdkontrolltraining an. „Ich mache nicht so etwas wie Agility oder andere Hundesportarten. Ich möchte gerne den Familien- und Alltagshund trainieren oder vielleicht auch den, der wirklich Probleme wie Aggressionen hat. Dafür mache ich den Verhaltensberater“, sagt die 34-Jährige, die nicht immer mit Vierbeinern zusammengelebt hat. „Leider nicht. Unser erster Hund ist erst in die Familie gekommen, als ich 13 oder 14 Jahre alt war. Wir sind dann in die Hundeschule gegangen. Das fand ich toll. Aber damals ist man da natürlich etwas blauäugig und naiv rangegangen. Früher wurde die Nase des Hundes in den Kothaufen gedrückt, damit er stubenrein wird. Damals habe ich die Hundetrainerin gefragt, welchen Sinn das hat. Sie hat gesagt: Damit er lernt, dass er das nicht machen darf. Und das fand ich komisch, aber man hatte auch keine andere Erziehungsmethode“, erinnert sie sich. Weder Strafe noch Zwang müssten bei der Erziehung angewendet werden, betont Kandulski.

Kandulski möchte Anti-Giftköder-Trainings anbieten

Als die Haustiere verstarben, habe sie eine Zeit lang ohne einen Hund gelebt. „Es lag an den Lebensumständen“, begründet sie. Da sie im Schichtdienst gearbeitet hatte, „war es Unsinn, sich einen Junghund anzuschaffen. Ich war etwa vier Jahre ohne Hund. Das war ganz grausam.“ Bis „Hope“ dann kam. „Wir haben lange daraufhin gearbeitet, um wieder einen Hund halten zu können. Wir sind von einer Mietwohnung in ein eigenes Haus gezogen.“

Ihre Hündin durfte sie sogar mit zu ihrem alten Arbeitsplatz nehmen. „Alle haben sie geliebt. Sie war die liebste Kollegin von allen. Die Patienten fanden sie auch großartig“, erzählt Kandulski.

Das Spezielle an „Hope“ sei, dass sie sensibel auf die Stimmungen der Patienten reagiert habe. „Das war echt beeindruckend, wie sie sich zurückgenommen hat, wenn sie gemerkt hat, da ist jemand aggressiv oder angespannt“, sagt sie.

Anti-Giftköder-Trainings möchte die 34-Jährige in Zukunft übrigens auch anbieten. „Das ist für alle Halter eine totale Horrorvorstellung, wenn der Hund vergiftet wird.“  

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