Neufundländerin BJ sorgt in Neerstedt für Lebensfreude und Abbau von Ängsten

Von kurzen Besuchen mit großer Wirkung

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Auch am Bürsten von BJs Fell haben die Bewohner Spaß.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. BJ wedelt mit dem Schwanz, gibt Pfötchen, freut sich über Leckerlis sowie Streicheleinheiten – und von diesen gibt es stets reichlich, wenn der Besuchshund im Neerstedter Wohn- und Ferienhaus zu Gast ist. Zweimal pro Woche kommt die Neufundländerin mit Frauchen Sabine Kuck-Ziemer, sorgt für Abwechslung sowie Freude bei den beeinträchtigten Bewohnern und manchmal auch für den Abbau von Ängsten.

BJ, die eigentlich Beverly Jane heißt, wird im Juni vier Jahre alt und ist ein ausgebildeter Besuchshund. In Neerstedt wird sie immer sehnsüchtig erwartet. „Es gibt mittlerweile sogar feste Rituale“, verrät Betreuerin Nicole Schulz, die in den Sommermonaten regelmäßig mit den Bewohnern einen Ausflug zur Hundeschule Heimann in Moorbek unternimmt. So kam vor gut anderthalb Jahren auch der Kontakt zu Kuck-Ziemer zustande, die zusagte, mit BJ die Einrichtung zu besuchen. Einmal in der Woche begrüßt die Neufundländerin die Bewohner im Gruppenraum, hinzu kommen Einzelbesuche auf den Zimmern.

Wenn BJ das Wohn- und Ferienhaus betritt, weiß sie inzwischen ganz genau, wohin der erste Weg führt. „Zu Willi“, erklärt Schulz. „Er begrüßt BJ und bringt sie zur Gruppe.“ Diesmal ist es nicht anders. Es geht quer durchs Gebäude und kurz vor dem Ziel ruft er: „Vorsicht, Hund! Guckt mal hier.“ Nach und nach beschnüffelt BJ die Bewohner und begrüßt alle – oder zumindest diejenigen, die es möchten. „Bei vielen ist es tagesformabhängig. Manchmal lachen sie vor Freude, dass die Hündin da ist, an anderen Tagen wollen sie gar keinen Kontakt“, erläutert Schulz.

Für BJ ist das kein Problem. Je nach Kommando von Kuck-Ziemer nähert sie sich den Bewohnern oder eben nicht. Mit Leckerlis in der Hand klappt das Gehorchen noch einmal doppelt so gut. Diesmal möchte fast jeder in der Runde BJ füttern. Es gibt ein Leckerli nach dem anderen. Einige halten es für die Hündin in der Hand, bei anderen Bewohnern wird es aufs Knie gelegt. Wer will, darf BJ auch streicheln oder ihr Fell bürsten. Der einzige, der ab und an etwas argwöhnisch den Kopf hebt, ist Kraxel, der Hund einer Bewohnerin. „Aber inzwischen verstehen sich die beiden ganz gut“, sagt Schulz.

Die Reaktionen auf den Besuchshund überraschen sie immer wieder. „Manche, die anfangs Angst hatten, tauen auf, wenn BJ zu Besuch ist, andere wie Willi sind stolz, eine Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ein Bewohner, der sonst nur ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ sagt, spricht plötzlich noch weitere Worte“, berichtet Schulz. „BJ aktiviert die Bewohner.“ Bestes Beispiel sei eine der Demenzkranken. „Sie erinnert sich dann plötzlich – daran, dass sie selbst einmal einen Bernhardiner hatte. Das ist einfach schön“, so Schulz.

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