Neue Salzhalle für Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen

Marokkanisches Salz für den nächsten Winter

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Die Fundamente für die neue Salzhalle und die Solewiederaufbereitungsanlage sind bereits fertig.

Vossberg - Von Sophie Filipiak. Der nächste Winter kann kommen: Denn ab Ende Oktober verfügt die Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen in Voßberg nicht nur über eine neue Salzhalle, sondern auch über eine eigene Soleaufbereitungsanlage. Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren.

„Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, erklärt der Leiter der Meisterei, Horst Behrmann. Der Neubau war notwendig geworden, nachdem in einem statischen Gutachten 2010 festgestellt worden war, dass das Salz die Fundamente der alten Halle und das Holz stark angegriffen hatte. Mit Ende der Winterperiode 2014/2015 wurden die Arbeiten in Angriff genommen.

2500 Tonnen Salz kann das neue Gebäude nach seiner Fertigstellung aufnehmen, das reicht für einen normalen Winter. „Wir verbrauchen im Durchschnitt 2000 Tonnen Salz pro Saison“, so Behrmann. Eine 60 Meter lange Remise, in der die Streuanhänger, die Fahrzeuge und andere Gerätschaften untergestellt sind, ist bereits fertig. „Davor war das alles um die alte Halle verteilt gewesen“, erzählt Behrmann.

Auch der Ent- und Beladevorgang soll dann ab Oktober schneller gehen. Im vergangenen Winter mussten die Fahrzeuge noch mit einem Radlader befüllt werden. Nun können die Laster mit dem Salz bei der Anlieferung einfach in die Halle fahren und das Salz landet über einen Trichter im Verladesilo. Die Streufahrzeuge müssen dann lediglich zum Silo fahren, um dort beladen zu werden.

Da aber heutzutage nicht nur das bloße Salz auf die Straßen kommt, sondern ein Gemisch mit Sole, wird derzeit noch fleißig am Bau einer Aufbereitungsanlage gewerkelt: „Die Lösung erzeugen wir dann bei Bedarf selbst vor Ort.“ Über Auffangbecken wird Regenwasser gesammelt und der Anlage zugeführt. „Dort wird es so lange mit Salz angereichert, bis der Sättigungsgrad erreicht ist“, erklärt der Leiter.

Die Streufahrzeuge können zukünftig parallel mit Sole und Salz befüllt werden. Auf die Straßen wird dann das Feuchtsalz bei Glätte verteilt. „Das hat den Vorteil, dass es keinen Wehverlust gibt“, meint Behrmann. So könne Salz eingespart werden. Bei Raureif wird nur Sole auf die Fahrbahnen gesprüht. „Das reicht dann aus, da die Sole sofort das Eis taut.“ Salz brauche da ein bisschen länger, dafür habe es aber eine Langzeitwirkung.

Die Meisterei Wildeshausen kümmert sich um 70 Kilometer Autobahn auf der A1, A28 und A29, dazu kommen 150 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie Radwege. „Seit der Zusammenlegung von Straßen- und Autobahnmeisterei im Jahr 2000 betreuen wir das alles. Das erfordert mehr Personal und auch mehr Salz“, so Behrmann.

Der Fuhrpark besteht aus sieben großen Wagen für die Autobahn und drei für die anderen Straßen. Für die Radwege werden die kleineren Streufahrzeuge benötigt. Davon stehen drei auf dem Gelände.

Die Infos, wo und wann es im Winter glatt ist, bekommt die Straßen- und Autobahnmeisterei vom deutschen Wetterdienst und über die Glättesensoren auf den Autobahnen. Dann rücken die Fahrzeuge aus. Jedes hat eine festgelegte Route. Die Fahrer arbeiten in Tag- und Nachtschicht. „Die Überstunden, die dabei anfallen, werden dann im Sommer abgefeiert.“ 38 Mitarbeiter sind bei der Meisterei beschäftigt.

Das Salz, das auf den Straßen im südlichen Bereich des Landkreises Oldenburg verteilt wird, kommt übrigens nicht aus Deutschland, sondern wird aus Marokko angeliefert.

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