Wie viel Zukunft hat das Modell?

Neue Projekte katapultieren Ökokonto wieder ins Plus

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Für die Aufwertung der Fläche an der Wassermühle in Ostrittrum gab es damals 6 154 Werteinheiten.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Egal, ob privat oder öffentlich – wer baut und dabei Flächen versiegelt, muss diesen Eingriff in die Natur wiedergutmachen. Hierfür leistet sich die Gemeinde Dötlingen als einzige Kommune im Landkreis Oldenburg ein eigenes Ökokonto.

In den vergangenen Jahren wies dieses ein Defizit auf. „Nun sind wir wieder auf der Sonnenseite“, berichtete Bauamtsleiter Uwe Kläner während der Sitzung des Umwelt- und Energieaussschusses. Dort informierte er über aktuelle Maßnahmen sowie einige Herausforderungen.

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden kauft oder pachtet Dötlingen langfristig Flächen und wertet diese nicht nur für die eigene Kompensation ökologisch auf. Auch Einwohner können ihre Baumaßnahmen ausgleichen, indem sie einen ermittelten Betrag zahlen. Vom Ökokonto werden dann die entsprechenden Wertpunkte, die die Untere Naturschutzbehörde mal für ein realisiertes Naturschutzprojekt vergeben hat, abgezogen.

Vom Freikaufen, wie es Insa Huck (SPD) formulierte, wollte Kläner aber nicht sprechen. „Oft sind die Möglichkeiten vor Ort, beispielsweise für die Eingrünung, nicht in dem erforderlichen Umfang gegeben“, erklärte er. Zudem halte es die Verwaltung für sinnvoller, zusammenhängende, statt hier und da kleine Maßnahmen umzusetzen. Vorrangig solle die Kompensation aber natürlich vor Ort erfolgen.

Konto mit Defizit

Seit der Einführung des Ökokontos im Jahr 2001 wurden für öffentliche Maßnahmen 68 554 Werteinheiten, was 171 205 Euro entspricht, beansprucht. Hinzu kommen 154 439 Punkte (338 099 Euro), die Einwohner für insgesamt 64 Projekte verbraucht haben. „Vier bis fünf private Antragsteller zahlen pro Jahr ein, und wir müssen die ökologischen Maßnahmen vorhalten“, so Kläner. 

Dass dies nicht immer gelingt, zeigt das Defizit von 99 744 Werteinheiten. Da eine solche 4,50 Euro entspricht, liegt das Minus bei 448 848 Euro. Nun hat die Gemeinde aber Projekte realisiert beziehungsweise in der Pipeline, die nach ihrer Abnahme durch die Untere Naturschutzbehörde das Ökokonto wieder ins Plus katapultieren. Dazu gehören ein Feucht- und Nassgrünland-Areal an der Wiekenbröcke, die Umwandlung eines Getreideackers an der Dötlinger Hunte in Grünland sowie auch das Wegerandstreifenprogramm. Das Plus beläuft sich dann auf 48 262 Werteinheiten.

Überschaubares Polster

Angesichts des eher überschaubaren Polsters stellte sich die Frage nach weiteren Maßnahmen. „Ein paar Angebote sind da, aber noch nicht soweit gereift, dass wir öffentlich darüber sprechen könnten“, sagte Kläner. Der Bauamtsleiter machte keinen Hehl daraus, dass die Möglichkeiten seit dem Run auf Flächen immer weiter schwinden. 

Damit erhöhe sich auch die Gefahr, dass sich Dötlingen irgendwann kein Ökokonto mehr, sondern nur noch einen Pool für den Ausgleich eigener Maßnahmen leisten kann. Private müssten dann, wenn sie nicht selbst vor Ort kompensieren können, aufs Ökokonto des Landkreises einzahlen. Der Nachteil: Die Ausgleichsmaßnahmen würden in vielen Fällen nicht in der Gemeinde, sondern anderen Teilen des Kreises realisiert.

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