Neue Kita-Gruppe zunächst in Neerstedt

Gemeinde Dötlingen rüstet sich für ungewöhnlichen Fall und sucht weitere Fachkräfte

Im Wachstum: Der Kindergarten Neerstedt soll zumindest vorübergehend Platz für 25 weitere Kinder bekommen. An welchem der Dötlinger Tagesstätten-Standorte die neue Regelgruppe dann dauerhaft eingerichtet wird, steht noch nicht fest. archiv
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Im Wachstum: Der Kindergarten Neerstedt soll zumindest vorübergehend Platz für 25 weitere Kinder bekommen. An welchem der Dötlinger Tagesstätten-Standorte die neue Regelgruppe dann dauerhaft eingerichtet wird, steht noch nicht fest. archiv

Neerstedt – Sieben auf einen Streich: So viele Fachkräfte für die Kleinsten in ihren Tagesstätten sucht zurzeit die Gemeinde Dötlingen. Ein sportliches Ziel, weiß auch Katrin Albertus-Hirschfeld angesichts der überall im Land gefragten Erzieherinnen und Sozialassistenten. „Aber zum Glück war die Bewerberlage bei uns in letzter Zeit ganz gut“, sagt die Allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Ralf Spille, die in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Amts für Zentrale Verwaltung, Schule, Jugend und Kultur die entsprechenden Zuschriften entgegennimmt. Die erste erreichte sie bereits am Montag – zwei Tage nach Veröffentlichung der Stellenausschreibung.

Bis 15. Mai können sich geeignete Kandidaten für eine der fünf Erzieherstellen, einen Platz als Sozialassistent oder -assistentin oder die Leitung der Brettorfer Kindertagesstätte „Filibuster“ bewerben – deren „Chefin“ Gudrun Löhlein sieht nämlich ihrem Ruhestand entgegen.

Die Gründe für die anderen Stellenausschreibungen seien vielschichtig, schildert Albertus-Hirschfeld. Eine Kollegin etwa gehe demnächst in den Mutterschutz, im Waldkindergarten Dötlingen und in anderen Häusern sei die Aufstockung des Vertretungsstunden-Kontingents geplant. Gleich drei Kräfte in Voll- und Teilzeit werden aber für eine neue Kindergarten-Regelgruppe für 25 Jungen und Mädchen benötigt. „Die müssen wir ab Sommer vorübergehend in einem Modulbau einrichten – oder unschöner ausgedrückt: in einem Container“, erläutert Albertus-Hirschfeld. Die Übergangslösung solle am Kindergarten Neerstedt geschaffen werden, der endgültige Ort stehe aber noch nicht fest. Immerhin: Die Kosten für einen entsprechenden Bau seien fürs kommende Haushaltsjahr eingeplant. Doch früher war dieser zusätzliche Bedarf anscheinend nicht absehbar.

Anmeldeverhalten habe sich deutlich verändert

Dies hatte laut der Amtsleiterin mehrere Ursachen: „Einerseits sind es natürlich die für uns erfreulichen Zuzüge junger Familien. Andererseits hat sich das Anmeldeverhalten deutlich verändert.“ Der Trend gehe hin zum „Full-Service-Angebot“ von 7.30 bis 15 Uhr – einschließlich Frühstück und Mittagessen.

Das alles habe das Personal in den verschiedenen Häusern bisher hervorragend gemeistert, betont die Allgemeine Bürgermeister-Vertreterin. Als Beispiel nennt sie die Tatsache, dass die Gemeinde trotz Corona und der Notbetreuungs-Regelungen bisher keine Gruppen schließen musste.

Dass die Pandemie mit verstärkten Homeoffice-Verpflichtungen nun einige Väter und Mütter zum Wunsch nach längerer Betreuung ihres Nachwuchses außerhalb der eigenen vier Wände veranlasst habe, „könnte ebenfalls da mit hinein spielen“, schätzt Katrin Albertus-Hirschfeld.

„Flexi-Kinder“ erschweren Planung

Vor allem die „Flexi-Kinder“ veranlassten Politik und Verwaltung aber zur Schaffung einer weiteren Gruppe. Das sind Jungen und Mädchen, die zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden. In diesen Fällen können ihre Eltern entscheiden, ob ihre Kinder schon in diesem Spätsommer eingeschult oder lieber noch ein Jahr zurückgestellt werden sollen. „Die Wahl ist bis zum 31. Mai möglich – dann ist aber die Platzvergabe für die Kindergärten schon lange abgeschlossen“, nennt Albertus-Hirschfeld das Dilemma: Das niedersächsische Kindertagesstättengesetz und das Schulgesetz kämen sich hier in die Quere. „Als Konsequenz haben wir jetzt also mit dem Extremfall geplant, dass alle Flexi-Kinder zurückgestellt werden und bis dahin weiter einen Kindergartenplatz brauchen“, schildert die Amtsleiterin.

Jugend-, Sport- und Sozialausschuss befasst sich mit dem Thema

Angesichts der nach wie vor unsicheren Pandemie-Lage mit weiterem Homeschooling und stetig schwankenden Inzidenzwerten erscheint das Szenario nicht allzu utopisch, dass Erziehungsberechtigte ihre Sprösslinge lieber noch ein Jahr in der behüteten Kita belassen möchten.

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat bereits grünes Licht für die Erweiterung des Betreuungsangebots gegeben. Am Donnerstag, 6. Mai, befassen sich dann die Mitglieder des Jugend-, Sport- und Sozialausschusses mit diesem Thema.

Genug Krippenplätze

Während die Lage bei den Kindergartenplätzen recht angespannt ist, stellt sich die Situation in der Gemeinde Dötlingen mit Blick auf die Krippenplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren vergleichsweise entspannt dar. „Da sind wir auskömmlich aufgestellt“, sagt die zuständige Amtsleiterin Katrin Albertus-Hirschfeld.

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