Landkreis bestätigt Vorhaben

Neue Huntezufahrt in Ostrittrum geplant

Vier Personen stehen auf einer Zufahrt von einer größeren Straße, neben ihnen gefällte Bäume
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Halten den Bau einer neuen Zufahrt für wenig sinnvoll: Margret Hübner, Dunja Hinze-Selch, Claus Eilers und Karin Scott (v.l.) aus Ostrittrum.

Was genau soll an der Zufahrt zur Hunte an der Huntloser Straße in Ostritt-rum geschehen? Das fragen sich seit bereits einiger Zeit mehrere Anwohner und seit Kurzem auch die Kreistagsfraktion der Grünen. Nun hat Baudezernentin Eva-Maria Langfermann einige Antworten gegeben.

Ostrittrum – Eine neue Zufahrt von der Huntloser Straße in Ostrittrum zur Kanu-Einstiegsstelle an der Hunte soll gebaut werden, etwa 50 Meter östlich der aktuellen Einmündung auf Ostrittrumer Gebiet. Diesen Plan, der in den vergangenen Tagen bereits von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema gemacht worden ist, hat Eva-Maria Langfermann, Baudezernentin des Landkreises Oldenburg, nun bestätigt.

Es handele sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Kreis, Hunte-Wasseracht, dem Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest und der Gemeinde Dötlingen, erläuterte sie während der Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses des Kreises auf Nachfrage der Grünen-Fraktion.

Grund für das Vorhaben sei der Unfallschwerpunkt an der Huntloser Straße. Im Sommer 2018 war dort ein Motorradfahrer gestorben. Anschließend sei überlegt worden, wie die Verkehrssituation entschärft werden könne, erläuterte Langfermann. „Der Landkreis begrüßt es sehr, diesen Schwerpunkt zu entzerren.“

Kosten werden durch vier geteilt

Während für die Kreisverwaltung die Vermeidung weiterer Unfälle die Motivation für das Projekt ist, seien die Hunte-Wasseracht als Besitzerin der Fläche und der Naturpark aufgrund der touristisch genutzten Kanu-Einstiegsstelle beteiligt, erklärte die Baudezernentin vorab auf Nachfrage.

Sie hätten vereinbart, die Kosten zwischen den genannten drei Parteien sowie der Gemeinde Dötlingen zu vierteln. Die erforderlichen Mittel seien in den Kreishaushalt für das laufende Jahr eingestellt.

Erste vorbereitende Maßnahmen wie die Fällung mehrerer Bäume an der östlichen Grundstücksgrenze seien bereits erledigt worden. Die anliegende Fläche, über die die neue Zufahrt in S-Form führen soll, habe die Hunte-Wasseracht erworben. Langfermann rechnet damit, dass die neue Zufahrt noch in diesem Jahr fertig werden könnte.

Bau könnte 2021 abgeschlossen werden

Einigen Anliegern sticht die Notwendigkeit der Verschwenkung der Einmündung jedoch nicht ins Auge. Sie erläuterten während eines Ortstermins am vergangenen Sonntag ihre Perspektive.

Als direkte Anliegerin sei sie bereits im November über erste Pläne zum Bau einer neuen Zufahrt informiert worden, berichtete Margret Hübner während eines Ortstermins. Da ihr eine landwirtschaftliche Fläche gehöre, die südlich der Zufahrt und des provisorischen Parkplatzes liegt, welche im Besitz des Hunte-Wasseracht sind, habe sie ein Überwegungsrecht.

Die jetzige befestigte Auffahrt zur Huntloser Straße sei in den 1950er-Jahren gebaut worden und zur militärischen Nutzung gedacht gewesen, erläuterte Hübner. An ihr sei nichts auszusetzen. „Das hier ist fertig. Man muss keine großen Investitionen machen, vor allem nicht bei leeren Corona-Kassen.“

Anlieger sehen keine Notwendigkeit für Neubau

Auch Dunja Hinze-Selch, die an der Huntloser Straße wohnt, erkennt keine Notwendigkeit für eine Verlegung der Zufahrt. Die nach dem tödlichen Unfall des Motorradfahrers 2018 ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit – ein Spiegel und eine Temporeduzierung – hätten sich „zu 100 Prozent bewährt“, findet sie.

Allerdings wäre es denkbar, diese durch ein Hinweisschild auf die Einbiegung sowie durch die Drosselung auf 70 Kilometer pro Stunde aus beiden Fahrtrichtungen zu ergänzen. Derzeit dürfen alle, die aus Richtung Ostrittrum kommen, mit Tempo 100 passieren. „Das ist natürlich ein bisschen widersinnig“, kommentierte Hinze-Selch. Karin Scott, in der Ortschaft lebende Motorradfahrerin, schließt sich ihrer Forderung nach einer besseren Beschilderung an.

Für Claus Eilers geht es in der Diskussion auch um den Kanutourismus auf der Hunte. Gegen die provisorische Einstiegsstelle, zu der die Zufahrt führt, hatte keiner der vier aus Ostrittrum etwas einzuwenden.

Pläne für die Kanu-Einstiegsstelle gibt es laut Landkreis nicht

Doch sie wünschen sich, dass sich auf dem derzeit unbefestigten Gelände, das bei Regen schnell zur Matschlandschaft werde, etwas verändert. Es gebe keinerlei Vorkehrungen oder Vorgaben für die Kanufahrenden, sodass Boote auch wild gelagert würden, berichten sie. Zudem fielen immer wieder Müll und an den Wegesrändern auch menschliche Fäkalien an.

Ob es Pläne gebe, auch an der Einstiegsstelle baulich etwas zu verändern, wisse sie nicht, erklärte Baudezernentin Langfermann. „Diese Baumaßnahme bezieht sich ausschließlich auf die Zuwegung.“ Die Hunte-Wasseracht wollte sich vor der Sitzung nicht äußern.

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