Neue Ausstellung im Heuerhaus

Mystische Landschaft, lebendiger Beton

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Die Galeristinnen Anne Hollmann (l.) und Gertje Kollmann (r.) begrüßten zur Vernissage Wolfgang Bittner (2. v.l.) und Helmut Feldmann sowie Beate Lama, die die Einführung hielt.

Dötlingen - Treppen führen ins Nichts, scheinbar sinnlose Mauerdurchbrüche und Löcher machen das Haus unbewohnbar. Doch das ist nicht weiter schlimm – denn es ist auch keineswegs die Intention des Künstlers Wolfgang Bittner, seine architektonischen Betonskulpturen in nutzbare Vergrößerungen zu verwandeln. Einige seiner Arbeiten sind seit der Vernissage am Freitagabend in der Dötlinger „Galerie im Heuerhaus“ zu sehen – neben den Landschaftsbildern und Frauenakten des Oldenburger Malers und Druckgrafikers Helmut Feldmann.

„Architektur und Landschaft“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 5. Juli zu sehen ist. „Die Beton-skulpturen haben etwas Lebendiges, das massive Material wirkt fast organisch und hat nichts mit unserem alltäglichen Blick auf spröde, abweisende, undurchdringliche und kalte Betonflächen zu tun“, fasste die Künstlerin Beate Lama, die in die Ausstellung einführte, ihren Eindruck zu Bittners Werken zusammen.

Bittner erlaube dem sperrigen Material ein Eigenleben und gebe Raum für Zufälle. Denn Sinn und Zweck der Werke ist es eben nicht, eine Miniatur eines architektonischen Bauwerks darzustellen. „Meine Skulpturen sind Traumvorstellungen, aber keine Traumhäuser“, so der Künstler. „Sie haben nichts mit der Architektur des täglichen Lebens zu tun.“

Und das obwohl – oder gerade weil? – Bittner Architektur studierte und 35 Jahre lang ein Architekturbüro betrieb. Nebenbei frönt er jedoch bereits seit seinem Studium der Kunst – eine Zeit lang auch der Malerei. „Ich wollte weg von der täglichen senkrechten und waagerechten Linie“, formuliert Bittner seine Motivation, diesen unkonventionellen Weg einzuschlagen.

Er arbeite angelehnt an das Prinzip der konkreten Kunst des Bauhauses und mit dessen Grundgestaltungselementen: Mit Rechteck, Dreieck und Kreis. Bittner entwirft nicht mit Vorlagen, sondern erfindet die vermeintlich gebäudeartigen Konfigurationen selbst. „Die skizzenhafte Entwurfsarbeit auf Papier ist für mich der eigentliche künstlerische Prozess des Erfindens“, so Bittner. Die nachfolgende Erstellung der Gussformenschalung sei vergleichbar mit der Herangehensweise eines Architekten an seine Arbeit.

Im Kontrast zu Bittners Betonskulpturen stehen in der Ausstellung die Bilder von Helmut Feldmann. Sie stellen eindrucksvoll die norddeutsche Landschaft dar, die die Heimat des Oldenburgers ist. Erdtöne dominieren die mit Kupferdruckfarbe gemalten Bilder. Schwere Wolkenformationen über erdiger, mooriger Landschaft sind nicht selten das Motiv. Trotz dieser Darstellung einer rauen Natur haben die Bilder nichts Bedrohliches. „Sie strahlen viel eher eine besondere Mystik aus – nicht zuletzt durch die glänzende Oberfläche“, so Lama.

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