Neerstedts Grundschul-Rektorin Nannette Poerschke sagt „Tschüss“

„Abschied nehmen ist immer ein wenig traurig“

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Im Namen aller Kollegen der Grund- sowie der Sprachheilschule in Neerstedt überreichte Jürgen Möhle das Abschiedsgeschenk an Nannette Poerschke.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Nicht nur für viele Kinder beginnt nach den Sommerferien ein neuer Abschnitt. Auch auf so manchen Lehrer wartet nach diesem Schuljahr eine andere Herausforderung. So sagte Neerstedts Grundschul-Rektorin Nannette Poerschke gestern „Tschüss“. Nach drei Jahren wird sie aus privaten Gründen nach Varel zurückkehren und dort die Leitung der Grundschule an der Osterstraße übernehmen.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt“, meinte die 46-Jährige in der Aula. Dort gab es eine kleine Feierstunde für alle, die gestern zum letzten Mal die Schule offiziell besuchten – und das waren neben Poerschke auch die Viertklässler der Grundschule, einige Kinder der Sprachheilschule sowie Lehrer Karl-Ernst Löwe, der in den Ruhestand geht.

, erklärte Poerschke und wünschte sich, dass alle Kinder auch an den weiterführenden Schulen zurechtkommen. Für die gute Zusammenarbeit dankte sie ihren Kollegen, der Gemeinde Dötlingen sowie den Elternvertretern. „Denn Schule ist eine Ausbildungsgemeinschaft.“

Bürgermeister Ralf Spille bedauerte während seiner Ansprache, dass Poerschke der Neerstedter Schule nicht länger erhalten geblieben ist. „Aber natürlich akzeptieren wir den Wunsch“, sagte der Verwaltungschef, der auf einige Erfolge der Einrichtung wie der mehrfachen Auszeichnung zur sportfreundlichen Schule hinwies. Für Poerschke sei auch der inklusive Gedanke eine Herzenangelegenheit gewesen. Da wunderte es nicht, dass der Sprachheil-Schulleiter Jürgen Möhle und seine Kollegen Worte des Dankes äußerten. Gemeinsam mit den Grundschullehrern hatten sie Lieder vorbereitet – für Poerschke, aber auch Löwe.

Letzterer unterrichtete seit 1994 an der Sprachheilschule und hatte laut Möhle immer „ein großes Herz für die Kinder sowie feine Antennen für die Kollegen“. Löwe, der jahrelang als Personalvertreter fungierte, bestätigte, dass es ihm in Neerstedt besonders gut gefallen habe. Zum einen wegen der Kooperation mit der Grundschule, zum anderen, weil Schule auf dem Land noch etwas wert sei. „Und nach zwölf Jahren in Berlin-Wedding und drei Jahren in Trier kann ich den Vergleich ziehen“, sagte er. Möhle verabschiedete ihn mit den Worten von Konfuzius: „Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.“

Ein kleines Programm hatten zudem die Schüler einstudiert. Neben mehreren Liedern gab es auch einen ungarischen Tanz der etwas anderen Art. Dabei schwangen die Viertklässler mit Bändern geschmückte Flaschen im Takt der Musik. Da sie gestern quasi aus der Schule „geschmissen“ wurden, hatten jüngere Schüler noch ein Blumenspalier organisiert. „Wir sagen euch Tschüss“, sangen alle.

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