Neerstedter Bühne feiert 25. Geburtstag/„Bidla Buh“ betören Gäste

„Perfekte Symbiose“ als Erfolgsgarant

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„Bidla Buh“ begeisterte nicht nur mit musikalischem Können, sondern machte der Damenwelt auch schöne Augen.

Neerstedt - Von Anja Nosthoff. 25 Jahre – die sind ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer und erfolgreicher Zeitabschnitt für die Neerstedter Bühne. Dies wurde am Samstagabend während der Geburtstagsfeier des einzigen Theaters im Landkreis Oldenburg deutlich.

Pünktlich zum Saisonauftakt erinnerte der Vorsitzende des Vereins „Neerstedter Bühne“, Erhard Hofemann, an die Anfänge, die das bisher Erreichte in noch glänzenderem Licht erstrahlen ließen. Nicht nur der Keller habe sich von einem „Wasserloch“ in moderne Umkleidekabinen verwandelt, auch die Sitze seien immer bequemer, die Vorhänge immer schöner und die Technik immer moderner geworden.

Was sich allerdings in all den Jahren nicht mehr steigern ließ – da waren sich Hofemann, Karl Pätau, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender, sowie die stellvertretende Bürgermeisterin Anke Spille einig – seien die Backkünste der Neerstedter Frauen. An den Theatersonntagen sorgten sie dafür, dass die Besucher schon eine Stunde vor Vorstellungsbeginn ins Theater strömen. Besonders stolz zeigte sich Hofemann auf die jungen Engagierten wie die stellvertretende Vorsitzende Annika Stolle und Jan Kratzmann, die im Theater Finanzen und Technik im Griff halten.

„Neben allem Luxus, den wir hier nun in der Neerstedter Bühne durch großes ehrenamtliches Engagement vieler Menschen haben, sind und bleiben die Zuschauer aber immer noch das Wichtigste für ein Theater. Und der Neerstedter Bühne, die sich ja besonders der plattdeutschen Sprache verschrieben hat, gelingt eine perfekte Symbiose zwischen Zuschauern und Schauspielern“, zog Hofemann sein stolzes Fazit.

Diese Symbiose wurde dann auch direkt spürbar, als „Bidla Buh“ die Bühne stürmten. Die „Männer, die schon eine Liebe wert sind“ suchten den Kontakt zum Publikum, machten der holden Damenwelt schöne Augen und ließen dabei kein Auge trocken. Hans Torge Bollert und Olaf Klindtwort fielen als „Vollblutmusiker“ mit parodistischem Biss über so manchen musikalischen Klassiker her und gaben diesem ein ganz neues Gesicht.

Dem Anlass entsprechend begannen sie mit einem Geburtstagsständchen und zeigten dann ihr Können – von Techno bis zu Musikantenstadl und von Rock’n‘ Roll bis zur Opernmusik. Mit „heißen Pfoten“ bearbeitete „Professor Klindtwort“ seine Jazzgitarre und fühlte sich mit schmachtendem Schlafzimmerblick in seiner Rolle als Casanova, Schwerenöter und Heiratsmuffel sichtlich wohl.

Der Mund seines Kollegen dagegen stand, wenn er nicht gerade in eine seiner Trompeten blies, kaum still. Mit dem Charme eines „Tausendsassas“ verkaufte er nicht nur erfolgreich so manch schlüpfrigen Witz, sondern verlieh seiner Stimme abwechselnd mal Elvis- und mal Oma-Klang. Auf Plattdeutsch gab er „Rund um de Klock“ zum Besten und ging alsbald am Stock, als er dem Ganzen mit „Aber bitte mit Sahne“ das musikalische Häubchen aufsetzte. Dann blies er zur Jagd, musste aber das anvisierte „weibliche Rehauge“ enttäuscht ziehen lassen, als dieses aufgeschreckt floh, sobald der erste Kuss platziert war.

Bollert huldigte aber nicht nur der Weiblichkeit. Hinsichtlich seiner Trompetenleidenschaft wurde ebenfalls bald klar, dass er auch dort nicht zur Monogamie neigt. Die Entscheidung zwischen Jagdhorn, Klassiktrompete und der Stimmungsbombe aus dem Musikantenstadl fiel ihm nicht leicht – schließlich sei er doch auch „viel zu schade für eine alleine“.

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