Dötlinger Gemeindeverwaltung stellt städtebauliches Entwicklungskonzept vor

Neerstedt soll weiter wachsen

Rund 40 Personen nahmen an der Online-Veranstaltung teil.
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Rund 40 Personen nahmen an der Online-Veranstaltung teil.

Neerstedt – Neerstedt soll weiter in Richtung Westen wachsen. Dort soll eine Wohnsiedlung entstehen. Die Gemeindeverwaltung Dötlingen hat am Dienstagabend interessierten Bürgern ihr städtebauliches Entwicklungskonzept „Neerstedt-West“ vorgestellt. An der Online-Veranstaltung nahmen rund 40 Personen teil. Neben Bürgermeister Ralf Spille informierte auch das Planungsbüro „Diekmann, Mosebach & Partner“ aus Rastede über den aktuellen Stand der Ausarbeitungen.

Geschäftsführer Hannes Korte stellte die Ideen des Fachbüros vor. Die Gesamtfläche hat eine Größe von etwa 19,5 Hektar und wird aktuell landwirtschaftlich genutzt. Neerstedt-West wird dabei von einem grünen Bereich eingefasst, der im Norden größere Grünflächen berücksichtigt, die auch gemeinschaftlich genutzt werden können. Die Freiraumflächen sind für Spielplätze, Bewegungs- sowie Sportflächen vorgesehen. Auch eine Kindertagesstätte sowie altersgerechtes Wohnen sind vom Planungsbüro im Konzept aufgenommen worden. Korte hat vor Augen, dass dort auch generationenübergreifende Treffpunkte geschaffen werden können. Über den Amsel- und Spatzenweg sollen die Bewohner bequem mit dem Fahrrad oder zu Fuß ins Neerstedter Zentrum kommen können. Über die gesamte Fläche sind unterschiedliche Bebauungsformen vorgesehen. So gehören Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser zum Portfolio. Die unterschiedlichen Formen sollen dabei den Nachfragen der Bauwilligen entgegenkommen.

Fachbüro stellt Konzept vor

Alle Gebäude sollen sich dabei an den Charakter der bereits umliegenden bebauten Flächen orientieren. Details sind in den örtlichen Bauvorschriften zu finden. Die endgültigen Festlegungen werden von der Politik noch ausgearbeitet. Nach der Flächenbilanz werden 400 bis 504 Einwohner durch die neuen Grundstücke nach Neerstedt kommen können. Den Großteil mit 262 bis 327 Personen nehmen die Einfamilienhäuser mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 685 Quadratmetern ein. Dahinter folgen 31 Kettenhäuser mit 62 bis 77 Einwohnern und einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 390 Quadratmetern. „Vergleichbare Gesamtflächen waren nach zehn bis 20 Jahren vollständig bebaut“, so Bauamtsleiter Uwe Kläner. Nach dem Erschließungskonzept soll der Verkehr über die Geveshauser Höhe abgeleitet werden. Die dichtere Bebauung im Kern der gesamten Fläche wird weiter nach außen zu den Rändern immer weiter.

Skeptisch haben sich die Online-Teilnehmer über die Verkehrsbelastung gezeigt. „Wieso wird geplant, ohne ein Verkehrsgutachten erstellt zu haben“, meinte Ludwig Barthel. Dazu sagte Kläner: „Ein entsprechendes Gutachten wird gerade durch ein Fachbüro erstellt.“ Auch die Fragen zur Wasserver- und -entsorgung sind laut dem Bauamtsleiter bereits berücksichtigt und gesichert. „Das Klärwerk in Wildeshausen freut sich über unser Abwasser. Es ist auf den neusten Stand und kann die zusätzlichen Mengen aufnehmen.“ Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Wir sind diese Schritte auch aufgrund der Verkehrsführung nicht mitgegangen. Von einem Verkehrsgutachten war bisher nicht die Rede.“ Kläner erklärte, dass Vorentwürfe diese Bedarfe aufzeigen. So sind noch Bodenproben zu ziehen, die Hanglange zu berücksichtigen und das Emissionsgutachten zu aktualisieren. Die gesamte Fläche solle in mehreren Schritten erschlossen und bebaut werden. Zur ersten Phase gehört der Bebauungsplan „Geveshauser Höhe“. Das Gebiet liegt links neben dem Finken- und Amselweg. Über den ersten Bauabschnitt wird mit 118 bis 152 neuen Einwohnern geplant. Auf den gut 38 000 Quadratmetern sind 23 Grundstücke für Einfamilienhäuser mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern sowie 16 Parzellen für Doppelhäuser mit durchschnittlich 404 Quadratmetern aufgenommen. Daneben sind zehn Areale für Kettenhäuser sowie vier Grundstücke für Mehrfamilienhäuser geplant. „Für den ersten Abschnitt liegen bereits eine Reihe von Bewerbungen vor“, erklärte Kläner.

„Wir begrüßen die Vorschläge sehr“

Unter den Teilnehmern war auch Finn Schachtschneider. „Wir möchten in Neerstedt bauen. Bisher haben wir allerdings keine Möglichkeit gesehen. Daher begrüßen wir diese Vorschläge sehr.“ Ratsherr Wilhelm Niehoff (CDU) bekräftigte diese Aussage: „Wir sind der Meinung, dass es diese Möglichkeiten geben muss.“ Der erste Abschnitt soll nach zwei bis vier Jahren vollständig bebaut sein. „Mit den Grundstückpreisen werden wir keinen großen Gewinn machen“, erklärte der Bauamtsleiter auf die Frage nach den Quadratmeterpreisen.

Für die erste Planungsphase wurden 45 Träger öffentlicher Belange einbezogen. Sie haben sich unter anderem mit dem Naturschutz, der Entwässerung sowie Versorgung befasst. „Die erste Phase haben wir damit abgeschlossen“, verkündete Kläner. „In der zweiten Phase werden wir nun alle Hinweise aus der heutigen Veranstaltung zusammenfassen und der Politik vorlegen“, sagte er und ergänzte: „Wir werden uns an unserem bisherigen Plan orientieren und dennoch kann die nächste Version ganz anders aussehen.“ Ein Gesprächsteilnehmer sah das städtebauliche Entwicklungskonzept in Richtung Norden anstatt Westen als geeigneter an. Darauf antwortete Spille: „Im Laufe der Diskussionen kann auch es auch Richtung Norden gehen.“ Im Juli wird sich nach Auskunft der Verwaltung die nächste Möglichkeit ergeben, sich zu beteiligen. Auch eine dritte Runde wollte Kläner nicht ausschließen. „Das Ziel der Politik ist, dass das Bauleitverfahren bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll.“

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