Sorge um Schulkinder

108 Unterschriften für mehr Straßensicherheit in Neerstedt

Zum Schulgebäude am Ende des Neerstedter Schulwegs müssen die Kinder auf der Straße laufen. Beleuchtung gibt es dort nicht.
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Zum Schulgebäude am Ende des Neerstedter Schulwegs müssen die Kinder auf der Straße laufen. Beleuchtung gibt es dort nicht.

Zu dunkel, kein Bürgersteig: Anwohner des Gebiets Ramshorn in Neerstedt fordern, dass die Gemeinde Dötlingen Straßenlampen aufstellt und Gehwege baut. Denn ihre Kinder sollen sicher zur Schule gehen können. Darüber diskutiert am Donnerstag der Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss.

Neerstedt – Eigentlich ist die Lage für die Kinder, die in den Straßen Schulweg, Am Sportplatz und Eichenweg wohnen, sehr komfortabel: Sie können zu Fuß in die nah gelegene Grundschule und zur Sporthalle Neerstedt laufen. Doch genau das macht ihren Eltern Sorge. Sie kritisieren, dass es weder eine Straßenbeleuchtung noch einen Bürgersteig gibt.

Beides sei nötig, um die Sicherheit auf den Alltagswegen der Mädchen und Jungen zu erhöhen, meinen sie. Ihr Anliegen findet sich nun in zwei Tagesordnungspunkten der Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses der Gemeinde Dötlingen wieder. Er tagt am Donnerstag, 4. März, ab 18 Uhr im Rathaus.

Zunächst will das Gremium einen Antrag der SPD-Fraktion diskutieren, den diese bereits im September gestellt hatte. Sie bittet darum, die Kosten für eine durchgehende Straßenbeleuchtung am Schulweg oder der Straße Am Sportplatz zu ermitteln und zu prüfen, ob eine Solarbeleuchtung als Alternative in Frage kommen könnte.

Etwa 60 Kinder gehen im Gebiet Ramshorn zur Schule

Im Bereich Ramshorn lebten derzeit etwa 60 Kinder, die bereits zur Schule gingen oder bald in das entsprechende Alter kämen, heißt es in dem Antrag der Sozialdemokraten. „Die Eltern sorgen sich – für uns verständlicherweise – um die Sicherheit der Kinder auf dem Weg zur Schule im Winterhalbjahr, wenn es morgens noch dunkel ist.“

In der Sitzungsvorlage für Donnerstag erläutert die Verwaltung, in der gesamten Kommune werde im Bereich der Gemeindestraßen „keine durchgehende Straßenbeleuchtung vorgehalten, sondern ausschließlich eine Punkt- oder Orientierungsbeleuchtung“. Etwas anderes sei also auch in dem betroffenen Gebiet nicht angedacht.

Für die Aufstellung von zwei Lampen am Schulweg sowie von vier Lampen an den Straßen Am Sportplatz/Eichenweg inklusive der Verlegung von Erdkabeln müsse mit Kosten in Höhe von 52.136 Euro gerechnet werden. Sollen es Solarlampen sein, sei die Gesamtsumme mit rund 42.473 Euro zwar deutlich niedriger, allerdings sei der Wartungsaufwand höher. Zudem seien Solarleuchten in der Gemeinde bislang nicht aufgestellt worden.

Anlieger müssten für Beleuchtung zahlen

Die Verwaltung schlägt drei Lösungsvarianten vor: Erstens könnte die gewünschte Punktbeleuchtung installiert werden. Die Kosten würden laut Erschließungssatzung zu 90 Prozent auf die Beitragspflichtigen (jeweils etwa 20 Haushalte pro Straßenzug) und zu zehn Prozent auf die Gemeinde entfallen.

Zweitens könnten die Anlieger entscheiden, die Beleuchtung in Eigenleistung errichten zu lassen. Für die Erdverkabelung käme dann die Kommune auf. Und drittens könnte das Vorhaben komplett fallen gelassen werden. Einen Beschlussvorschlag vonseiten der Verwaltung gibt es laut Vorlage nicht.

108 Unterschriften für mehr Verkehrssicherheit

Anders sieht das bei dem zweiten Tagesordnungspunkt, der ebenfalls das Gebiet Ramshorn betrifft, aus. Bereits im November 2019 hatte eine Neerstedter Familie gefordert, die Verkehrssicherheit in den Straßen Am Sportplatz, Eichen- und Schulweg zu verbessern. Konkret sollen verkehrsbegleitende Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel eine Umwandlung von der bisherigen Tempo-30-Zone in Spielstraßen oder Temposchwellen.

Die Familie habe ihr Anliegen nun mit der Vorlage von 108 Unterschriften von Menschen bekräftigt, die in diesen oder benachbarten Straßen wohnen.

Nach einer Wegebereisung sowie einer Debatte hatten der Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss sowie der Verwaltungsausschuss damals entschieden, dass es nicht nötig sei, etwas zu verändern. Diese Position behält die Verwaltung bei: „Da sich die Ausgangssituation grundsätzlich nicht geändert hat, Familie G. lediglich aufzeigt, dass es sich hier um ein Anliegen vieler Anwohner aus dem Quartier handelt, schlägt die Verwaltung vor, keine weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit zu ergreifen“, heißt es in der Vorlage.

Zu den anfallenden Kosten wird dort zudem angemerkt, dass die Erschließungsbeitragssatzung greifen würde, bei der die Anlieger für 90 Prozent der Summe aufkommen müssten. Möglicherweise könne jedoch auch die Straßenausbausatzung zum Tragen kommen, die derzeit jedoch ausgesetzt sei.

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