Kostenlose Internetnutzung Thema im Fachausschuss / Breitbandausbau gestartet

Warum öffentliche Hotspots derzeit keinen Sinn machen

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Im Rahmen der ersten Phase der Breitbandinitiative im Landkreis ist der Ausbau nun auch in der Gemeinde Dötlingen gestartet. Am Stedinger Weg zwischen Klattenhof und Nuttel wird seit dieser Woche gearbeitet. 

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Einen Film streamen, Videos und Fotos auf der eigenen Homepage hochladen oder eben schnell etwas googeln: Bei nahezu jedem, der in der Gemeinde Dötlingen – egal ob von zu Hause oder unterwegs – das Internet nutzt oder gar darauf angewiesen ist, dürfte sich schon einmal eine gewisse Frustration eingestellt haben. Ausreichend Bandbreite ist in vielen Ortsteilen nicht vorhanden. Da wundert es nicht, dass sowohl Verwaltung als auch Politik die Einrichtung von Hotspots für öffentliche Anlagen derzeit als wenig sinnvoll betrachten.

„Für ein solches Vorhaben benötigt man schnelles Internet, und das haben wir nicht“, brachte es Beate Wilke (CDU) während der Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses am Donnerstagabend im Neerstedter Rathaus auf den Punkt. Das Gremium empfahl, sich mit dem Thema zu befassen, wenn die erste und zweite Ausbauphase der Breitbandinitiative des Landkreises Oldenburg abgeschlossen ist. Von dieser soll bekanntlich auch die Gemeinde Dötlingen profitieren. Der vom Bund geförderte Ausbau des Glasfasernetzes startete im Landkreis offiziell im Januar. Seit dieser Woche wird auch in der Gemeinde gebuddelt – und zwar am Stedinger Weg zwischen Klattenhof und Nuttel. „Dort werden die entsprechenden Leitungen verlegt“, teilte Bauamtsleiter Uwe Kläner mit. Welche Haushalte und Betriebe genau von dem Programm profitieren, darüber möchte die Verwaltung die Bevölkerung zeitnah informieren. „Wir warten lediglich noch auf Kartenmaterial“, berichtete Kläner.

Den im Landkreis vorangetriebenen Breitbandausbau hatte die FDP-Fraktion zum Anlass genommen, um die Prüfung von Hotspots beziehungsweise WLAN-Zugängen für öffentliche Gebäude und Anlagen zu beantragen. „Und wir haben uns auch intensiv mit der Thematik beschäftigt“, bestätigte Kläner. „Das Problem ist die erforderliche Ausstattung.“ Die Internetnutzung über Hotspots setze Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit je Sekunde (MBit/s) voraus. Im Neerstedter Rathaus beispielsweise stehen derzeit nur 16 MBit/s zur Verfügung. Die Verwaltung schlägt deshalb – auch auf Anraten des Landkreises sowie der EWE – vor, zunächst die Ergebnisse der Breitbandinitiative abzuwarten und anschließend ein Konzept zu erarbeiten. Dieses Vorgehen erschien allen Ausschussmitgliedern sinnvoll.

„Das ist schon eine Hausnummer“

Laut Verwaltung sind aber auch nach den zwei Ausbauphasen nicht an allen öffentlichen Anlagen schnelle Übertragungsraten zu erwarten. In Dötlingen könnte der Bereich Kindergarten/Turnhalle profitieren, in Neerstedt wären es die Turn- und Sporthalle, Kindergarten, Gemeindezentrum sowie das Feuerwehrhaus und in Brettorf der Bereich Haus der Vereine/Sporthalle/Kita. Das Dötlinger Feuerwehrhaus könne schon jetzt mit bis zu 50 MBit/s versorgt werden. Schlecht sehe es mit schnellem Internet auch künftig am Sportplatz und im Püttenhus in Dötlingen sowie in den Dorfgemeinschaftshäusern in Klattenhof und Grad aus. Auch im Rathaus seien vorerst keine Verbesserungen zu erwarten.

Wenn die Infrastruktur irgendwann die Einrichtung von Hotspots hergibt und die Politik solche wünscht, sollte sie sich auch mit den Kosten auseinandersetzen. „Neben den einmaligen Summen für die Installation ist mit laufenden Kosten von monatlich 35 bis 40 Euro je Hotspot zu rechnen“, teilte Kläner mit. „Das ist schon eine Hausnummer.“ Über den Eildienst des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes hat Dötlingen zwar von einem Programm erfahren, dass Gutscheine in Höhe von je 15 000 Euro zum Aufbau von kostenlosen Internetspots im öffentlichen Raum vergibt. Doch diese seien auf zwei Jahre begrenzt und deckten nur die einmaligen Herstellungskosten ab. Die laufenden Beiträge blieben bei den Kommunen.

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