Serie „Unsere Feuerwehr“

Feuerwehren laden zum Probedienst ein

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Die Ortsbrandmeister Torsten Fischer (Dötlingen), Dirk Wilkens (Brettorf) und Martin Einemann (Neerstedt, v.l.) rühren die Werbetrommel für die Feuerwehr.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Welche Aufgaben erwarten mich? Wie sind die Dienstzeiten? Und muss ich etwas bezahlen? Wer über den Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr nachdenkt, hat häufig Fragen. Erste Ansprechpartner in der Gemeinde Dötlingen sind die drei Ortsbrandmeister. Für den letzten Teil unserer Serie informieren Torsten Fischer (Dötlingen), Martin Einemann (Neerstedt) und Dirk Wilkens (Brettorf) über den unkomplizierten Einstieg und verraten, was im Jahr 2019 in Sachen Mitgliedergewinnung vorgesehen ist.

Um weitere Einwohner für die Feuerwehr zu begeistern, rühren die Verantwortlichen regelmäßig die Werbetrommel. In diesem Jahr hatte der Bürgermeister die Gewerbetreibenden angeschrieben (wir berichteten). Für 2019 ist ein größerer Aufruf geplant. Dann sollen alle Einwohner im dienstfähigen Alter einen Brief erhalten, in dem es um die Bedeutung des Brandschutzes für die Kommune, die Notwendigkeit weiterer Einsatzkräfte und die Feuerwehr als lohnenswertes Hobby geht. Auch Infos zu den Eintrittsvoraussetzungen und eine Übersicht über die Dienstzeiten in den Ortswehren sind Bestandteil. Um die Bürger gezielter anzusprechen, sollen die Rundschreiben für bestimmte Zielgruppen individualisiert werden.

„Unverbindlich und kostenlos“

Eine ähnliche Aktion gab es bereits im Jahr 2012. Mit der Resonanz waren die Feuerwehren einigermaßen zufrieden. Von den auf diesem Wege neu gewonnenen Mitgliedern sind heute noch zehn im aktiven Dienst. „Bei uns haben sich damals Interessierte gemeldet, die schon länger mit dem Gedanken gespielt hatten, in die Feuerwehr einzutreten“, erzählt Einemann. Das Rundschreiben sei der bis dahin fehlende Schubser gewesen. In Dötlingen waren aufgrund der Kampagne Zugezogene dazugestoßen, die zuvor schon in anderen Orten als Brandschützer aktiv gewesen waren.

Abstand nehmen die Organisatoren von eigens angebotenen Schnupperdiensten. Stattdessen laden sie Interessierte zu den regulären Übungsdiensten ein. „Jederzeit und ganz unverbindlich“, versichert Fischer. Der Dötlinger sagt: „Bei uns kann jeder testen, ob die Feuerwehr ein geeignetes Hobby ist oder nicht. Keiner braucht sich anschließend verpflichtet fühlen.“ Gemeinsam mit Einemann und Wilkens rät er dazu, es einfach mal auszuprobieren und selbst Eindrücke zu sammeln. „Bei der Feuerwehr kann man Menschen in Not helfen und trotz ernsthafter Einsätze Spaß haben. Die Kameradschaft ist toll. Wir können uns aufeinander verlassen“, betonen die Ortsbrandmeister. Ob beim Einsatz oder den Übungsdiensten – niemand werde mit Aufgaben alleine gelassen. „Angst oder Hemmungen, etwas nicht zu schaffen, braucht bei uns keiner zu haben“, versprechen sie.

Neu in die Feuerwehr eintreten können alle Frauen und Männer zwischen 16 und 45 Jahren, die ihren Wohnsitz oder Arbeitsplatz in der Gemeinde Dötlingen haben und körperlich fit sind – und zwar völlig kostenlos. „Niemand muss etwas bezahlen“, betonen die drei Ortsbrandmeister mit Blick auf eine tatsächlich häufiger gestellte Frage.

Übungsdienste stehen wöchentlich an. „Aber wer mal vier Wochen nicht da war, darf trotzdem zum Einsatz kommen“, berichtet Fischer. „Und wer Lust hat oder mit einem Führungsposten liebäugelt, kann natürlich auch mehr Zeit investieren“, ergänzt Wilkens. Die Feuerwehr erfordere nicht unbedingt mehr Zeit als andere Hobbys. Zudem würden die individuellen Fähigkeiten und Wünsche berücksichtigt. Niemand müsse Aufgaben übernehmen, für die er sich nicht gewappnet fühlt. „Und wir werfen die Neuen auch nicht ins kalte Wasser“, sagt Wilkens, der spätestens mit dem Rundschreiben auf Resonanz aus der Bevölkerung hofft. „Wir freuen uns über Interessierte sowie auf viele Fragen“, sagt der Brettorfer Ortsbrandmeister.

Serie „Unsere Feuerwehr“

„Retten, löschen, bergen, schützen“ lautet das Motto der Feuerwehr. Die Zeiten, in denen sie nur Brände bekämpfte, sind längst vorbei. Mittlerweile decken die Männer und Frauen, von denen in der Gemeinde Dötlingen rund 150 im aktiven Dienst sind, ein breites Spektrum an Aufgaben ab. Rund um die Uhr sind die Ehrenamtlichen der drei Ortswehren Brettorf, Dötlingen und Neerstedt zur Stelle, wenn im Notfall Hilfe benötigt wird. Daneben engagieren sich rund 100 weitere Mitglieder in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, der Brettorfer Feuerwehrkapelle sowie den Altersabteilungen. Der demografische Wandel und ein veränderter Arbeitsmarkt stellen die Feuerwehren heutzutage insbesondere personell vor einige Herausforderungen. Weitere aktive Mitglieder sind vor diesem Hintergrund immer willkommen. Was sie bei den drei Dötlinger Ortswehren erwartet, stellt die Wildeshauser Zeitung in einer Serie vor. Die Artikel befassen sich mit den vielfältigen Arbeitsbereichen, lassen die Einsatzkräfte zu Wort kommen und beleuchten Themen wie die Ausstattung und Ausbildung.

www.feuerwehr-doetlingen.de

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