Kritik an Luftballon-Wettbewerb

Mutwillige Umweltverschmutzung auf dem Erntefest?

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Das Erntefest in Dötlingen geht am Sonnabend, 22. September, über die Bühne. Im Rahmen des Programms sollen auch Ballons aufsteigen. Eine Aktion, die nicht von allen begrüßt wird.

Dötlingen - Mit einer Feldfahrt, einem bunten Programm vor der St.-Firminus-Kirche sowie abendlicher Unterhaltung auf dem Hof Diekmeyer feiern die Dötlinger ihr Erntefest. Auf dem Programm steht jedoch auch ein Luftballon-Massenstart. Dafür erhält der Veranstalter, der Bürger- und Heimatverein (BHV), nun mächtig Kritik von Wilfried Papenhusen aus Wildeshausen, der sich vorbehält, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten.

Papenhusens Vorwurf ist eindeutig: „Umweltverschmutzung, zum Zwecke einer 60-sekündigen Kinderbelustigung – möglicherweise noch mit anhängenden Plastikbändchen und laminierten Kärtchen“. In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, wendet er sich ganz konkret an die Mitglieder des BHV. „Ist von Ihnen geklärt, wer die Ballons in der Natur wieder komplett einsammelt? Haben Sie die Zustimmung der Eigentümer vom jeweiligen Grund und Boden, auf dem sie als Müll landen, dass diese damit einverstanden sind?“, fragt er, ehe er fortfährt. 

„Dieser Planet nähert sich mit zunehmendem Tempo einer sehr wahrscheinlich unabwendbaren, ökologischen Katastrophe (Erderwärmung, Nitrat im Grundwasser, Feinstaub, resistente Keime) und niemand aus ihrem Organisations-Komitee hat den Umweltschutz auf dem Schirm?“

Er könne einfach nicht verstehen, wie man vor einer solchen Tatsache die Augen verschließen kann. Papenhusen ist auch schon mit dem Umweltpolizisten des Landkreises Oldenburg, Andreas Wieting, in Kontakt getreten, um sich zu informieren. Dieser erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Steigenlassen an sich keine Straftat sei. Man könne jedoch eine Anzeige erstatten, sofern die Überreste der Ballons auf seinem Grundstück landen. „Ich kann auch nur an die Vernunft appellieren, eine solche Aktion zu unterlassen“, so Wieting.

Auch der Brokser Markt hat Ballons aus dem Programm genommen

„Bitte, sagen Sie den Ballonstart wieder ab und bespaßen Sie die Kinder mit umweltkompatiblen Alternativen wie zum Beispiel einem Seifenblasenwettbewerb“, appelliert Papenhusen an den BHV. Eine solche Entscheidung lasse sich jederzeit sich absolut positiv kommunizieren. „Dies war beispielsweise auch die Entscheidung der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen zum diesjährigen Brokser Heiratsmarkt, die den Start von 800 Ballons zum 800. Jubiläum klugerweise wieder aus dem Programm genommen hatten“, erzählt Papenhusen.

Aus dem Vorstand des BHV war am Freitag nur Jens Bührmann zu erreichen. Er versicherte, dass es sich um sogenannte Öko-Ballons handelt, die biologisch abbaubar sind. Nichtsdestotrotz werde man sich intern noch einmal zusammensetzen, um die Durchführung der Aktion und Papenhusens Anliegen zu besprechen.  

lo

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