AUS DEM GERICHT Fehlende Kaution und Mietrückstände: Haftstrafe für 80-Jährige

Mutter und Sohn lassen Haus verwahrlosen

Entscheidung aufgehoben: Das Landgericht war die zweite Instanz, die über den Fall urteilte. 
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Entscheidung aufgehoben: Das Landgericht war die zweite Instanz, die über den Fall urteilte. Symbol

Dötlingen/Oldenburg – Das Oldenburger Landgericht hat am Mittwoch eine 80-jährige Mutter aus Dötlingen sowie deren Sohn wegen Betruges beziehungsweise Beleidigung schuldig gesprochen. Die Frau wurde zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, ihr 40-jähriger Sohn erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 250 Euro. Die beiden hatten in Dötlingen ein Haus angemietet. Doch die 80-Jährige war die Hälfte der versprochenen Kaution schuldig geblieben.

Sie hatte den Feststellungen zufolge auch nie die Absicht gehabt, die vollständige Summe in Höhe von 2 000 Euro zu zahlen. Dazu war sie finanziell nicht in der Lage. Es kam in der Folge zudem zu Mietrückständen, Mutter und Sohn kümmerten sich aber nicht darum. Damit nicht genug: Das angemietete Haus ließen die beiden Angeklagten total verdrecken. Überall sollen sich Kot und Müll befunden haben.

Die Nachbarn beschwerten sich

Schließlich hagelte es Beschwerden aus der Nachbarschaft. Deswegen wollte und musste der Vermieter des Objekts nach dem Rechten sehen. Er hatte die Angeklagten zuvor schon häufiger nicht erreicht, traf jedoch am Tattag auf den erwachsenen Sohn. Der beschimpfte den Eigentümer und nannte ihn einen „Idioten“. Die ursprüngliche Anklage ging sogar davon aus, dass der 40-Jährige den Vermieter bedroht und genötigt hatte, das Grundstück zu verlassen.

Das aber konnte in der Sitzung am Mittwoch nicht mit der notwendigen Sicherheit festgestellt werden. Blieb also nur die Beleidigung übrig, die den Angeklagten nun 250 Euro Geldstrafe kostet. Damit hob das Landgericht ein erstes Urteil des Amtsgerichts in Wildeshausen wieder auf. Diese Instanz hatte die 80-Jährige zwar ebenfalls zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, ihren Sohn aber zu einem Monat Gefängnis. Das Amtsgericht hatte sowohl den Tatbestand der Bedrohung und der Nötigung als erfüllt angesehen. Weil diese nun aber vom Tisch sind, musste das erste Urteil vom Oldenburger Landgericht abgeschwächt werden.

Mittlerweile sind Mutter und Sohn aus dem angemieteten Haus in Dötlingen ausgezogen. Die Renovierung des Objektes kostete laut den Angaben vor Gericht 30 000 Euro.

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