NLWKN-Planer bringt Umwelt- und Energieausschuss auf den aktuellen Stand

Mühlbach-Renaturierung in Altona äußerst knifflig

Volker Knuth vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (l.) informierte die Ausschuss-Mitglieder sowie Verwaltungsvertreter über den aktuellen Planungsstand und derzeitige Problematiken. - Foto: Schneider

Altona - Von Tanja Schneider. Die Renaturierung des Altonaer Mühlbachs stellt den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Bereich des Guts Altona vor eine riesige Herausforderung. Dies wurde am Donnerstag während eines Ortstermins des Umwelt- und Energieausschusses mit dem zuständigen Planer Volker Knuth deutlich. Er informierte über den aktuellen Stand der Vorbereitungen sowie die Problematiken.

Ziel der Renaturierung ist die Durchlässigkeit des Mühlbachs und damit die Verbesserung der ökologischen Vielfalt. Im Weg steht derzeit vor allem das Stauwerk bei der Altonaer Mühle. Eine Fischtreppe soll dafür sorgen, dass die Tiere von A nach B kommen. Die Realisierung ist allerdings knifflig. „An dem Konzept beißen wir uns momentan die Zähne aus“, gestand Knuth. Drei Varianten seien bislang durchgespielt worden. Nach Untersuchungen steht fest: Nicht alle kommen in Frage. „Wir haben es hier mit kaum tragfähigen Böden, einer schlechten Bausubstanz, einer Reihe von Teichen und einem Höhenunterschied von gut vier Metern zu tun“, nannte er die Gründe. Problematisch sei zudem die Nähe zur Landesstraße.

Die ursprüngliche Idee, den Wasserstand im Bereich des bestehenden Wehres um ein bis anderthalb Meter abzusenken, scheint kaum umsetzbar. Unter anderem, weil die Tragfähigkeit der Dämme nicht gewährleistet ist und die vom Fischereiverein gepachteten Teiche dann wegen eines höheren Wasserstandes gesichert werden müssten. Hinzu kommt, dass sich die Fischtreppe dort unverhältnismäßig in die Länge ziehen würde. Denn zwischen den Becken dürfte sich der Höhenunterschied nur auf acht bis zehn Zentimeter belaufen.

Momentan sieht es laut Knuth nach einem Umleitungsbach aus, an dem dann der Pass für die Fische aufgebaut wird. Der neue Verlauf würde unter der Landesstraße hindurch über den alten Durchgang bei der Scheune geleitet. Das derzeitige Stauwerk müsste parallel erneuert werden. Wie marode es ist, verdeutlichte Ralf Siemer vom Fischereiverein. „Im Spätherbst liefen uns die Teiche oberhalb trocken, weil das Wehr ein Leck hatte.“ Knuth betonte, dass die Anlage schon allein wegen der Gewährleistung des Hochwasserschutzes im unteren Abschnitt ersetzt werden müsse.

Knuth: Altonaer Mühlbach hat Potenzial

Trotz all der Schwierigkeiten zeigte sich Knuth zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird, die finanzierbar und ökologisch sinnvoll ist. Denn der Altonaer Mühlbach habe Potenzial. Nicht ohne Grund habe ihn die Gewässerallianz als Schwerpunktgewässer ausgewählt. Im Bereich der Hunte-Wasseracht gehören übrigens auch die Hunte und der Rittrumer Mühlbach dazu. Bei Letzterem war schon vor Jahren an der Ostrittrumer Wassermühle eine Fischtreppe entstanden. „So ähnlich könnte es auch hier in Altona aussehen“, sagte Knuth, der an den damaligen Planungen ebenso beteiligt war wie an denen für die Altarm-Anschlüsse der Hunte. Bekanntlich soll mit dem „Große Sorre Ort“ bald der nächste folgen. „Dort laufen gerade hydraulische Untersuchungen“, informierte Knuth.

Für die Maßnahme am Altonaer Mühlbach soll der Finanzierungsantrag nun gestellt werden. „Die Genehmigungsplanung möchten wir noch in diesem Jahr abschließen, um möglichst 2017 mit der Umsetzung beginnen zu können“, so der Fachmann.

An anderer Stelle hat sich bereits einiges getan. Denn die Schul-AG des Fischereivereins ist schon lange am Mühlbach aktiv. Seit weit mehr als einem Jahr auch in Hockensberg, wo die Schüler Kiesbänke und Strömungslenker anlegten. „Viele kleine Hände haben einiges geleistet“, meinte Siemer. Dem stimmte Knuth zu, der Bereich sah nahe am Ideal. Dennoch sei entlang des Mühlbachs noch jede Menge Spielraum für eine Verbesserung.

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