Ausrichter für Wiederholung schon gefunden

Rund 300 Leute im „Frühstücksmoor“

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Gerrit Meyer (links) von der AG Brettorfer Vereine begrüßte die Besucher, die sich unter großen und kleinen Pavillons an die Tische gesetzt hatten.

Brettorf - Von Ove Bornholt. Vielleicht sind es ja Veranstaltungen wie diese, die Großstädter vermissen, wenn sie die Anonymität der Stadt beklagen: Ein paar Nachbarn stellen um die 40 Bierzeltgarnituren am Ende eines Wendehammers auf die Straße, bauen Pavillons zum Schutz vor der Sonne auf, und schaffen Hunderte Brötchen und Eier sowie Kaffee ran. In erster Linie geht es ums Essen, aber eigentlich steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Und die wurde am Sonntag in Brettorf mit einem Dorffrühstück auf der Straße „Schüttenmoor“ gestärkt.

Rund 300 Leute waren ins „Frühstücksmoor“, wie ein Schild am Eingang der Straße informierte, gekommen. Ganz schön viel für ein Dorf mit um die 850 Einwohner. Allerdings hatte es deutlich weniger Anmeldungen gegeben. Angesichts des unerwarteten Andrangs wurden flugs noch ein paar Tische und Bänke herbeigeschafft. Gerrit Meyer von der AG Brettorfer Vereine, die die Veranstaltung gemeinsam mit den Nachbarn vor Ort organisiert hatte, bat die Brettorfer darum, sich gegenseitig mit Brötchen, Butter und anderen Lebensmitteln auszuhelfen. „Ich hoffe, wir haben genug zu frühstücken, damit wir auch alle satt kriegen.“ Genug zu schnacken hatten die Leute auf jeden Fall.

Anders als Meyer, dem angesichts des Andrangs ein wenig die Luft weg blieb. „Ich bin sprachlos“, gestand er. Aber dieser Zustand währte zum Glück nur kurz. „Habt Spaß, genießt das Wetter“, so Meyer, der auch schon das nächste Dorffrühstück in zwei Jahren im Blick hatte. Vielleicht würde sich ja jemand melden, hoffte er. Ein, zwei Straßenzüge habe er schon im Blick. Doch aus einer ganz anderen Ecke, als von Meyer gedacht, meldete sich spontan Winfried Behm. „Wir machen das“, stellte der 69-Jährige fest. Mit „wir“ ist die Nachbarschaft an der Straße „Im großen Ort“ gemeint. „Wir kriegen das schon hin“, gab sich Behm selbstbewusst. Für die Planungen haben er und seine Nachbarn ja auch noch eine Menge Zeit.

Mädchen und Jungen der Kita „Filibuster“ in Brettorf führten einen Maikäfertanz auf. Die Kleinen waren etwas nervös, weil ihre Eltern unter den Zuschauern waren. 

Tipps kann er sich unter anderem bei Melanie Honhorst (39) und ihrem Mann Ralf (43) holen. Das Paar wohnt am „Schüttenmoor“ und frühstückte mit den Töchtern Johanna (10) und Greta (8). „Wir haben Käse und Quark mitgebracht“, zählte Mutter Melanie auf, als Johanna ergänzte: „Und Nutella!“ Gut gelaunt verspeiste die Familie die Leckereien. „Wir halten hier ganz gut zusammen, viele ziehen an einem Strang“, lobte Melanie Hohnhorst die Stimmung in der „Schüttenmoorer“ Nachbarschaft.

Melanie und Ralf Hohnhorst frühstücken mit ihren Töchtern Johanna und Greta (von links). Die Hohnhorsts wohnen direkt am Wendehammer und haben die Veranstaltung mit organisiert.

Die Idee zu der Veranstaltung stammt aus dem Jahr 2013, als der TV Brettorf sein 100-jähriges Bestehen unter anderem mit einem Dorffrühstück feierte. 2015 richtete die Nachbarschaft am Bareler Weg das morgendliche Schlemmen aus. „Das ist schon typisch Brettorf“, stufte Meyer die Veranstaltung ein, die sowohl bei ihrer ersten, als auch der jetzigen zweiten Auflage viele Leute angezogen hat. „Hier ist eben alles ein bisschen schuckeliger als in anderen Dörfern.“

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