Modernisierung von Haus und Konzept/Insolvenz für unbelasteten Neustart

Gemeinsames „Werkeln“ an Schützenhof-Zukunft

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Informierten gestern über die derzeitige Situation und die Pläne für den Schützenhof: der vorläufige Insolvenzverwalter Berend Böhme, die neuen Eigentümer Dierk und Wieland Garms, die alten Besitzer und künftigen Betreiber Michaela und Thomas Bötefür sowie Bürgermeister Ralf Spille (v.r.).

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Der Dötlinger Schützenhof hat Zukunft. Da sind sich die bisherigen Besitzer, derzeitigen Pächter und auch künftigen Betreiber, Michaela und Thomas Bötefür, sowie die neuen Eigentümer Dierk und Wieland Garms einig. Nicht ohne Grund wird seit Monaten renoviert und modernisiert sowie nun auch gemeinsam an einem Konzept gearbeitet. Damit das Traditionshaus unbelastet „durchstarten“ kann, hat Thomas Bötefür nun beim Delmenhorster Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Die aktuelle Situation erläuterte gestern der vorläufige Insolvenzverwalter Berend Böhme im Beisein aller Beteiligten.

Die wichtigste Botschaft schickte er vorweg: „Die Gehälter der 20 Mitarbeiter einschließlich der Aushilfen sind bis auf Weiteres über das Insolvenzgeld gesichert. Zudem wird der Betrieb erst einmal unverändert fortgeführt“, betonte Böhme. Alle Veranstaltungen wie das Silvester-Dinner und die Kohlfahrten finden statt. Auch wer zu Weihnachten gebucht hat, brauche sich keine Gedanken zu machen. „Alle hier haben ein Interesse daran, den Betrieb nicht nur weiter, sondern auch in eine sichere Zukunft zu führen.“

Paradoxerweise diene auch der Insolvenzantrag genau diesem Zweck. „Ich möchte, dass der Schützenhof auf finanziell sicheren Füßen steht“, sagte Bötefür. In der Vergangenheit sei dies nicht gelungen. Aufgrund von Altlasten und des nicht zu bewältigenden Sanierungsstaus hatten sich Bötefürs bekanntlich dazu entschlossen, den Betrieb, der seit 1958 in Familienhand war, zu veräußern. „Der Verkauf im Mai hat uns Luft verschafft. Gereicht hat es aber nicht“, bedauerte der Pächter und Küchenchef gestern. Da er als Einzelfirma agiert, haftet er persönlich. „Das Insolvenzverfahren ist die einzige Möglichkeit zur Restschuldbefreiung“, erläuterte Böhme.

Gemeinsam mit Bötefürs hatte er am Mittwoch die Mitarbeiter informiert und sich auch mit Dierk und Wieland Garms an einen Tisch gesetzt hat. Böhme, der bereits mehrere Insolvenzen in der Gastronomie begleitet hat, bewertete die Situation in Dötlingen recht positiv. Dass den neuen Besitzern nicht nur an der Bewahrung des Hauses, sondern auch an einer Zusammenarbeit mit Bötefürs gelegen ist, erleichtere seine Arbeit und beschere den Mitarbeitern zudem eine Perspektive.

Großteil der Zimmer

schon renoviert

Wie genau die künftige Geschäftsform aussehen wird, ob Bötefürs im neuen Jahr als Angestellte oder Pächter „im Boot“ sind, müsse sich erst noch zeigen. „Es gibt mehrere Möglichkeiten“, sagte Böhme. Fest steht nur: Es geht gemeinsam weiter. „Und wir sind frohen Mutes und voller Tatendrang“, versicherten Bötefürs. Auch Dierk Garms betonte: „Wir kriegen das hin.“

Er und sein Sohn Wieland haben bereits viel in den Schützenhof investiert. Seit rund einem halben Jahr läuft die Renovierung. Neue Dächer, Dämmung, Saalsanierung, Abriss der Kegelbahn, Zimmermodernisierung und auch -neubau sowie die Anlegung von Parkplätzen – die Liste ist lang und noch längst nicht abgearbeitet. „Es gibt an allen Ecken und Kanten etwas zu tun“, bestätigte Wieland Garms. Neben den handwerklichen Arbeiten geht es um ein zukunftsfähiges Konzept, das möglichst zu Jahresanfang stehen soll. Dabei gelte es, den Charme des Traditionshauses zu bewahren, den Betrieb aber gleichzeitig für weitere Kundenkreise wie beispielsweise Tagungsgäste zu öffnen. Zudem soll ein neuer Name her.

Bürgermeister Ralf Spille, der gestern ebenfalls dabei war, zeigte sich froh darüber, dass es weiter geht. „Es wäre schade, wenn die Gastronomie in der Gemeinde weiter dezimiert wird“, erklärte er.

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