Modellwelt Sikuhausen erhält ein kleines Update

Das würde einen Strafzettel geben: Auch ein Siku-Lkw darf nicht falsch herum in den Kreisverkehr fahren. In dessen Mitte steht seit Kurzem ein drehbares Element.
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Das würde einen Strafzettel geben: Auch ein Siku-Lkw darf nicht falsch herum in den Kreisverkehr fahren. In dessen Mitte steht seit Kurzem ein drehbares Element.

Mit der Fernsteuerung in der Hand lässt sich die Welt draußen für eine Weile vergessen – oder? Doch auch Sikuhausen, die landwirtschaftliche Modelllandschaft in Iserloy, ist seit Monaten geschlossen. Inhaber Michael Garms nutzt die Zeit für Neuanschaffungen, Verbesserungen und Reparaturen.

Iserloy – „Wir haben immer noch Leute, die anrufen und reservieren wollen“, erzählt Michael Garms. Denn eigentlich sei der Winter die Hauptsaison für seine Modelllandschaft Sikuhausen in Iserloy. Beliebt sei das ferngesteuerte Treckerfahren vor allem bei Kindern.

Das sei in der Coronazeit bisher ein gewisser Vorteil gewesen: „Für viele Kindergeburtstage war das für die Eltern sehr schön, wir konnten ja geschlossene Gruppen anbieten“, sagt der 43-Jährige. Doch nun ist die Modellwelt erneut seit Wochen zu, wie lange der Shutdown noch dauert, ist unklar. 2020 habe er fünf Monate lang schließen müssen, berichtet Garms.

Per Bluetooth steuert Michael Garms die Fahrzeuge.

Sikuhausen, das nach dem Hersteller der landwirtschaftlichen Modellfahrzeuge benannt ist, ist für ihn vor allem ein Hobby. Der landwirtschaftliche Betrieb ist der Hauptverdienst der Familie, hinzu kommen der Swingolfplatz und das Gartencafé. Das Spielen ist mehr eine Herzensangelegenheit – auch für Erwachsene, die regelmäßig kommen. „Für die richtigen Hobbyleute ist es schon schwer. Die haben jetzt viel Zeit, viele sind in Rente“, erzählt Garms. Auch bei Facebook, wo er den Account „Siku-Hausen“ mit rund 1 780 Followern betreibt, bekommt er das zu spüren. „Hoffe, wir können bald vor Ort mal testen“, schreibt eine Familie. „Wünsche Dir, dass es bald wieder losgehen kann“, kommentiert ein anderer Fan.

In den vergangenen Wochen hat der 43-jährige Iserloyer in dem sozialen Netzwerk immer wieder Fotos von der Anlage gepostet. Er habe sich daran gemacht, einige Arbeiten, die er bereits im ersten Shutdown angehen wollte, zu erledigen. „Viele Kleinigkeiten, die mich gestört haben, konnte ich jetzt verbessern“, erklärt er.

Dazu gehören praktische Dinge, die wohl erst nach zahlreichen Stunden Fahrpraxis auffallen: Die Böden in den Gebäuden hat Garms mit einer Farb-Vogelsand-Mischung gestrichen, um ein Durchdrehen der Räder auf zu glattem Untergrund zu vermeiden. Eine störende Rasenkante entlang des Kaffeesatz-Ackers hat er entfernt, zu steile Rampen verlängert und neue Zäune aus Draht eingesetzt. Denn grundsätzlich gelte für die Ausstattung der Anlage: „Es muss entweder stabil sein oder so, dass die Kinder es umfahren können.“

Neu sind ein drehbarer Kreisel, Lkw und Zäune

Auch zwei Neuanschaffungen aus dem November seien bislang nur von ihm und seinen beiden Söhnen genutzt worden, erzählt der 43-Jährige: Siku-Lkw. Die habe er allerdings erst einmal umbauen müssen, weil sie deutlich zu viel Energie hatten. „Die konnten fliegen, da drehten die Räder richtig durch.“ Zudem gibt es nun einen drehbaren Kreisel und Ersatz für die alten Windräder, deren Getriebe defekt waren.

Energie erzeugen können diese Windräder leider nicht.

Reparaturen und kleine Umbauten gehören also auch zu den Fähigkeiten, die sich Garms mit den Jahren – Sikuhausen gibt es seit 2015 – erarbeitet hat. Doch auch Bekannte, Freunde und Kinder gehen ihm zur Hand. Die Landschaft in einem ehemaligen Getreidelager auf dem Hof ist beheizt und belüftet, es gibt eine Discobeleuchtung und eine Tag-Nacht-Simulation. Besonders leichtes Balsaholz steht als Transportgut zur Verfügung – in den Details steckt viel Arbeit.

Etwa 40 bis 50 Stunden habe er in den vergangenen Wochen an der Anlage gebastelt, schätzt Garms. Aber natürlich komme das Spielen nicht zu kurz: „Gestern nach dem Homeschooling sind meine Kinder und ich nochmal für eine Stunde hochgegangen.“ Wo, wenn nicht in Sikuhausen, lässt sich Corona für eine Weile vergessen?

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