Ein Projekt, drei Jungs, vier Flieger

Modellflugclub Dötlingen: Til, Leon und Malte bauen mit Jugendwarten Modelle

Haben zusammen den Vereinsflieger gebaut: Malte (links), Leon (vorne links) und Til (vorne rechts). Die Jugendwarte Jochen von Döllen (2. von links) und Ralf Beiersdorf sowie Ewald Feldmann (rechts) haben sie dabei unterstützt.
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Haben zusammen den Vereinsflieger gebaut: Malte (links), Leon (vorne links) und Til (vorne rechts). Die Jugendwarte Jochen von Döllen (2. von links) und Ralf Beiersdorf sowie Ewald Feldmann (rechts) haben sie dabei unterstützt.

Neerstedt – Der zwölfjährige Leon und Ralf Beiersdorf stehen auf dem Flugfeld des Modellflugclubs Dötlingen in Neerstedt (Birkenbusch). Beide halten eine Fernsteuerung in der Hand, denn gleich wollen sie einen Flieger starten. Aber es ist nicht irgendeiner: In Zusammenarbeit mit den Jugendwarten Beiersdorf und Jochen von Döllen haben Leon, Til (11) und Malte (17) das Flugzeug – das sie passend in den Vereinsfarben blau und weiß gestaltet haben – des Modells „Stick“ gebaut.

Seit Juni treffen sich die drei Jugendlichen jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr mit Beiersdorf und von Döllen in der Vereinshütte. Letztere haben das generationsübergreifende Projekt ins Leben gerufen. Generationsübergreifend darum, weil das langjährige Mitglied Heino Habben die Flieger konstruiert sowie gezeichnet und der 70-jährige Ewald Feldmann, der bereits seit dem Vorschulalter fliege, die Holzteile gefräst habe, erklärt Pressewart Dennis Hirsch.

Drei Jugendliche bauen Modellflieger zusammen

Eigentlich wollten die Jugendwarte schon im vergangenen Jahr damit starten – wegen Corona war es jedoch nicht möglich. Insgesamt vier Flieger bauen sie – jeder Jugendliche seinen eigenen, plus das Vereinsmodell, das als einziges schon komplett fertig und flugfähig ist, und das der Zwölfjährige und Beiersdorf nun durch die Lüfte steuern wollen. Dann macht das etwa zwei Kilogramm leichte Flugzeug, das eine Spannweite von 1,40 Metern hat, auch schon einen Looping. „Das ist ja einfach“, sagt Leon, der das selbst gebaute Modell am Donnerstagabend zum ersten Mal steuert. 2019 habe er Fliegen gelernt, seit 2020 ist er im Verein, erzählt er. Zu Hause habe er zwei Modelle stehen, die er auch schon alleine fliegen dürfe.

Aktuell zähle der Verein 100 Mitglieder, darunter sind die drei aktiven Jugendlichen. „Unser Ziel ist es, mehr junge Leute zu gewinnen“, sagt der erste Vorsitzende Thomas Plate. Daher auch die Idee des Projektes. „Dieses Bauen können viele ja gar nicht mehr. Hier haben sie gelernt, wie man früher Flugzeuge gebaut hat. Das macht ihnen auch sehr viel Spaß.“ Die drei Jungs seien begeistert. „Die wollen abends gar nicht mehr weg“, so Plate und lacht.

Mit den Holzarbeiten seien sie bereits fertig, schildert Beiersdorf. Es sind aber noch nicht alle Flugzeuge vollständig beklebt. Tils Modell ist bislang noch weiß. Das soll sich aber ändern. Es solle noch grüne, schwarze, blaue und rote Streifen bekommen, listet der Elfjährige auf. „Macht denn keiner einen Werder Flieger?“, fragt Hirsch in die Runde. Leon antwortet: „Ich mache einen. Ich mache den in grün-weiß.“

Verein wünscht sich mehr junge Leute

Bei der Arbeit: Jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr treffen sich die drei Jungs mit den Jugendwarten auf dem Vereinsgelände, um weiter an den Modellen zu bauen.

Wieso sich die Jugendwarte für das „Stick“-Modell entschieden haben? „Es ist ein Allrounder. Das Modell kann man langsam oder schnell fliegen und es ist für Kunstflüge geeignet. Es ist ein gutes Anfängermodell“, erklärt Beiersdorf, der seit 2016 im Modellflugclub ist. Damals habe ihm ein 18-Jähriger das Fliegen beigebracht.

Der Jugendwart schätzt, dass die restlichen drei Modelle in zwei Wochen fertig sein werden. „Wir wollen auch, dass es diese Saison losgeht, bevor das Wetter zu schlecht wird.“ Til bringt es auf den Punkt: „Es muss fertig werden dieses Jahr.“

In einem Zelt stehen auf mehreren Tischen die ganzen Materialien bereit – darunter eine Japansäge, Schleifpapier und ein speziell geformtes Bügeleisen mit Temperatureinstellungen, mit dem die Schrumpffolien auf das Holz gebügelt wird. „Wir machen fast alles selber. Die Folie muss man kaufen, die Räder, das Fahrwerk und die Elektronik – mehr nicht, sonst haben wir alles selber konstruiert“, sagt von Döllen, der seit 35 Jahren Modellflug betreibe. Die Kunststoffteile fertige er mithilfe seines 3D-Druckers an, so Beiersdorf. Weiter sagt er: „Wir wollten wirklich mal was Reelles haben. Man kann heutzutage Flugzeuge wie Sand am Meer kaufen, die meisten sind aber Schaumstoffmodelle. Und bei Schaumstoff ist das Problem, dass er nach zwei, drei Jahren weich wird und dann fliegen die nicht mehr vernünftig. Deswegen haben wir gesagt, wir machen ein Holzmodell. Ich habe zu Hause noch eines von 1977 – und das fliegt noch.“ Für die Modelle verwenden sie Pappelsperrholz sowie Balsaholz. „Das muss alles leicht sein“, so der Jugendwart. Die Flugzeuge dürfen Til, Leon und Malte nach der Fertigstellung mit nach Hause nehmen.

Die Vereinsmitglieder bieten das Lehrer-Schüler-Fliegen übrigens auch für Jugendliche an, die keinerlei Vorerfahrung haben. Wer vorbeikommen möchte, könne das tun. „Bei schönem Wetter am Wochenende ist immer einer hier“, sagt Hirsch.

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