Verein zieht Bilanz und bestätigt Vorstand 

Mittelstädt singt seit 70 Jahren im Männergesangsverein 

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Gerd Mittelstädt (hinten, Mitte) durfte für seine 70-jährige aktive Mitgliedschaft im Männergesangverein Urkunde und Ehrennadel entgegennehmen. Für Dirigentin Irina Martschenko gab es Blumen vom Vorstand, bestehend aus Schriftführer Bernd Wrobel, dem Vorsitzenden Hans-Hermann Schweers, seinem Stellvertreter Hartwig van Düllen und Kassenführer Reinhold Pirsich (v.l.). 

Dötlingen - Post von Henning Scherf hatte der Vorsitzende des Männergesangsvereins (MGV) Dötlingen, Hans-Hermann Schweers, am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung im „Dötlinger Hof“ dabei. Grund war die Ehrung von Gerd Mittelstädt für 70 Jahre aktive Chormitgliedschaft. Dafür gab es eine Urkunde – unterzeichnet von Scherf als Präsident des Deutschen Chorverbands – sowie eine Ehrennadel. „Diese wird in Deutschland jährlich nur etwa fünf bis zehn Mal geprägt“, betonte Schweers.

Für Dirigentin Irina Martschenko als einzige Frau in der Runde gab es einen Blumenstrauß. „Immerhin hält sie es schon seit 15 Jahren mit uns aus“, sagte Schweers. Dabei sei sie immer geduldig gewesen. Und das, obwohl es von Seiten der Dirigentin durchaus Grund zum Tadel gab – wenn dieser auch nicht ganz so bierernst gemeint war. Zum wiederholten Mal musste sie in ihrem Jahresbericht die Disziplin der Sänger bemängeln. „Viele kommen zu spät, andere gar nicht“, machte sie ihrem Ärger Luft. So sei eine anständige Probe kaum möglich. „Wer nicht da war, weiß beim nächsten Mal nicht, was wir gemacht haben. So brauchen wir für das Einüben eines einzigen Liedes meist ein halbes Jahr“, klärte Martschenko auf. Die Sänger nahmen diese bereits bekannte Kritik mit einem Schmunzeln hin und gelobten Besserung für die Zukunft. Immerhin drei Lieder waren es schließlich, die die Mitglieder in den vergangenen zwölf Monaten neu in ihr Repertoire aufnehmen konnten: Im Mai gab es neue Noten für „Die Csardasfürstin“, im September für die Stücke „Totengedenken“ und „Nordseewellen“.

Mangelnde Teilnahme und fehlende Mitglieder wurden während der Jahreshauptversammlung häufiger thematisiert. So berichtete Schriftführer Bernd Wrobel zwar von einer sehr gelungenen Tagesfahrt nach Norden, musste aber gleichzeitig die geringe Beteiligung bemängeln. „Die bestens durchorganisierte Fahrt hätte wahrlich mehr Teilnehmer verdient gehabt“, betonte er. Kassenführer Reinhold Pirsich appellierte an die anwesenden Mitglieder, ordentlich die Werbetrommel zu rühren und neue Sänger in den Verein zu bringen. „Nur so können wir den MGV am Leben erhalten“, machte er deutlich. Es mangele vor allem an jungen Teilnehmern. Eine größere Mitgliederzahl wirke sich schließlich auch auf die Finanzen positiv aus.

Ein Minus in Höhe von 800 Euro

„Für das vergangene Jahr müssen wir leider ein Minus in Höhe von 800 Euro verbuchen“, betonte Pirsich in seinem Bericht. Das habe einen erklärbaren, aber traurigen Hintergrund: Insgesamt vier Vereinsmitglieder sind verstorben, der MGV zeige traditionsgemäß durch eine Anzeige in der Zeitung und einen Trauerkranz seine Anteilnahme. Auch das seien eben Kosten, die man einplanen müsse. Ansonsten habe es nur „Ausgaben in geringfügiger Höhe“ gegeben, wie Frank-Ronald Rath in seinem Bericht verdeutlichte. Er war als erster Kassenprüfer für den verreisten Hans Hoheisel eingesprungen. „Uns war es sehr wichtig, die Kasse akribisch zu prüfen. Aber uns sind keine Fehler aufgefallen. Reinhold Pirsich macht eine hervorragende Buchhaltung“, lobte er.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen spiegelte sich ebenfalls die Zufriedenheit der Mitglieder wider. Sowohl Schweers als Vorsitzender als auch sein Stellvertreter Hartwig van Düllen, Schriftführer Wrobel und Kassenführer Pirsich wurden einstimmig wieder gewählt. Dem offiziellen Teil der Versammlung schloss sich noch ein gemütliches Beisammensein an. 

 jm

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