Blutspende in Coronazeiten: Feuerwehr richtet Sporthalle her

Mit Zollstock und Klebeband

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Aber bitte mit Abstand: Daniel Stefan, Raik Lüdke, Dirk Wilkens, Gunther Brandes und Sarah Wilkens (v.l.) von der Feuerwehr richten die Brettorfer Sporthalle für die Blutspendeaktion her.

Brettorf – Dirk Wilkens wirft einen prüfenden Blick auf den Zollstock. „Das reicht noch nicht. Das sind erst knapp 1,30 Meter“, sagt der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Brettorf. Raik Lüdke und Daniel Stefan ziehen die Tische noch ein Stück auseinander. Nun passt es. Weiter geht es mit den Abstandsmarkierungen auf dem Boden. Zollstock und Klebeband benötigen die Feuerwehrleute sonst nicht, wenn sie Blutspendetermine vorbereiten. In Coronazeiten ist das anders. „Der Aufbau ist natürlich aufwendiger“, berichtet der stellvertretende Ortsbrandmeister Gunther Brandes. Den Termin abzusagen, sei für die Brettorfer Organisatoren dennoch nicht infrage gekommen. „Gerade jetzt ist jede Blutspende, die durchgezogen wird, Gold wert“, meint Brandes angesichts der knappen Reserven.

Anfang Mai hatten die Brandschützer beim DRK-Blutspendedienst nachgefragt, ob die Aktion in Brettorf überhaupt stattfinden kann. Die Antwort lautete „Ja“. Das Feuerwehrhaus schied allerdings als Veranstaltungsort aus. Die notwendigen Abstandsregelungen lassen sich dort nicht umsetzen. „Die Gemeinde und der TV Brettorf haben uns zum Glück die Sporthalle zur Verfügung gestellt“, erzählt Brandes. In dieser findet das Aufbauteam am Donnerstag fast alles, was es benötigt.

Während Ortsbrandmeister Wilkens gerade den Gang „abflattert“, der direkt vom Eingang in Richtung Umkleidekabinen führt, bauen Lüdke und Stefan mit grauen Mattenblöcken eine Einbahnstraße auf. „Die Spender müssen beim Betreten der Halle eine Maske tragen“, informiert Brandes. Erste Station ist die Wartezone. Mit Klebeband auf dem Boden soll der Abstand zwischen den Spendern sichergestellt werden. Stehen dort mehr als zehn Personen, ist erst einmal Einlass-Stopp. Die Wartezone endet bei der Annahme, wo die Spender wie gewohnt ihren Ausweis vorlegen und die Fragebögen erhalten, die sie an der nächsten Station ausfüllen. Die benötigten Tische tragen Lüdke und Stefan aus dem Feuerwehrhaus in die Halle. Ein paarmal müssen sie nachjustieren, dann stimmt der Abstand zwischen den Sitzgelegenheiten.

„Von hier geht es zum Pieksen und weiter zum Doktor“, zeigt Brandes auf ein improvisiertes Arztzimmer. Die Feuerwehrleute haben es aus großen, blauen Matten und Turnkästen errichtet. Der Brettorfer blickt auf die Uhr. „In etwa einer halben Stunde kommen auch die Mitarbeiter vom Blutspendedienst“, meint er. Dann werde sich zeigen, ob das Aufbauteam an der einen oder anderen Stelle noch nacharbeiten muss. Genug Platz für die Liegen, auf denen die Blutabnahme erfolgt, hat es auf jeden Fall gelassen. Ein Extra-Ausgang – über den Geräteraum – ist auch vorhanden, und die Feuerwehrfrauen bereiten Lunchpakete vor. „Jeder erhält zwei Tüten – eine mit belegten Brötchen, die andere mit einem Getränk und etwas Süßem“, weiß Brandes.

Normalerweise kommen zu den Brettorfer Blutspendeterminen zwischen 75 und 100 Teilnehmer. Wie viele es diesmal werden, kann der stellvertretende Ortsbrandmeister nur schwer schätzen. „Ich hoffe viele“, sagt er.

Von Tanja Schneider

Improvisiert: Aus Kästen und Matten haben die Helfer ein Arztzimmer gebaut.

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