Mit offenen Augen durch die Natur

Heinz-Hermann Wilke ist seit viereinhalb Jahren Dötlingens Landschaftsschutzbeauftragter

Geht mit offenen Augen durch die Gemeinde: der Landschaftsschutzbeauftragte Heinz-Hermann Wilke.
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Geht mit offenen Augen durch die Gemeinde: der Landschaftsschutzbeauftragte Heinz-Hermann Wilke.

Dötlingen – Wenn er in der Gemeinde Dötlingen unterwegs ist, dann mit offenen Augen. Seit etwa viereinhalb Jahren ist Heinz-Hermann Wilke der Landschaftsschutzbeauftragte der Kommune. Der Klattenhofer ist Landwirt, hat einen Forstbetrieb und ist zudem seit 1990 aktiver Jäger.

Öfter werde er gefragt, was seine Aufgaben als Landschaftswart seien, berichtete Wilke den Mitgliedern während der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses der Gemeinde Dötlingen. Daher stellte er dem Gremium seine Tätigkeiten vor. „Ich mache nicht viel, ich beobachte viel“, sagte er. Und das mache er am liebsten bei einer Radtour durch die Gemeinde, wie er auf Nachfrage erzählte. Bei einer vom Nabu Dötlingen-Wildeshausen organisierten Radtour sei er einmal 13 Naturdenkmäler abgefahren, so Wilke.

In der Gemeinde Dötlingen gibt es 41 Naturdenkmäler

„Es gibt 41 Naturdenkmäler in unserer Gemeinde, darunter sind vermoorte Schlatts, vermooste Senken, Heideflächen, sandige Dünen oder der Oltmannsberg in Ostrittrum. Wir haben auch Tonkuhlen, Baumalleen und riesige Findlinge“, listete der Klattenhofer auf. Die Rittrumer Berge bilden mit einer Fläche von 6,22 Hektar das größte Naturdenkmal in Dötlingen.

Zu Wilkes Aufgaben gehören unter anderem die Beobachtung von Schutzgebieten sowie Kontrollen und eventuelle Zählungen von besonders geschützten Pflanzenarten. „Wir sollen mit offenen Augen durch die Gemeinde gehen und mal nach und nach die Naturdenkmäler in Augenschein nehmen. Wenn uns da was auffällt, wie zum Beispiel Müll oder ein Schild, das schief hängt oder es einen Baum gibt, der eine Gefahr für Leib und Leben darstellt, dann geben wir das an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises weiter. Wir sind nicht dafür zuständig, Anzeigen zu machen. Wenn da Veränderungen beim Naturdenkmal sind, sollen wir das melden“, gab Wilke den Ausschuss-Mitgliedern einen Einblick in die Arbeit der insgesamt zehn Landschaftswarte, die im Landkreis Oldenburg ehrenamtlich aktiv sind.

Bei einer seiner Touren habe sich der Klattenhofer die Buche am Dötlinger Holz angeschaut. Nach einem Blitzeinschlag sei sie beschnitten worden. „Die steht auch unter Denkmalschutz. Das ist ein Trauerspiel. Das ist für mich kein Naturdenkmal mehr, die ist dermaßen beschnitten worden. Ich bezweifel, ob sie durchkommt. Da sind noch zwei Äste dran, und die Trockenheit kommt auch noch dazu. Das ist meine persönliche Meinung, die habe ich auch an den Landkreis weitergegeben“, so der Landschaftsschutzbeauftragte. Neben Dingen, die ihm selbst auffallen, werde er ab und zu auch von Dötlingern kontaktiert, die etwas beobachtet haben.

Wilke fährt gerne zum Wellohsberg

„Was für mich immer wichtig ist, ist die Bereisung, die wir einmal im Jahr in den einzelnen Gemeinden machen. Da fahren wir verschiedene Denkmäler im Landkreis an“, schilderte der 64-Jährige. Im vergangenen Jahr musste die Fahrt wegen Corona ausfallen. 2019 war die Gruppe in Wildeshausen, das Jahr zuvor in Dötlingen. Mit von der Partie waren die neun Landschaftswarte, ein Mitarbeiter von der Polizei, die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde und „eine Schreibkraft, die das Protokoll führt“. Als sie in Dötlingen waren, „hatten wir uns Klattenhof, Haidhäuser und Brettorf angeschaut“, berichtete Wilke. Diese Fahrten machen ihm bei seiner Tätigkeit mit am meisten Spaß.

Und welche Plätze in der Gemeinde gefallen dem 64-Jährigen besonders gut? „Wo ich gerne hinfahre, ist der Wellohsberg. Das sind fünf Hektar, die unter Denkmalschutz stehen. Da kann man schön mit dem Fahrrad hinfahren“, verrät der Klattenhofer. Er ist aber auch gerne in den Rittrumer Bergen oder im Margaretenmoor in Stühe unterwegs. „Das ist auch eine schöne Ecke.“

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