Mit dem Radlader im Katastrophengebiet

Zwei Mitarbeiter der Firma „Raquatec Umwelttechnik“ aus Neerstedt helfen in Mayschoß

Helfen, wo sie können: die Mitarbeiter des Neerstedter Unternehmens „raquatec Umwelttechnik“.
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Helfen, wo sie können: die Mitarbeiter des Neerstedter Unternehmens „raquatec Umwelttechnik“.

Neerstedt/Mayschoß – Zerstörte Straßen, Wege, Brücken und Häuser: Das sind Bilder von betroffenen Städten und Regionen der Flutkatastrophe, die sich ins Gedächtnis vieler Menschen eingebrannt haben. „Wir verfolgen seit einigen Tagen die Berichte unserer Kunden und anderer Firmen vor Ort. Und die Bilder lassen uns nicht mehr los“, schreibt das Unternehmen „Raquatec Umwelttechnik“ aus Neerstedt auf seiner Facebook-Seite.

Nur zusehen und nichts tun kam für die Mitarbeiter Daniel Manzke und Bernd Rathkamp nicht infrage. Sie haben sich am Sonntagabend gegen 23 Uhr mit zwei Firmenwagen – beladen mit Bagger, Radlader, Greifer, Schaufel, Ersatzteilen und Reifen –  auf den Weg in die Ortsgemeinde Mayschoß (Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz) gemacht, um den Betroffenen im Katastrophengebiet Hilfe zu leisten. Und das während ihres Urlaubs. Montagmorgen seien sie dort angekommen, berichtet der technische Leiter Christian Rathkamp.

Der Kontakt sei durch Mathias Waschka, dem Ortsbrandmeister von Sandhatten, hergestellt worden, der bereits mehrere Male im nicht weit entfernten Walporzheim war.

Kollegen räumen den Dorfplatz

Das etwa 1 000 Einwohner große Dorf Mayschoß zähle zu den mit am meisten betroffenen Orten der Hochwasserkatastrophe, schildert Rathkamp. Noch bis vor Kurzem war es nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, da die Zufahrtsstraßen zerstört waren.

Und wie haben die Männer reagiert, als sie den Ort das erste Mal sahen? „Es ist unvorstellbar, wie es da aussieht. Man hat es auf Videos gesehen, aber vor Ort zu sein, ist was ganz anderes – die betroffenen Leute zu sehen. Es herrscht eine große Hilflosigkeit vor Ort. Die Leute machen alle irgendwas, aber es scheint sinnfrei zu sein. Jeder versucht, irgendetwas zu machen“, erinnert sich Rathkamp an die Worte seiner Mitarbeiter am Telefon. Diese hätten bisher den Dorfplatz geräumt, damit dort Parkplätze und Platz für Infrastruktur geschaffen werden konnte. Aktuell räumen sie kleine Gassen sowie Vorgärten mittels Bagger frei. Danach werden sie mit dem Radlader den Schutt und Sperrmüll zu größeren Straßen oder zu Sammelplätzen bringen, wo dann andere Firmen das Material mit Lkws abfahren, schildert der technische Leiter.

„Es ist nicht selbstverständlich“

Ein Bild der Zerstörung: So sieht es in Mayschoß nach der Hochwasser-Katastrophe aus.

Ursprünglich war geplant, dass Rathkamp und Manzke spätestens am heutigen Mittwoch wieder zurückkommen. Aber: „Daniel hat angerufen und meinte, dass sie noch bleiben wollen, weil es noch so viel zu tun gibt.“ In zwei Wochen geht die Firma in ihren Betriebsurlaub. Wenn die Not vor Ort dann noch groß ist, wollen sie mit weiteren vier oder fünf Leuten hinfahren. „Aber das steht noch nicht fest. Wir schauen dann erst mal, wie dort die Lage ist“, sagt Christian Rathkamp.

„Ein großes Danke und Respekt an dieser Stelle an die Kollegen, die diese Aktion in Eigenregie und aus eigener Initiative geplant haben und nun ihre Urlaubstage in der Krisenregion zum Helfen einsetzen“, lobt das Unternehmen deren Engagement auf Facebook. „Es ist nicht selbstverständlich. Sie nehmen sich die Zeit in ihrem Urlaub. Das zeigt die Grundeinstellung der Leute zu ihrer Arbeit“, betont Rathkamp.  

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