Andrea Gleinig aus Neerstedt stellt aus Fundstücken Figuren her

Mehr als „nur“ Meer am Strand

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Andrea Gleinig stellt aus Fundstücken, die sie am Strand aufhebt, „Strandgutfiguren“ her.

Neerstedt - Von Lara Terrasi. Wenn Andrea Gleinig zusammen mit ihrem Lebensgefährten am Strand spazieren geht, hebt sie fast alles an angespültem Material auf, was sie sieht. „Ich muss mich dann manchmal zwingen, nicht nur auf den Boden, sondern auch auf das Meer zu schauen“, erzählt die 56-Jährige, die zusammen mit ihrem Partner in Neerstedt lebt.

„Wir sind leidenschaftliche Dänemark-Fans und fahren mindestens einmal im Jahr dorthin“, berichtet sie. Mit Taschen und Rucksäcken ausgerüstet sammelt das Paar dann unter anderem Muscheln, Schneckenhäuser oder Holzstücke.

Viele besondere Formen finden sich im Haus der Hobby-Künstlerin. Zwei Äste sehen von den Bewegungen wie Tänzer aus, die sich näher kommen. Die Figur ist mit dem Namen „Turtelei“ betitelt. „Ich bearbeite das Strandgut so wenig wie möglich. Ich mache es sauber und veredele manche Stücke am Ende noch mit Goldfarbe, Perlen oder Golddraht“, sagt sie. Als Werkzeug nutzt Gleinig Heißklebepistole, Floristikdraht und Linoleum-Messer.

Wichtig ist ihr, dass die Figuren von allen Seiten betrachtbar sind und schön aussehen. Die Ideen kommen ihr beim Finden. „Wenn ich zum Beispiel eine Astgabel sehe, dann schaue ich, ob sie einem Körper ähnelt. Besondere Formen nehme ich mit. Und es gibt wahnsinnig tolle“, erzählt Gleinig und lacht. Besonders ist auch der „Muschelsucher“. Er sieht aus wie ein Vogel, der auf seinen langen Beinen läuft, verziert mit einer Muschel. Ihre „Strandgutfiguren“ verkauft Gleinig auf Märkten. 

„Das Schönste ist immer, wenn manche Besucher erst skeptisch gucken. Und sich ihr Blick bei genauerem Hinsehen verändert. Und wenn sie dann die Namen lesen, müssen sie lächeln. So kommt man ins Gespräch“, erzählt die 56-Jährige. Die erste Figur, die sie aus einem besonders geformten Holzstück sowie einem Stein gefertigt hatte, heißt „Offene Arme“. Gleinig erinnert sich: „Die habe ich mal einer Mutter verkauft, die sie ihrer Tochter als Einzugsgeschenk kaufen wollte. Sie meinte, das würde so toll passen, weil man seine Gäste ja auch mit offenen Armen empfängt.“

Die Namen entstehen, wie sie sagt, „im Machen“. Aber diese spiegeln sich in den Figuren deutlich wider. „Gestrandet“ zeigt ein Pärchen aus Holzstöckern mit einem Kind. „Das Besondere hier ist, dass sich das Holz wetterbedingt verändert. Manchmal sieht es so als, als würde sich die Frau an den Mann lehnen. Die Figuren sind daher vergänglich und verändern sich“, erzählt die Hobby-Künstlerin. 

Neben den „Strandgutfiguren“ malt Gleinig auf Porzellan sowie mit Öl- oder Acrylfarben auf Leinwände. „Mein Motto ist ,Vielseitigkeit‘“, sagt sie. Und das ist deutlich zu erkennen: Blumen aus Steinen oder in Herzform liegen in ihren Beeten. Verschiedene Figuren schmücken ihren Garten. Neue „Strandgutfiguren“ folgen bald bestimmt auch, denn im Dezember fahren Gleinig und ihr Lebensgefährte wieder zusammen nach Dänemark. Vorher stellt sie aber noch ab dem 17. November im Bürgerhaus Vegesack aus.

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