Medienkonzept überzeugt Ausschuss/Rat soll Mittel für 2016 bereitstellen

Mobiles Lernen bald auch in Dötlinger Schulen?

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Whiteboards haben sich in vielen Klassenräumen etabliert. In den Dötlinger Schulen sind sie noch nicht zu finden.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die Nutzung neuer Medien und damit das mobile Lernen soll in den Grundschulen der Gemeinde nicht mehr nur Zukunftsmusik sein. Der Schul- und Kulturausschuss nahm gestern Abend das für die Dötlinger Schule entwickelte Medienkonzept zustimmend zur Kenntnis und empfahl dem Verwaltungsausschuss, dieses zu beschließen sowie die notwendigen Mittel, unter anderem für die Anschaffung von Laptops und Whiteboards, in den Haushalt 2016 einzustellen. Gleichzeitig soll sich die Neerstedter Schule möglichst schnell an die Entwicklung eines eigenen Medienkonzeptes machen.

„Ich denke, dies ist ein guter und zukunftsweisender Entschluss“, sagte Bürgermeister Ralf Spille nach der Empfehlung. Wie viele andere war er während der Präsentation von Eyk Franz, Leiter des Medienzentrums Wildeshausen, regelrecht ins Staunen geraten, welche Wege des Lernens es heutzutage in den Klassenzimmern gibt. Franz, der die Dötlinger Grundschule bei der Fortschreibung – oder besser gesagt Modernisierung – ihres 2008 entwickelten Medienkonzeptes unterstützt hat, zeigte anhand einer Präsentation nicht nur, was mit Whiteboards, Laptops und einem Schulserver, an den die Schüler angebunden werden können, möglich ist.

Er verdeutlichte vor allem den Nutzen: „Die Geräte machen zwar nicht klüger, sie sind aber näher dran an den Arbeitsweisen der ‚realen Welt‘“, meinte er. Die Umsetzung des Konzeptes sei eine Riesenchance, die Kinder im Umgang mit den neuen Medien fit zu machen und ihnen früh Kompetenzen zu vermitteln. Dies schließe nicht nur die Bedienung und Nutzung ein, sondern auch das Aufzeigen von Risiken und Gefahren. Wie Franz erläuterte, nutzen 99 Prozent der Jugendlichen ein Handy und 91 Prozent das Internet. Bei den Sechs- bis Zwölfjährigen stünde die digitale Welt zwar noch nicht im Mittelpunkt. „Wenn eine Medienbildung gewünscht ist, sollte aber schon dann reagiert werden“, sagte er. Das entsprechende Landeskonzept ziehe sogar bereits die Kindertagesstätten mit ein.

Die Dötlinger Grundschule hat sich deshalb vor gut zwei Jahren auf den Weg gemacht. „In der Waldschule Hatten haben wir uns angesehen, was es überhaupt gibt und waren begeistert. Wir haben gleich gesagt: ‚Das wollen wir auch‘“, gestand Schulleiterin Melanie Kahnt-Bock. Das mobile Lernen sei nicht nur zeitgemäßer, sondern vereinfache auch den Schulalltag. Gleichzeitig betonte sie, dass es nur eine Ergänzung sei. „Wir wollen das Buch nicht verdrängen.“ Unter dem Motto „Leben und Lernen mit den Medien“ wurde das Konzept, das auch die Eltern einbezieht, erarbeitet. Auf Nachfrage von Spille bestätigten Kahnt-Bock und Franz, dass die neuen Medien ein Umdenken erfordern. „Darüber sind wir uns im Klaren. Unsere Fähigkeiten sind derzeit begrenzt, aber wir sind hochmotiviert zu lernen“, so die Schulleiterin. Den bisherigen Fortbildungen sollen deshalb weitere Folgen. „Die Kompetenz der Lehrer ist die Voraussetzung für diese Art von Unterricht“, betonte auch Franz.

Eine weitere ist die technische Ausstattung. Und da gelte laut Kämmerin Katrin Albertus-Hirschfeld das Credo „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“. Für 28 Laptops, Whiteboards in allen Klassen oder die Herrichtung werden rund 64000 Euro fällig. Hinzu kommen – vor allem wegen der Abschreibungen – Folgekosten, gut 11000 Euro in den ersten vier Jahren. Da etwa 12000 Euro aus den Vorjahren zur Verfügung stehen, bleibt der Restbetrag. „Für Neerstedt würde es teurer werden, da die entsprechende Kabelage fehlt“, so Albertus-Hirschfeld. Die Schule kann für die Entwicklung ihres Konzeptes auf das der Dötlinger Einrichtung zugreifen und muss das Rad nicht neu erfinden. „Sie muss aber nachziehen. Nicht das sich zwei Klassen entwickeln“, so Rudi Zingler (SPD).

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