Mauersegler-Kolonie kommt jedes Jahr wieder/Auch ein Falke könnte einziehen

Dötlinger Kirchturm als Lebensraum ausgezeichnet

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Zwölf bis 14 Brutpaare nisten zwischen Mai und Anfang August stets in der St.-Firminus-Kirche. Die meisten haben zwei Junge.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Dass die Dötlinger St.-Firminus-Kirche nicht nur ein Ort der Besinnung ist, an dem Gottesdienste, Hochzeiten und Konzerte stattfinden, haben der Nabu und der Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen bestätigt. Sie zeichneten die Kirchengemeinde im Rahmen des Projektes „Lebensraum Kirchturm“ mit einer Urkunde sowie einer Plakette für ihr Engagement im Natur- und Artenschutz aus.

Mit der seit 2007 laufenden Aktion sollen die Schaffung sowie Sicherung von Nistplätzen bedrohter Vogelarten in Kirchtürmen gewürdigt werden. In der Dötlinger Kirche sind bereits seit Jahrzehnten Mauersegler zu Hause. Von Mai bis August nutzen sie den Turm als Brutplatz. „Mittlerweile ist eine richtig tolle Kolonie entstanden“, weiß der Hobby-Ornithologe Dietz Orth. Auch in diesem Jahr hätten wieder zwölf bis 14 Paare in dem Gotteshaus genistet.

Orth hat vor allem seit Mitte der 1990er-Jahre ein Auge auf die Mauersegler. „Damals suchte Pastor Michael Munzel Rat“, erinnert sich der Dötlinger. „Denn im Zuge der Sanierung war der Turm komplett abgedichtet worden. Die Mauersegler kreisten um die Kirche, aber kamen nicht mehr hinein.“ Einige Tiere suchten sich daraufhin neue Nistplätze im Umkreis, unter anderem in den Starenkästen auf Orths Grundstück, wo sich mit den Jahren eine lebhafte Kolonie von zehn Brutpaaren entwickelt hat.

Da die Kirchengemeinde den Mauersegler aber nicht aussperren wollte, wurde spontan gehandelt. Orth bohrte damals einfach Fluglöcher ins Holzgesimse und baute Nistmöglichkeiten für die Höhlenbrüter. „Und schon im Jahr darauf waren sechs bis sieben Nester wieder besetzt“, erzählt er. Weitere Löcher und Kästen folgten, die Kolonie wuchs immer weiter an. „Seit drei Jahren ist die Anzahl nun stabil“, sagt Orth. Mit den Brutpaaren kommen im Mai auch oft die Jungen aus dem Vorjahr. „Die brüten nämlich selbst erst im zweiten Jahr“, so der Dötlinger. Da Mauersegler in der Regel um die zwei Junge haben, ließen sich von Mai bis Anfang August abends durchaus die Flugmanöver von gut 40 Tieren beobachten. „Die flitzen dann regelrecht um den Turm. Das ist eine wahre Freude“, meint Orth, der inzwischen nicht mehr regelmäßig nach den Nistplätzen schaut. „Das ist ein Selbstläufer“, sagt der Dötlinger.

Anders sieht es beim Turmfalken aus. „Früher war immer einer da“, erinnert sich Küster Rudi Zingler. Vor ein paar Jahren wurde extra ein Nistkasten in einer Fensteröffnung im Glockenturm angebracht. „Seitdem warten wir darauf, dass sich mal wieder ein Falke blicken lässt.“ Dennoch sei der Mauersegler nicht der einzige Bewohner. „Es gibt auch Fledermäuse“, weiß Zingler. Diese ließen sich am besten abends bei der Futtersuche beobachten.

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