„X-Mas-Party“: Freispruch für Security

Angeklagter sollte einen Gast grundlos angegriffen haben

Brettorf/Wildeshausen – Die Landjugendfete im Dezember 2018 im Schützenhof Schürmann in Brettorf fand nun ihr juristisches Nachspiel im Amtsgericht Wildeshausen. Ein damals eingesetzter Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Richterin sprach den 35-jährigen Security aus Zeven allerdings frei.

Zweieinhalb Jahre nach der „X-Mas-Party“ waren die Aussagen zweier Zeugen mit Vorsicht zu genießen. Die beiden meinten, sich zu erinnern, dass der Sicherheitsmann einem von ihnen grundlos einen Schlag gegen den Kopf versetzt habe. Dabei sei eine Brille durch die Luft geflogen. Beide Zeugen erkannten in dem Angeklagten, der körperlich auffallend sehr groß und breit gebaut ist, den verantwortlichen Sicherheitsmann. Allerdings konnten sie sich an viele Details der Partynacht nicht erinnern: zum einen wegen der langen Zeit zwischen der Verhandlung, zum anderen, weil sie damals alkoholisiert gewesen waren.

Es soll einen Vorfall auf der Tanzfläche gegeben haben

Den Feststellungen zufolge hatte es vor dem angeklagten Vorwurf einen Vorfall auf der Tanzfläche gegeben. Ein Kumpel der beiden Zeugen soll einen anderen Gast geschlagen und getreten haben. Allerdings ist der vermeintliche Angreifer unbekannt verzogen, konnte also nicht aussagen. Bei der polizeilichen Vernehmung hatte er damals noch mitgeteilt, der andere Gast sei einfach gestürzt.

Wie auch immer: Die Sicherheitsleute wurden auf die Situation aufmerksam und fixierten den vermeintlichen Angreifer. Sehr zum Ärger seiner Kumpels. Sie meinten, ihr Freund werde übermäßig brutal und ungerecht behandelt, und machten ihrem Ärger Luft. Die jungen Männer hätten weggeschubst werden müssen, erinnerte sich der Angeklagte. Dabei könne eventuell auch eine Brille weggeflogen sein. Aber er habe niemanden geschlagen, beteuerte der 35-Jährige. Sein Verteidiger ergänzte: „Mein Mandant ist groß und stämmig. Wenn der Zeuge einen Schlag gegen den Kopf von ihm bekommen hätte, wäre er mit Sicherheit zu Boden gegangen.“

„Mein Mandant ist groß und stämmig“

Doch das war nur einer der beiden Vorwürfe. Der vermeintliche Angreifer soll nach draußen gebracht und dort von den insgesamt acht Sicherheitsleuten zusammengeschlagen sein: Rädelsführer sollte der Angeklagte gewesen sein. Der Ausländer hätte fertiggemacht werden sollen. Auch das leugnete der Mann vehement. Er sei nur kurz mit raus gegangen und dann wieder rein geschickt worden, da sich keine Sicherheitsleute mehr im Gebäude befunden hätten. Die Lage draußen habe sich schnell beruhigt, nachdem die Kumpels des vermeintlichen Angreifers ein wenig Stress gemacht hätten.

Wiederum schilderten die beiden Zeugen ein anderes Geschehen. Sie seien vor dem Gebäude eingekesselt worden. Der vermeintliche Angreifer sei verletzt gewesen und habe geblutet. Die Sicherheitsleute hätten sie dann sogar daran gehindert, die Polizei zu rufen, sagte einer der beiden später den Beamten.

Nach Aussage des Angeklagten waren es aber die Sicherheitsleute, die standardmäßig die Polizei und den Notarzt riefen. Allein wegen des Opfers des vermeintlichen Angreifers. Der Mann sei für mehrere Minuten bewusstlos gewesen. Letztendlich sprach das Gericht den 35-Jährigen von allen Vorwürfen frei. Es war kein Nachweis seiner Schuld zu erbringen.

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