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Manöver in Neerstedt: „Damit die Schrauber schrauben können“

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Von: Gero Franitza

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Hauptmann Martin Richter (l.) und Oberstabsfeldwebel Kai Vogel, Spieß und somit die „Mutter der Kompanie“.
Hauptmann Martin Richter (l.) und Oberstabsfeldwebel Kai Vogel, Spieß und somit die „Mutter der Kompanie“. © -

Neerstedt – Die ersten Soldaten des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst dürften heute bereits wieder in die Kaserne eingerückt sein. Sieben Tage lang, von Freitag bis Freitag, haben die Soldaten verschiedener Kompanien in den Gemeinden Dötlingen, Hatten und Ganderkesee den Ernstfall geprobt. Die vierte Kompanie hatte ihre „Zentrale“, den Kompaniegefechtsstand, in und hinter dem Schützenhof in Neerstedt bezogen.

Auch auf dem Hof Kuhlmann und dem Gelände der Firma Tonne sowie dem Bauhof der Gemeinde haben sich Teile seiner Leute eingerichtet, berichtet Kompaniechef Hauptmann Martin Richter.

Haben zuvor einzelne Teile des Bataillons verschiedene Szenarien durchgespielt (wir berichteten), war es nun das Ziel, das Zusammenspiel der einzelnen Teile des Bataillons zu trainieren: „Wir üben das Zusammenspiel aller logistischen Kräfte“, sagt der Offizier. Und das sei wörtlich zu verstehen: Während eine Kompanie auf den Transport spezialisiert sei, halte die andere Ersatz- und Bedarfsteile vor.

Seine 100 Männer und Frauen seien für die Instandsetzung da – dafür, dass die „Verbraucher“, etwa ein Panzer- oder ein Jägerbataillon, über funktionstüchtiges Material verfügen. „Wir sind dafür da, dass die Schrauber schrauben können“, fasst der Hauptmann den Auftrag des Bataillons zusammen.

Die Kompanie nutzt den Schützenhof Neerstedt.
Die Kompanie nutzt den Schützenhof Neerstedt. © -

Dazu gehöre es auch, dass alle Tätigkeiten, die sonst in einer Werkstatt in der Kaserne in Delmenhorst erledigt werden, auf andere Art und Weise – aber unter stark veränderten Bedingungen – gleichwertig bewerkstelligt werden. „Das ist unser Auftrag. Wir haben die Ausbildung dazu“, unterstreicht Hauptmann Richter.

Kriegsschauplatz „Pandora“

Doch nicht nur das feldmäßige Reparieren wird geübt, sondern auch andere Elemente, die ein Einsatz im tatsächlichen Ernstfall zwangsläufig mit sich brächte, so der Kompaniechef weiter. Und das bedeutet nicht nur, dass die eigenen Verteidigungen von anderen Einheiten auf die Probe gestellt werden. Darüber hinaus werden sogenannte Lagen unerwartet eingespielt: Das könnten etwa Einwohner sein, die die Soldaten zunächst freundlich begrüßen, deren Stimmung im Laufe der Zeit aber umkippt und sich schließlich ins Gegenteil verkehrt.

Angesiedelt ist die Übung auf dem fiktiven Kontinent „Pandora“, auf dem sich zwei verfeindete Seiten gegenüberstehen. Im realen Neerstedt gebe es solche Probleme allerdings gar nicht, unterstreicht der Hauptmann. Die Zusammenarbeit mit den Einwohnern funktioniere ausgezeichnet.

Gut getarnt: der Kompaniegefechtsstand.
Gut getarnt: der Kompaniegefechtsstand. © fra

Die Nutzung ziviler Gelände sei jeweils im Vorfeld abgesprochen und darüber hinaus vertraglich geregelt worden, erläutert Kompaniechef Richter.

Den Eindruck, wonach in der jüngsten Zeit wieder verstärkt solche Manöver erfolgen, bestätigt der Offizier. Das habe nicht zuletzt mit Corona zu tun: Nicht nur hätten die Auflagen einen solchen Übungsablauf erschwert, sondern teils unmöglich gemacht. Jetzt könne und müsse die Übungstätigkeit wieder zunehmen. Darüber hinaus seien mehrere Trupps von Soldaten aus der Kompanie bundesweit von 2020 auf 2021 und dann von 2021 auf 2022 im Einsatz gewesen und hätten Behörden unterstützt. Im Berlin etwa, ergänzt der Spieß, Oberstabsfeldwebel Kai Vogel, bei Fahrten von Impfärzten in diversen sozialen Brennpunkten der Hauptstadt oder dem Transport von Impfstoff.  

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