25 Mädchen und Jungen erleben mit der Landjugend einen Nachmittag auf dem Bauernhof

Vom Blick in den Putenstall bis hin zum Kühemelken

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Austoben und bei der Arbeit helfen – das war ein Bauernhof-Nachmittag ganz nach Geschmack der Ferienpass-Teilnehmer.

Neerstedt - „Ich habe fünf kleine Küken auf dem Arm gehabt – und ein sechstes ist sogar an mir hochgeklettert“, erzählte die siebenjährige Maxine am Sonntagabend ganz aufgeregt, nachdem sie den gesamten Nachmittag auf dem Bauernhof verbracht hatte. Die neunjährige Seline fand „alles am Allerbesten“. „Das Kükenkuscheln, das Helfen beim Melken und das Füttern der Kühe und Schweine“, zählte sie auf.

Insgesamt 25 Kinder im Grundschulalter nahmen an der Ferienpass-Aktion der Landjugend Dötlingen teil. „Es gab 50 Anmeldungen, aber mehr als 25 Plätze konnten wir beim besten Willen nicht anbieten“, erklärte der Vorsitzende Dietz Wiechers. Gemeinsam mit Bianca Klaener, Gesa Müller, Jan Wichmann und Jonas Müller übernahm er die Betreuung der „wilden Horde“. Die Mädchen und Jungen konnten sich auf zwei Neerstedter Bauernhöfen so richtig austoben, halfen aber ebenso eifrig bei der Arbeit und fragten den Landwirten wissbegierig „Löcher in die Bäuche“.

„Wir konnten aber merken, dass die Kinder schon jede Menge über die Landwirtschaft und die Tiere wissen. So richtig auf Tuchfühlung gegangen sind sie hier allerdings zum ersten Mal“, so Wiechers. Die wenigsten seien vorher schon einmal auf einem Bauernhof gewesen.

„In unserer Kindheit war es noch selbstverständlicher, dass man auf einem Bauernhof gespielt hat – auch wenn man dort selbst nicht gewohnt hat“, meinte Klaener. „Diese Erfahrung wollen wir den Kindern auch ermöglichen, und natürlich möchten wir Berührungsängste abbauen.“

Schon seit mehreren Jahren veranstaltet die Landjugend den Bauernhof-Nachmittag als Ferienpass-Aktion. In diesem Jahr traf sich die Gruppe zunächst auf dem Hof von Annette und Helge Vosteen, wo gerade ganz frisch Putenküken eingestallt wurden. Mit Schutzanzügen durften die Kinder in den Stall und die Küken auf den Arm nehmen.

Die Landjugend-Mitglieder hatten auch ein „Chaosspiel“ vorbereitet. 40 Karten mit Fragen rund um die Landwirtschaft versteckten sie auf dem Hof. In Gruppen mussten sich die Kinder auf die Suche machen und zum Beispiel herausfinden, wie viel Liter Milch eine Kuh am Tag gibt. Außerdem ging es darum, was Kühe und Schweine fressen. Es mussten auch Dinge auf Bildern erkannt werden – zum Beispiel ein Mähdrescher.

Nach dem Spiel ging es per Kremserfahrt auf den nächsten Hof. Der Traktor, der den Planwagen zog, gehörte für die Jungs zu den Highlights. Aber auch die Schweine und Kühe von Helmut Kläner, der sich von den Kindern bei der Arbeit über die Schultern schauen und helfen ließ, waren beim Nachwuchs beliebt.

„Keines der Kinder hat sich geniert“, freute sich Bianca Klaener über den Eifer der Teilnehmer. Im Gegenteil, die Kinder seien alle ganz heiß darauf gewesen, die Kühe zu streicheln, sich das Futter von der Hand schlabbern zu lassen und sogar mal ein Euter anzufassen. Beim Melken durften sie in kleinen Gruppen zusehen und helfen.

„Ansonsten durften die Kinder sich die meiste Zeit auf den Höfen frei bewegen und sich ihre Arbeit selbst suchen“, berichtete Wiechers. Über Bewegungsmangel beklagte sich an dem Nachmittag wohl niemand. An Platz zum Rennen fehlte es nicht, und die aufeinandergestapelten Strohballen luden zum Klettern ein. Auf die Frage „Wollt ihr noch einmal wiederkommen?“ gaben die Kinder zum Schluss der Aktion eine einstimmige Antwort: „Auf jeden Fall!“

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