Reproduktion von Fotos des Mitbegründers der Dötlinger Künstlerkolonie

Lopshof-Verein bewahrt Kaufholds Erbe

Thea Freiberg von der Dötlingen Stiftung, Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein und Gerd Battermann (v.l.) stöberten gestern in dem Foto-Fundus des Malers August Kaufhold. Im Hintergrund hängen die von Battermann bearbeiteten Bilder. ·
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Thea Freiberg von der Dötlingen Stiftung, Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein und Gerd Battermann (v.l.) stöberten gestern in dem Foto-Fundus des Malers August Kaufhold. Im Hintergrund hängen die von Battermann bearbeiteten Bilder. ·

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Der Dötlinger Lopshof hat eine bewegende Geschichte. 1912 vom Maler August Kaufhold (1884-1955) errichtet, diente er Künstlern als Domizil. Untergebracht waren dort auch schon die Dötlinger Dorfschule, später, nach dem Zweiten Weltkrieg, Vertriebene und Flüchtlinge und dann ein Schullandheim, ehe 2005 der Lopshof-Verein für integrative Lebensart das Gebäude erwarb.

Und eben jener möchte nun an die Vergangenheit erinnern und das Erbe von Kaufhold bewahren. Zu diesem Zweck sind in das Kaminzimmer sechs Reproduktionen von Fotografien des Mitbegründers der Dötlinger Künstlerkolonie eingezogen. Allesamt zeigen den Lopshof.

„Es ist uns schon länger ein Anliegen, dass Kaufhold stärker Einzug in die Räume erhält“, berichtet Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein während eines Pressetermins, dem auch Thea Freiberg von der Dötlingen Stiftung sowie Gerd Battermann, der die Fotos bearbeitet hat, beiwohnen. „Wir haben jede Menge Fotografien, aber auch Bilder von Kaufhold“, erklärt Freiberg, die die Initiative des Lopshof-Vereins begrüßt. Hierfür stellte sie gerne Fotos aus dem Nachlass zur Verfügung, den Enno Kaufhold, Sohn des Malers, der Stiftung übertragen hat. Im Gegenzug übernehmen die Stiftungs-Mitglieder seit 2006 die Pflege von Kaufholds Grab auf dem Dötlinger Friedhof.

Die Fotos im Lopshof sollen dauerhaft hängen bleiben. Sie zeigen nicht nur Außenansichten des Gebäudes, sondern auch Ecken aus dem Inneren. „Hier, das ist doch genau die Stelle, wo wir gerade sitzen“, bemerkt Freiberg und zeigt auf eines der Bilder. „Wer genau hinschaut, kann erkennen, dass Kaufhold die Szenerie für die Fotos genau arrangiert hat“, weiß Battermann, der die Bilder für die Reproduktion hochauflösend eingescannt, bearbeitet und auf Leinwand gedruckt hat. „Das war schon eine Herausforderung“, sagt der Geveshauser, der während der Durchforstung von Kaufholds Album so manches entdeckte. Denn der in Bremen geborene Maler war früher äußerst aktiv in Dötlingen und hat auch so einige Einwohner abgelichtet. „Zudem habe ich auf der Rückseite eines Fotos noch eine Originalskizze von Kaufhold gefunden“, freut sich Battermann.

Kaufhold, der in Dresden eine Kunstausbildung genossen hat, zog 1907 nach Dötlingen, wo er die Landschaft, das Dorf, Höfe und immer wieder Schafe und Kühe malte. Zwei Jahre lang lebte er in den Goldbergen, ehe er das Haus verkaufte und 1912 am Heideweg den strohgedeckten Lopshof bauen ließ. Nach einem Brand, bei dem ein großer Teil seiner Arbeiten zerstört wurde, entstand 1925 der Lopshof in seiner heutigen Gestalt. Dort beherbergte Kaufhold auch Künstlerkollegen. 1933 trennte sich der als Tierfreund bekannte Maler vom Lopshof und zog später an die Karkbäk.

„Die Geschichte dieses Gebäudes ist einfach eng mit Kaufhold verbunden“, sagt Tzschoppe, die deshalb auch gerne ein ganzes Album mit seinen Fotos zusammenstellen möchte. Da er in diesem Jahr 130 geworden wäre und sich 2015 sein Todestag zum 60. Mal jährt, werde über eine Ausstellung zu seinen Ehren nachgedacht. Die Stiftung könnte Werke beisteuern. „Es gibt in der Gemeinde aber auch zahlreiche Bilder in Privatbesitz, die sonst nicht zu sehen sind“, regt Freiberg an, während sie mit Tzschoppe und Battermann noch weiter im umfangreichen Foto-Fundus stöbert.

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