Politik denkt für neues Gebiet in Brettorf über eine etwas freiere Gestaltung nach

Lockert Dötlingen die Bauvorschriften?

Östlich des Baugebietes „An der alten Post“ in Brettorf sollen weitere Grundstücke auf einer 1,7 Hektar großen Fläche entstehen. Archivfoto: Schneider

Brettorf - VON TANJA SCHNEIDER. Da Baugrundstücke in der Gemeinde Dötlingen derzeit Mangelware sind, arbeiten Politik und Verwaltung intensiv an der Ausweisung eines neuen Baugebietes - und zwar in Brettorf, direkt angrenzend an die neue Siedlung „An der alten Post“. Dort könnten auf einer rund 1,7 Hektar großen Fläche zwischen 16 und 18 Parzellen entstehen. Die Entwürfe für den entsprechenden Bebauungsplan „Stedinger Weg-Süd I“ stellte Hannes Korte vom Büro Diekmann und Mosebach nun dem Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss vor. Das Gremium entschied sich während seiner Sitzung nicht nur zwischen zwei Erschließungsvarianten. Ebenso diskutierte es die Themen Mietwohnungsbau, Spielplatz und gestalterische Bauvorschriften.

Letztere regeln unter anderem die Dachneigung, die Farbe von Fassaden und Dachpfannen sowie zulässige Materialien. Bei seinen Vorschlägen orientierte sich Korte am benachbarten Gebiet, wo die Außenwände der Häuser zu einem Drittel auch verputzt oder mit Holz verschalt werden dürfen. Einigen Ausschussmitgliedern gehen die Vorgaben zu weit. Sie wünschten sich eine Lockerung, zumindest für Teile des Baugebietes. „Die Frage ist ja auch: Ist das noch zeitgemäß, was wir da planen? Was möchten die Leute?“, so Claus Plate (FDP). Die Antwort lieferte Bauamtsleiter Uwe Kläner: „Momentan sind dunkle Dächer und Verblender gewünscht. Da sind wir schon etwas eingeschränkt.“

Eine Lockerung bei den Farben konnte sich auch das hinzugewählte Mitglied Andreas Hauth vorstellen. Ansonsten blieben aber auch bei den angedachten Vorschriften ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten. „Bei so einem kleinen Gebiet ist Augenmaß angebracht. Wir sollten keine absoluten Exoten zulassen.“ Beate Wilke (CDU) wünschte sich für Bauwillige „etwas mehr Freiheiten“, Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) sprach vom „Spielraum beim Klinker“. Kläner riet den Ausschussmitgliedern, mal ins Neerstedter Baugebiet „Ramshorn I“ zu fahren, wo für den mittleren Bereich die Vorgaben gelockert worden waren. „Da seht ihr, wie es aussehen kann. Da steht Vielfalt.“ Der Ausschussvorsitzende Gernot Kuhlmann (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass auch diesmal eine Lösung für ein harmonisches Gebiet gefunden werde. Planer Korte soll deshalb bis zur Sitzung des nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschusses Vorschläge erarbeiten.

Abgesehen von den Bauvorschriften erteilte das Gremium einstimmig grünes Licht für den B-Plan-Entwurf. Zuvor hatte es sich mehrheitlich für eine Erschließungsvariante entschieden. Der Ausschuss votierte für eine Ringstraße und gegen einen Stichweg mit Wendeanlage. Bei der jetzigen Version bleiben 15 700 Quadratmeter verkaufbare Fläche. Allerdings wünscht sich die Politik im Norden des Gebietes noch einen Spielplatz. Im B-Plan soll dieser aber aus Gründen der Flexibilität nicht festgesetzt werden. So lasse er sich, falls er nicht mehr benötigt, schnell in ein Baugrundstück umwandeln.

Ebenfalls im Norden möchte die Gemeinde Mietwohnungsbau ermöglichen. Auf zwei Grundstücken sollen Mehrfamilienhäuser mit maximal vier Einheiten entstehen. Auf den übrigen Arealen, die im Schnitt 816 Quadratmeter groß wären, sind Einfamilienhäuser mit maximal zwei Einheiten angedacht. Sie werden frühestens im Herbst in den Verkauf gehen, informierte Kläner.

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